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Eclipse Weekly: Red Hat, Bosch & Eurotech legen Grundstein für IoT-Cloud-Plattform

Dominik Mohilo
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© Shutterstock.com / solarseven

Zusammenschlüsse großer Unternehmen für spezifische Projekte sind kein Novum im Eclipse-Universum. Dennoch verdichten sich die Nachrichten zu firmenübergreifenden Kollaborationen in der letzten Zeit. Jüngster Spross dieser Art der Kooperation ist die gemeinsame Arbeit von Red Hat, Bosch und Eurotech an einer offenen IoT-Cloud-Plattform, für deren zukünftige Enwicklung nun der Grundstein gelegt wurde. Das Release von Xtext 2.11 verzögert sich unterdessen ein wenig.

Auf dem Weg zur Open IoT Cloud Platform

Bereits vor einiger Zeit haben wir euch Eclipse Kapua, das Projekt zur Schaffung einer übergreifenden Cloud-Plattform, vorgestellt. Wie die Entwickler von Eurotech und Red Hat, die hinter dem Projekt stehen, nun angekündigt haben, ist der erste Code-Beitrag ab sofort auf GitHub verfügbar. Dieser initiale Beitrag basiert auf dem Quelltext, der von Eurotech bereits für deren Everyware Device Cloud genutzt wurde, berichtet Ian Skerrett auf seinem Blog.

Bosch, Red Hat & Eurotech

Während Red Hat einer der weltweit führenden Anbieter von Open-Source-Softwarelösungen ist und Eurotech ebenfalls bereits durch MQTT Erfahrungen im Open-Source-Bereich hat, fängt Bosch gerade erst damit an. Dies aber mit offensichtlichem Erfolg, bedenkt man die Veröffentlichungen von Eclipse hawkBit, Eclipse Hono (mit Red Hat) und Eclipse Vorto.

Bosch is a major industrial IoT company that supports a wide range of devices, in many different industries, such as automotive, manufacturing and home appliances. We believe the best way to support this complex environment is to base our commercial IoT platform, the Bosch IoT Suite, on open source components and open standards. These projects establish a horizontal open technology for IoT and provide the technical breeding grounds for successful business ecosystems.

Dr. Stefan Ferber, Bosch Software Innovations

Die drei Unternehmen haben sich nun für die Entwicklung von interoperablen IoT-Komponenten für die Cloud zusammengetan. Die Kollaboration wird unter dem Dach der Eclipse IoT Working Group stattfinden. Die Veröffentlichung des Sourcecodes von Kapua stellt den ersten wichtigen Meilenstein dieser Zusammenarbeit dar.

Eurotech has a long history of contributing to open source communities and industry standards as recently attested by the Eurotech initiated Eclipse Kura project and its adoption. Following that path, we decided to open source our IoT Integration Platform in the Eclipse Kapua project and we are now pleased to make the first code contribution available to the community. Eurotech will continue to collaborate with leaders like Red Hat to further grow the Eclipse IoT community and ecosystem.

Giuseppe Surace, Eurotech Group CPO

Komponenten und Erweiterungen

Eclipse Kapua ist eine offene und modulare Plattform für das Internet der Dinge. Sie soll IoT-Entwicklern und Endnutzern bei der Umsetzung von end-to-end IoT-Implementierungen helfen. Sie stellt außerdem die Services zur Verfügung, die für die Verwaltung von IoT-Gateways und Smart-Edge-Geräten benötigt werden. Diese Services können auf einer Cloud-Infrastruktur wie Cloud Foundry oder OpenShift basieren und werden als IoT-Plattform-Komponenten bezeichnet.

Solche Komponenten stellen unter anderem Funktionen zur Verfügung, die eine sichere und verlässliche Kommunikation zwischen Services und Geräten ermöglichen. Aber auch Funktionen, um Geräte zu verwalten bzw. zu aktualisieren oder die Geräteinformationen in existierende Enterprise-Anwendungen zu integrieren, werden von diesen Komponenten abgedeckt.

