Neuigkeiten aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Interview mit Lars Vogel, der neue Eclipse Neon Splash Screen und die Ergebnisse der IoT-Umfrage

Dominik Mohilo

(c) shutterstock.com / solarseven

Nach der JAX ist vor der JAX…oder so. In der Konferenzpause hat sich einiges angesammelt, weshalb der wöchentliche Blick auf die Ereignisse im Eclipse-Universum ein wenig üppiger ausfällt: Neben dem exklusiven Interview mit Lars Vogel zu aktuellen Themen rund um unsere Lieblings-IDE gibt es den neuen Eclipse Neon Splash Screen zu bewundern, die Ergebnisse der großen IoT-Umfrage und Informationen zum derzeit laufenden „Great Fixes for Neon“-Wettbewerb.

Willkommen im Eclipse-Universum

Derek Toolan / Quelle: Eclipse Foundation

Derek Toolan / Quelle: Eclipse Foundation

Das Team der Eclipse Foundation hat seit einigen Wochen einen neuen System Administrator: Derek Toolan.

Ursprünglich aus dem schönen Irland hat er seinen Weg als Admin in die Eclipse-Welt gefunden. Wenn er nicht gerade Rad fährt oder sich die Welt anschaut, jubelt er seinem Fußballverein Manchester United zu.

Zu seinen Aufgaben im Eclipse HQ zählen die Wartung und die Konfiguration der Computersysteme, die für die Eclipse IT-Infrastruktur notwendig sind. Auch, dass die Systeme verlässlich laufen und das Servermanagement gehören zu seinem Verantwortungsbereich.

Derek wird außerdem in die Verwaltung und den Support der Community Domains und Devices involviert sein. Wir wünschen ihm viel Erfolg und viel Spaß mit seinen neuen Aufgaben in der Foundation!

Interview mit Lars Vogel auf der JAX 2016

Auf dem Eclipse Day der diesjährigen JAX hatte ich die Möglichkeit, Lars Vogel nach seiner Session zu interviewen. Über den Eclipse Day werde ich noch ausführlicher berichten, als kleinen Vorgeschmack gibt es hier das Video-Interview mit dem Leiter des Eclipse-Platform-UI-Projektes.

Eclipse Neon Splash Screen

Roxanne Joncas hat per Bugreport den neuen Eclipse Neon Splash Screen veröffentlicht, den wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten möchten:

Die Community ist voller Lob:

IOT Survey

Vor kurzem hat Ian Skerrett, Marketing Director der Eclipse Foundation, die Ergebnisse der diesjährigen IoT-Umfrage der Foundation veröffentlicht. Für die Umfrage hat sich die Eclipse IoT Working Group mit IEEE IoT und dem AGILE-IoT Wissenschaftsprojekt zusammengetan, um die Reichweite und die Teilnehmerzahl der Umfrage zu erhöhen. Dank dieser Partnerschaft konnte die Anzahl der Teilnehmer von 391 auf 528 erhöht werden.

Doch nicht nur die Anzahl der Teilnehmer ist gestiegen, auch die Analyse auf abweichende Daten zwischen den verschiedenen (IoT-)Communities konnte so untersucht werden. Ian Skerrett betont, dass diese Umfrage kein Abbild der gesamten IoT-Szene sein kann und man bei gewissen Themen eine gewisse Voreingenommenheit nicht ausschließen kann.

Von den etwas mehr als 500 Teilnehmern gaben 46 Prozent an, ihre Unternehmen würden bereits jetzt IoT-Lösungen entwickeln und ausliefern, während 29 Prozent damit in den nächsten 6 Monaten rechnen. Lediglich 14 Prozent der Teilnehmer arbeiten in Unternehmen, die keinerlei Pläne haben, in der Welt der IoT mitzumischen. Definitiver Platzhirsch im Bereich der IoT-Betriebssysteme ist Linux. Über 73 Prozent der Teilnehmer gaben an, Linux zu verwenden.

