Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: EE4J PMC Meeting #3, neue Foundation-Mitglieder & ein schwerer Abschied

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Der lange Winterschlaf von Eclipse Weekly ist hiermit offiziell beendet. Kaum erwacht, erreicht uns auch schon die Nachricht, dass das dritte PMC Meeting des EE4J-Projektes abgehalten wurde, wichtige Dinge standen auf dem Plan. Außerdem kann sich die Foundation über zwei neue Mitglieder freuen, während ein schwerer Abschied kurz bevorsteht…

EE4J PMC Meeting #3

Nicht nur die Community, auch das EE4J Project Management Council hat über den Namen für Java EE und Oracles klare Antwort auf den offenen Brief von Reza Rahman gesprochen. Die Namensvorschläge aus der Community wurden wie bereits angekündigt ausgewertet und evaluiert. Leider sieht es so aus, als seien die Auswahlmöglichkeiten bei der kommenden Abstimmung eher klein. Das liegt daran, dass viele der eingereichten Namen rechtliche Probleme was das Copyright angeht nach sich ziehen würden, die Liste der unbedenklichen Namen ist daher entsprechend gering. Nichtsdestotrotz wird die Wahl wohl in Kürze starten, vorher wird die Eclipse Foundation allerdings die letzten verfügbaren Kandidaten noch einmal ganz genau auf die rechtliche Unbedenklichkeit prüfen.

Das dritte Project Management Council Meeting fand am 9. Januar statt. Neben der Namensfrage wurde auch über andere Dinge gesprochen, unter anderem über die Probleme bei der Erstellung von GitHub-Repositorys, die allerdings nun gelöst sein sollen. Für zukünftige Projekte soll die Erstellung von Repositorys auf GitHub zügiger und eleganter vollzogen werden. Es muss zukünftig vor allem sichergestellt werden, dass Committer eines existierenden GitHub-Repositorys beim Umzug in ein neues Repo mitgenommen werden. Dies scheint bei einigen MicroProfile-Projekten Probleme verursacht zu haben.

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Contribution questionnaires (CQ) brauchen, so hat das PMC beschlossen, keinen gesonderten Prozess für die Abwicklung. Sie können von jedem Mitglied des PMCs bestätigt werden, lediglich bei Ausnahmefällen werden weitere Schritte notwendig werden.

Auch über die Lizensierungsprobleme wurde gesprochen, dies betrifft unter anderem Eclipse MicroProfile und Eclipse Ozark (MVC 1.0), also durchaus essentielle Projekte für EE4J bzw. Java EE. Die Sache ist, dass beide Projekte unter der Apache-2.0-Lizenz erschienen sind, was wiederum mit dem Lizensierungsschema für EE4J-Projekte kollidiert. Diese setzen die Lizensierung unter der EPL-2 + GPL-2 mit Classpath Exception voraus. Um eine möglichst gute Lösung zu finden, hat Wayne Beaton auf GitHub die Frage gestellt, warum dieses Lizensierungsmodell gewählt wurde.

Wie das Problem zukünftig und auch für die bereits bestehenden Projekte gelöst werden soll, muss das PMC nun entscheiden, allerdings wird dies frühestens im nächsten PMC Meeting beschlossen werden. Interessant ist an dieser Stelle allerdings viel mehr die Tatsache, dass bereits im PMC offiziell darüber gesprochen wird, MicroProfile unter den Schirm des EE4J-Top-Level-Projektes umzusiedeln.

Das Protokoll der Sitzung kann auf der Webseite der Eclipse Foundation eingesehen werden.

Goodbye, Ian Skerret

Nichts währt ewig. Auch wenn manche Dinge so aussehen, als seien sie untrennbar miteinander verbunden, ist es doch möglich, dass sie irgendwann auseinandergehen. So wird es in wenigen Tagen auch der Eclipse Foundation ergehen, dann nämlich wird Ian Skerrett das Haus verlassen. Seit Jahren war Ian Skerrett als Marketing-Chef der Organisation für die Unterstützung von Projekten und teilnehmenden Unternehmen bei der Verbreitung der tollen Dinge behilflich, die unter dem Dach der Foundation ablaufen. Er wiederum wurde dabei von der Community unterstützt, die die eigentliche Marketingmaschine für die Vielzahl von Eclipse-Projekten ist.