Ausblick

Als nächster Schritt soll das Projekt Eclipse Hono als Erweiterung in Kapua integriert werden. Hono ermöglicht die oben erwähnte sichere und verlässliche Kommunikation zwischen Services und Geräten. Auf seinem Blog spricht Ian Skerrett davon, dass auch Eclipse Mosquitto, Eclipse Leshan, Eclipse ACS und weitere Projekte aus dem Eclipse-IoT-Universum Services der neuen IoT-Cloud-Plattform werden könnten.

Die Kooperation von Bosch, Red Hat und Eurotech sei, so Skerrett, aber erst der Anfang einer langen Reise. Um die “ultimative” offene IoT-Cloud-Plattform zu realisieren, seien noch sehr viel mehr Unternehmen und Einzelpersonen nötig. Auch James Kirkland, Chief Architekt des Bereichs IoT bei Red Hat, sieht in einer starken Zusammenarbeit den Schlüssel zum Erfolg:

To best address the complexity of industrial IoT, solutions and infrastructure providers must maintain a high level of collaboration, which is really only sustainable through an open source community. The Eclipse Kapua project, started by joint work between Red Hat and Eurotech, provides this open and transparent community approach and aims to help solve the complexities of the IoT by providing the required level of interoperability, scale, and flexibility in open IoT platforms.

Weitere Informationen zur Kooperation von Bosch, Red Hat und Eurotech gibt es in der Pressemitteilung der Eclipse Foundation, der Pressemitteilung von Eurotech und dem Blog von Ian Skerrett.

Die drei Software-Stacks für IoT-Architekturen

Etwa zeitgleich mit der großen Ankündigung zur Zusammenarbeit mit dem Ziel einer offenen IoT-Cloud-Plattform hat die Eclipse IoT Working Group ein White Paper veröffentlicht. Übersichtlich und leicht verständlich legen die Mitglieder der IoT-Arbeitsgruppe dar, wie moderne IoT-Architekturen aufgebaut sind. Es wird außerdem klargestellt, welche Rolle Open Source für die Verfügbarkeit einiger der zentralen Software-Bausteine für die Implementierung von IoT-Lösungen spielt.

Der IoT-Stack für Cloud-Plattformen / Quelle: Blog v. Benjamin Cabé

Der IoT-Stack für Cloud-Plattformen / Quelle: Blog v. Benjamin Cabé

Da unterschiedliche IoT-Lösungen auch unterschiedliche Kernkomponenten benötigen, hat die Working Group drei Software-Stacks herausgearbeitet. Diese zeigen anschaulich, welche Features für welche Lösung benötigt werden. Unterschieden wird hierbei zwischen in ihrer Funktion beschränkten Geräten, IoT-Gateways und intelligenten Geräten sowie IoT-Cloud-Plattformen.

Tiefere Einblicke in das Thema gibt Benjamin Cabé auf seinem Blog. Das White Paper kann entweder von der Eclipse IoT Webseite heruntergeladen oder direkt hier gelesen werden:

Xtext 2.11 verschoben

Das ursprünglich für den 18. Oktober geplante Release von Xtext 2.11 wurde verschoben. Wie Dr. Miro Spönemann in der Mailing-Liste von Xtext ankündigt, wird die Veröffentlichung wohl im Dezember dieses Jahres oder im Januar kommenden Jahres erfolgen.

Zu den Gründen gibt Spönemann an, dass so mehr Zeit bleibt, eine reibungslose Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. Für Version 2.11 von Xtext wurde das Framework umfangreichen Restrukturierungsarbeiten unterzogen. Ein weiterer Grund ist die so entstehende Möglichkeit, eine vollständige Implementierung des Language Server Protokolls zu realisieren.

Die kommende Version von Xtext bringt wenige neue Features und ist eher ein Bugfix-Update. Ein Grund mehr, warum die Entwickler Wert darauf legen, wenigstens die Implementierung für das LSP vervollständigen zu können. Trotzdem ist es kein kleines Update, wenn man bedenkt, dass bereits über 230 Bugzilla– und GitHub-Issues bearbeitet wurden.

Zu den weiteren Problemen des aktuellen Updates und der Fragmentierung in acht Unterprojekte (wir berichteten) äußerte sich das Xtext-Team auf dem Blog der itemis AG. Entwickler, die die neue Version des Frameworks testen möchten, können sich die Beta von Xtext 2.11 herunterladen.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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