Die Frage nach den Schlüsselthemen wurde von etwa der Hälfte der Befragten mit „Sicherheit“ beantwortet, das gilt sowohl für Teilnehmer aus dem IoT-Umfeld, als auch bei Betrachtung der gesamten Ergebnisse. Knapp ein Drittel der Teilnehmer findet die Interoperabilität wichtig. Unternehmen, die im Pläne in Bezug auf das Internet of Things haben, machen sich zu 21 Prozent Sorgen um die Performance, insgesamt interessierte dieser Punkt lediglich 16 Prozent der Teilnehmer.

Schlüsselthemen / Quelle: Ian Skerretts Blog

Schlüsselthemen / Quelle: Ian Skerretts Blog

Die Top 3 der Programmiersprachen für das IoT sind Java (51.9%), C (47.7%) und JavaScript (41.8%). Python, C++ und Node.js sind mit einem durchschnittlichen Nutzeranteil von 33 Prozent noch gut dabei. Was die Message-Protokolle angeht, gibt es zwei klare Gewinner: HTTP mit 61.2 Prozent und MQTT mit 52.4 Prozent. Andere Protokolle wie CoAP, HTTP/2 und AMQP konnten (noch) sich nicht durchsetzen.

Für Ian Skerrett war die Frage nach dem Gedanken von Open Source wichtig. Erfreulicherweise gaben 58 Prozent der Befragten an, sich im Open-Source-Umfeld zu betätigen. Eine tolle Bestätigung für die Eclipse IoT-Community.

Ian Skerretts Zusammenfassung der Ergebnisse ist auf seinem Blog verfügbar, die Ergebnisse der letztjährigen IoT-Umfrage sind dort ebenso erhältlich, wie die Rohdaten als *.xls– oder *.ods-Datei.

Great Fixes for Neon

Das Projekt „Great Fixes for Neon“ ist ein Wettbewerb für Entwickler, die bei der Verbesserung eines (oder mehrerer) Projekte des Eclipse Neon Simultaneous Release helfen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Projekten, die die Desktopvariante der Eclipse IDE verbessern.

Bereits seit der Veröffentlichung von Eclipse Mars im Juni 2015 läuft der Wettbewerb, bei dem man sich nicht extra anmelden muss: Wer einen Patch für ein am SR teilnehmenden Projektes eingereicht hat, der vom Projekt angenommen wurde, ist bereits im Pool der möglichen Gewinner.

Wer noch teilnehmen möchte, muss seinen Patch bis zum 26. Mai 2016 einreichen, spätere Kontributionen können leider nicht akzeptiert werden. Preise gibt es natürlich auch: Zehn Android-Geräte werden vom Architecture Council an die Gewinner vergeben.

Alle Informationen zum Wettbewerb gibt es auf Wayne Beatons Blog und auf der Eclipse Webseite.

Erster Gewinner: Wie in der Ankündigung zu den Great Fixes auf Wayne Beatons Blog zu lesen ist, wird wöchentlich ein Gewinner verkündet: Der erste Sieger steht nun fest: Eric Williams. Eric macht derzeit ein Praktikum bei Red Hat und ist durch seine Arbeit einen Platz im Team des Projectes Eclipse SWT ergattert, sowie ein Samsung Galaxy S6 beim Great Fixes Wettbewerb gewonnen.

Ausgezeichnet wurde er unter anderem für seine Mitarbeit am GTK3-Binding der Eclipse Platform.

Herzlichen Glückwunsch, Eric!

WindowBuilder kurz vor dem Aus!

Das Tool WindowBuilder für die Entwicklung von Java-GUI-Anwendungen basiert auf SWT Designer und Swing Designer. Seit einiger Zeit ist das Tool Teil des Eclipse Release Trains und in der Eclipse DIE und vielen anderen Eclipse-basierten IDEs (bspw. RAD, RSA, MyEclipse, JBuilder) fest verankert. Besonderes Merkmal des Werkzeugs ist es, dass man nicht viel Zeit mit dem Schreiben von Code verbringen muss, sondern per Drag-and-Drop Funktionen hinzufügen kann. Der Java-Code wird dann von dem Tool selbst erstellt.