It is time to start looking for a new challenge. I am going to take some time to look for a new position. My passion is working with smart technologists to create and implement strategies to promote the market adoption of new technologies and solutions. Today there are some fascinating new technologies being introduced, like AI/ML, Blockchain/Distributed Ledgers, Cloud Native Computing, IoT, etc. It is an exciting time to work in the technology industry and I look forward to taking on a new challenge.

–Ian Skerrett

Die Gründe für seinen Abschied sind natürlich nachvollziehbar und der Zeitpunkt ist, wie er auch auf seinem Blog schreibt natürlich günstig. Schon andere prophezeiten, dass 2018 das Jahr der Eclipse Foundation werden wird – Ian Skerrett verlässt die Organisation also nicht in Zeiten von mangelnder Aufmerksamkeit oder fortdauerndem Schlummer, frei nach dem Motto: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“

Wir wünschen Ian Skerrett auf dem nächsten Abschnitt seiner Reise alles Gute und viel Glück!

Doug is having the blues

Kurz vor Weihnachten machte ein weiteres, langjähriges Mitglied der Eclipse Community via Twitter die Feststellung, dass das Jahr 2018 auch für ihn ein Jahr der Entscheidungen werden würde: Doug Schaefer, Leiter des CDT-Projekts.

In einem sich darauf beziehenden Eintrag auf seinem Blog sprach der Eclipse-Veteran davon, dass Language Server und der Vormarsch von Web-Technologien (auch für Desktop-Anwendungen), in diesem Jahr möglicherweise seinen Tribut fordern werde. Schaefer schließt seinen Blog-Post mit dem etwas kryptischen Satz: „I’ve done what I can to help keep things rolling but at the end of the day the community leads the way and I need to be honest with myself and my customers and go where they go.“ Ob sich mit Doug Schaefer in diesem Jahr ein weiteres bekanntes Gesicht von der Eclipse-Plattform ab- und Neuem zuwenden wird, bleibt noch abzuwarten, schade wäre es in jedem Fall.

Hazelcast und TÜV Süd treten der Eclipse Foundation bei

Das Unternehmen Hazelcast bietet unter dem gleichen Namen eines der führenden In-Memory-Data-Grids an. Zehntausende installierte Cluster und über 39 Millionen Serverstarts pro Monat machen es zu einem der größten Data Grids weltweit. Das Unternehmen trat vor Kurzem der Eclipse Foundation bei, im Fokus der Bemühungen wird die Arbeit an JCache, Eclipse MicroProfile und EE4J stehen. In Sachen JCache wird es vor allem darum gehen, die Popularität des JSRs (JSR-107) zu steigern. Dieser spezifiziert das API und die Semantik für temporäres in-memory Caching von Java-Objekten. Hazelcasts CEO, Greg Luck, ist seit 2007 Co-Spec-Lead und Maintenance Lead von „JCache – Java Temporary Caching API“. Schon vor dem nun neuen Status als Solution Member der Eclipse Foundation haben die Entwickler von Hazelcast sich im Projekt MicroProfile eingebracht, dies soll nun intensiviert werden.

For some time we have been successively working with the Eclipse Foundation on a number of open source projects. Given our work on Eclipse MicroProfile and the fact that Oracle has moved stewardship of Java EE technologies to the Foundation, we felt it was the right time to become even more involved. As a company we are fully committed to driving adoption of open standards, along with ensuring Java remains the premier enterprise software platform.

–Greg Luck, Hazelcast CEO

Als sogenannter „Driver Member“ ist auch der TÜV Süd nun Teil der Eclipse Foundation, genauer gesagt der openPASS Working Group. Weitere Informationen zu Hazelcasts Beitritt gibt es in der offiziellen Pressemitteilung von Hazelcast.

@EclipseJavaIDE: Tipp der Woche

Der Eclipse-Tipp der Woche wird in Zusammenarbeit mit Sopot Cela präsentiert, der unter dem Handle @EclipseJavaIDE Tag für Tag wertvolle Tipps und Tricks für die Nutzer der Eclipe IDE veröffentlicht.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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