Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: JSDT in Neon.1, Eclipse Oxygen Splash Screen und wie Eclipse Züge ins Rollen bringt

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Totgeglaubte leben länger. Wer die JavaScript Development Tools (JSDT) bereits abgeschrieben hatte, wird aktuell eines Besseren belehrt: Nachdem die Arbeit an den JSDT für Eclipse Neon wieder aufgenommen wurde, bringt auch Neon.1 wieder einige Verbesserungen der Toolsammlung mit sich. Sie erfahren außerdem, was MQTT, Eclipse Paho und Eclipse Mosquito mit britischen Eisenbahnen zu tun haben, wie der neue Eclipse Oxygen Splash Screen möglicherweise aussehen wird und was es mit den Favoritenlisten im Marketplace auf sich hat.

Eclipse JavaScript Tools in Neon.1

Vor kurzem ist Eclipse Neon.1 erschienen, das erste Update zu dem im Sommer veröffentlichten Major Release der IDE. Auch das Team rund um die JavaScript Development Tools (JSDT) war wieder fleißig und hat die Toolsammlung mit der IDE-Aktualisierung auf Stand gebracht: 41 Probleme sind für Neon.1 behoben worden, manche davon waren bereits über fünf Jahre in Bugzilla hinterlegt.

Die Unterstützung von Node.js ist bereits seit dem Major Release im Sommer ein Teil von Eclipse Neon. Mit der aktualisierten Version Neon.1 ging auch eine Überarbeitung der Node.js Debugger Facilities einher. Wollte man bislang den Code während einer Debug-Session ändern, musste man die JavaScript-Datei speichern, dann mit einem Rechtsklick das Kontextmenü öffnen und dort V8 Debugging → Push Source Changes to VM auswählen. Ab sofort reicht es, die Datei zu speichern; die Änderungen werden dann automatisch eingefügt:

Hot Swap im Node.js Debugger / Quelle: JBoss Tools

Hot Swap im Node.js Debugger / Quelle: JBoss Tools

Außerdem wird nun auch der main(Node)-Prozess beendet, wenn der V8-Debugger-Prozess geschlossen wird. Dies war zuvor nicht der Fall. JavaScript kann ab Neon.1 im Übrigen auch via Chrome / Chromium Browser gedebuggt werden. Dazu genügt ein einfacher Rechtsklick auf das HTML-File, dann wählt man Debug As.. → Chrome / Chromium Debugger aus. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, JavaScript von Anwendungen, die auf Servern laufen, zu debuggen. Auch hier hilft der Chrome / Chromium Debugger, wie dieses Video von Ilya Buziuk zeigt.

Ein Usability-Feature ist die Ausführung von Tasks via Quick Access: Per Tastenkürzel STRG + 3 kann man schnell und einfach Run as Grunt / Gulp task auswählen. Ähnlich leicht kann man alle npm-Scripte, die in package.json definiert sind, ausführen:

Ausführen von npm-Scripten im Project Explorer / Quelle: JBoss Tools

Ausführen von npm-Scripten im Project Explorer / Quelle: JBoss Tools

Wer gerne die JSDT unterstützen möchte, das Setup dafür allerdings zu kompliziert findet, kann sich nun von Oomph helfen lassen. Innerhalb weniger Minuten können Nutzer die IDE damit entsprechend einrichten. Wie das geht zeigt eine Anleitung und ein Video von Patrik Suzzi auf YouTube.

Für das kommende Neon.2-Release hat sich das Team hinter den JSDT vorgenommen, zum Closure-Compiler zu wechseln. Als Grund hierfür gibt das Team die höhere Toleranz und die bessere Performance zu dem bisher genutzten Esprima-Parser an. Die Arbeit an den mit Neon.2 in die JSDT zurückkehrenden JavaScript Search Facilities ist sogar beinahe schon abgeschlossen. Diese wurden in vorherigen Updates entfernt, da sie nicht richtig liefen. Mit Neon.2 sollen zudem die Arbeiten an den JavaScript / Node.js Debuggern finalisiert werden.

Sämtliche Informationen zum aktuellen Update der JSDT finden sich im Blog-Post von Ilya Buziuk.

Favoritenlisten im Eclipse Marketplace

Im Marketplace von Eclipse finden Nutzer der Entwicklungsumgebung zahlreiche Plug-ins, Packages und Erweiterungen für praktisch alles, was das Herz begehrt. Welche Funktionen man sich persönlich in die IDE geklickt hat, kann man auch mit anderen Nutzern teilen. In Form einer Favoritenliste werden anderen Nutzern dann die Plug-ins und Packages angezeigt, die man lokal bei sich installiert hat. In einem Video hat Antoine Thomas, Produktmanager der Eclipse Foundation, aufgezeichnet, wie genau die Favoritenlisten angelegt, genutzt und geteilt werden könne. Dabei zeigt er die Anwendung der Listen sowohl im Marketplace auf der Webseite, als auch im Marketplace Client.

Die Favoritenlisten können auch direkt per Copy & Paste des entsprechenden Links im Marketplace Client importiert werden. Wer die Entwicklungsumgebung zum Schreiben von Java-Anwendungen nutzt, dem empfiehlt Thomas die Liste von Lars Vogel, C / C++-Entwicklern empfiehlt er die von Doug Schafer. Wer sich mit Modellierung in Verbindung mit Sirius auseinandersetzen möchte, für den gibt es eine Favoritenliste von Cédric Brun.

Oxygen Splash Screen

Es ist noch etwas früh für endgültige Entscheidungen in Bezug auf Eclipse Oxygen. Keinesfalls zu früh ist es allerdings für Vorschläge. Das dachte sich wohl auch Holger Voormann, als er seine Vorstellung eines Splash-Screens für die kommende Eclipse-Version designte. In Bugzilla wird sein Vorschlag bereits diskutiert und wurde bisher auch recht positiv angenommen.

Vorschlag für den Eclipse Oxygen Splash-Screen / Holger Voormann

Vorschlag für den Eclipse Oxygen Splash-Screen / Holger Voormann

Passend dazu wünscht sich Andrey Loskutov, dass die IDE beim Start leise Blubbergeräusche von sich gibt und die Luftbläschen langsam nach oben steigen. Wir halten das für eine großartige Idee!

Wie Eclipse Züge zum Rollen bringt

Benjamin Cabé stellte kürzlich auf Twitter eine interessante Frage: „Wussten Sie, dass das Signalsystem der britisch Eisenbahnnetze auf MQTT, Eclipse Paho und Eclipse Mosquito aufsetzt?“ Nein, wussten wir nicht. Auf der IoT-Konferenz Thing Monk stellte Kamil Baczkowicz die Architektur des Ganzen vor und sprach darüber, welche Lektionen die Entwickler beim Erschaffen des Systems gelernt haben. Er stellte zudem Best Practices für die Nutzung von MQTT für die zuverlässige und schnelle Übermittlung vieler Nachrichten in Umgebungen mit höchster Betriebssicherheit vor.

kamilKamil Baczkowicz ist Technical Architect bei Resonate und ein erfahrener Software-Designer und -Entwickler. Sein spezielles Interesse umfasst unter anderem Systemarchitekturen, Home-Automation-Lösungen und Künstliche Intelligenz. Er ist Spezialist für alles, was mit Cloud Computing und dem Internet of Things zusammenhängt. @kamilfb84.

Nicht verpassen: Virtual IoT Meetup

Am Donnerstag ist es wieder so weit: Die Eclipse IoT Working Group trifft sich für ein virtuelles Meetup zum Thema WIoT Microservices at the edge with Eclipse ioFogW. Bei ioFog geht es um das sogenannte Fog Computing, bei dem der Datentransfer von miteinander verbundenen Geräten nicht den Umweg über die Cloud geht, sondern Daten direkt auf sogenannten Edge Devices, also am „Rand“ des Datennetzes, verarbeitet werden.

Im virtuellen Meetup wird Kilton Hopkins, Projektleiter von ioFog (ehem. ioFabric), über das Projekt und die Konzepte, die hinter dem Fog Computing stecken, sprechen. Alle Informationen zum Vortrag können bei Meetup eingesehen werden, den Live-Stream findet ihr dort und hier:

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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