Der derzeitige Release Engineer, Mark Russell, hat im Eclipse Forum angekündigt, dass das Team derzeit eine Gruppe oder eine Einzelperson sucht, die den aktuelle Build von WindowBuilder zu Tycho konvertiert und den Releaseprozess übernimmt. Eric Clayberg, Projektleiter von WindowBuilder, hat ergänzt, dass generell derzeit Committer für das Projekt gesucht werden.

Ein kleiner Schritt für Python Scripting in Eclipse

Den Entwicklern von Kichwacoders ist es erstmals gelungen, das Kommando HELLO WORLD in Eclipse auszuführen. Verwendet für diesen Durchbruch wurden die Scripting-Umgebung EASE und die Referenzimplementation CPython. Damit hat das Team von Kichwacoders den ersten kleinen Beweis erbracht, dass Py4J die richtige Technologie ist, um Scripting über EASE for Eclipse möglich zu machen.

Hello World! / Quelle: Kichwacoders Blog

Hello World! / Quelle: Kichwacoders Blog

Dieser sogenannte kleine Schritt ist laut Kichwacoders der erste auf dem Weg zur Verwendung von Python für nie dagewesene Automatisierungen, sehr viel einfachere Erstellung von Erweiterungen für Eclipse und der Integration von Drittanbieterbibliotheken.

Die nächsten Schritte umfassen insbesondere das Testen verschiedener Szenarios und in Orbit die neueste Version von Py4J verfügbar zu machen. Auch das Plug-in EASE-Py4J soll fertig gestellt werden, und die vielen Sprachfeatures von Python sollen implementiert werden. Das Team von Kichwacoders ist zuversichtlich, dass es nun schneller und einfacher voran geht, kann aber gewisse Stolpersteine nicht ausschließen. Weitere Informationen gibt es auf dem Blog der Kichwacoders.

Tycho 0.25

Ein kleineres Update hat Eclipse Tycho erfahren. In der aktuellen Version (0.25) sind Indexdateien nun standardmäßig xz-komprimiert. Damit wird eine verbesserte Kompressionsrate erreicht, jar/xml-Indexdateien werden allerdings als Rückversicherung für die Kompatibilität mit Clients erhalten, deren Version älter ist als Mars p2.

Wenn Tycho zusammengefügte Qualifiers für Features berechnet, werden nun Timestamps erkannt. Diese können irgendwo im Qualifier von direkt eingefügten Features oder Bundles stehen. Folgende Formen werden erkannt:

  • yyyyMMddHHmm
  • yyyyMMdd-HHmm
  • yyyyMMdd

Zudem wurden sämtliche Bundles, die von Tycho intern verwendet werden (insbesondere p2) auf Neon M6 umgestellt. Dadurch benötigt Tycho zur Ausführung nun Java 8, eingeschränkte Ausnahmen gibt es durch die Verwendung von Maven Toolchains.

Eine vollständige Änderungsübersicht bieten die Release Notes von Tycho 0.25

Docker + Eclipse Che = Universelle Entwickler Workspaces

Das gemeinsame Arbeiten von Entwicklern und Nutzern an einem Programm wird möglich, wenn Workspaces universell sind. Es ist dann möglich „in-the-moment“ zu arbeiten. Diese „On-Demand Developer Workspaces“ verbessern den Workflow und liegen ganz im Sinne des agilen Ethos.
In einem Video vom Docker Meetup erklärt Tyler Jewell, CEO von Codenvy, wie man in Eclipse Che in Verbindung mit Docker und Docker Machine universelle Workspaces erstellt.

 

 

Aufmacherbild: The Moon covering the Sun in a partial eclipse. von Shutterstock.com
Urheberrecht: solarseven

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: