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Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Eclipse Public Licence 2.0, Probleme des Windows Themes & Red Hat größer als IBM

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Manche Dinge sind in Stein gemeißelt: In Deutschland gibt es keinen echten Sommer, der DHL-Mann kommt immer dann, wenn man nicht da ist, und das neue Simultaneous Release von Eclipse erscheint Ende Juni. Bislang galt auch IBMs Vorherrschaft als größter Contributor des Eclipse-Ökosystems als unumstößlich – das hat sich nun offenbar geändert. Außerdem haben wir uns die neue Eclipse Public Licence 2.0 angesehen und senden stellvertretend einen Hilferuf an die Windows-Nutzer von Eclipse…

Die Lizenz zum Coden: Eclipse Public Licence 2.0

Alles frisch macht der Herbst: Das Board of Directors der Eclipse Foundation und die Open Source Initivative (OSI) haben der neuen Eclipse Public Licence zugestimmt. Zwei Jahre lang hatten Mitglieder der Community mit den Verantwortlichen der Foundation an der neuen Lizenz gearbeitet, die nun endlich die leicht veraltete EPL v1 ersetzt.

Wie bereits in vergangenen Ausgaben berichtet, soll die EPL v2 die Nutzung der Lizenz außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika vereinfachen. Um dies zu gewährleisten, wurde die Referenz zum Gesetz des amerikanischen Bundesstaates New York entfernt. Die neue Lizenz ist zudem deutlich kompatibler mit anderen Open-Source-Lizenzen, insbesondere der GPL v2/v3, die dies mit der EPL v1 eher nicht waren. Die Folge dieser Inkompatibilität war es, dass eine Kombination von EPL- und GPL-Quelltext nur sehr schwer möglich war. Mit der neuen Eclipse Public Licence können Entwickler gleich zu Beginn ihrer Eclipse-Karriere festlegen, ob das Projekt mit GPL kompatibel sein soll.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Anpassung der Lizenz für Script-Sprachen wie JavaScript. Sie definiert nun eindeutig, was als Source Code gilt und stellt sicher, dass sämtliche Quellen immer unter der EPL v2 verfügbar sein müssen. Grundsätzlich wurde eine Modernisierung der Sprache und der Definitionen vorgenommen und die Lizenz wurde auf sämtliches Material ausgedehnt, das sich für ein Copyright eignet. Bislang galt die EPL v1 nämlich lediglich für Code und Dokumentation.

The new EPL v2 license was a tremendous community effort so I would like to thank everyone in the Eclipse community and the open source legal community who participated in the process. We believe the new EPL v2 license is an excellent license that protects the rights of contributors and communities but at the same time promotes widespread commercial adoption of open source technology. We look forward to having this as the new default license for Eclipse Foundation projects, and hope to see widespread adoption by other projects and communities as well.

— Mike Milinkovich

Was nun wichtig ist: Natürlich hat die Sache auch einen Haken. Sämtliche Projekte müssen nun geprüft und auf die neue Lizenz migriert werden. Das wird sicher Zeit kosten, aber es dient einem guten Zweck – immerhin wird dadurch die Welt der Open Source ein kleines bisschen offener.

Die Eclipse Public Licence Version 2.0 kann auf der Homepage der Eclipse Foundation eingesehen werden. Die offizielle Pressemitteilung ist dort ebenfalls verfügbar. Wer einen Vergleich zwischen den Lizenzen anstellen will, findet die EPL v1 hier.

Red Hat größer als IBM

Nun, die Headline ist selbstverständlich ein wenig reißerisch. Natürlich ist Red Hat mit etwa 10.000 Beschäftigten und gerade einmal etwas mehr als 2 Milliarden US-Dollar Umsatz kein Vergleich zu IBM. IBM hat um die 400.000 Mitarbeiter und immerhin knapp 80 Milliarden US-Dollar Umsatz zu verbuchen. Doch in einem wichtigen Punkt hat Red Hat IBM nun überholt: Durch die Übernahme von Codenvy ist das Unternehmen zum größten Contributor für Projekte der Eclipse Foundation geworden.

Viel hat sich getan, seit die Entwickler von IBM in den späten 1990er Jahren mit der Erschaffung dessen begannen, was wir heute als „Eclipse“ kennen. Natürlich wird Eclipse immer einen Platz im Herzen der IBMler haben, davon ist jedenfalls fest auszugehen, doch zeigt diese Entwicklung auch sehr schön, wie offen und breit und bunt die Eclipse Community mittlerweile ist – und wie groß.

Einen schönen Blick auf die Geschichte der Verbindung zwischen IBM und Eclipse gibt es übrigens auf dem Portal developerWorks von IBM.

Wir müssen reden… Eclipse Windows Theme

Wo wir gerade bei Red Hat waren: Mickael Istria, einer der aktivsten und bekanntesten Entwickler Red Hats, die im Eclipse-Universum unterwegs sind, hat in der Plattform-Mailing-Liste ein dringendes Problem angesprochen. Das Windows Theme hat den Ruf weg, wie er auf Twitter und über andere Kanäle recherchiert hat, hässlich, unsauber und unaufgeräumt auszusehen. Nutzer von Linux hätten da, seinen Erfahrungen nach, weniger zu meckern.

Bereits seit sieben Jahren existiert der Bug 325937, in dem sich darüber beklagt wird, dass es im Windows Theme schwer zu determinieren ist, welche Teile der Workbench gerade aktiv sind. Für das Linux Theme wurde bereits ein Fix eingepflegt, was generell positives Feedback hervorgerufen hatte. Für das Windows Theme wurden in der Vergangenheit entsprechende Bemühungen zwar vorgeschlagen, aber konnten sich nie endgültig durchsetzen.

Um das Theme nun auf Vordermann zu bringen und die User Experience in den Mittelpunkt zu rücken, sucht Mickael Istria aktuell nach Entwicklern, die sich mit der Thematik beschäftigen möchten. Ziel ist es offenbar, eine moderne Benutzeroberfläche für Windows zu schaffen, die nicht nur hübsch aussieht, sondern mit der Konkurrenz auch wirklich mithalten kann. Auch Leute, die Eclipse unter Windows einfach nur „benutzen“ werden gesucht, um eventuell Feedback zu geben. Wer sich dazu berufen fühlt kann sich entweder direkt bei Mickael Istria melden, oder eine Mail an dmohilo@sandsmedia.com schicken, ich vermittle dann gerne weiter 🙂

@EclipseJavaIDE: Tipp der Woche

Der Eclipse-Tipp der Woche wird in Zusammenarbeit mit Sopot Cela präsentiert, der unter dem Handle @EclipseJavaIDE Tag für Tag wertvolle Tipps und Tricks für die Nutzer der Eclipe IDE veröffentlicht.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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