Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Eclipse EE4J, Java 9 Support in Eclipse & Open IoT Challenge 4.0

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Seit feststeht, dass Java EE ein Eclipse-Projekt werden soll, Oracle aber die Namensrechte behalten wolle, brodelte die Gerüchteküche. Wie würde man Java EE bei Eclipse wohl nennen? Nun ist es raus: EE4J. Auch raus, im Sinne von veröffentlicht, ist die Unterstützung für Java 9 und bei der Open IoT Challenge 4.0 wird wieder die beste offene IoT-Lösung gesucht.

EE4J – Eclipse Enterprise for Java

Nachdem bereits seit zwei Wochen sicher ist, dass Java EE an die Eclipse Foundation gehen wird (JAXenter berichtete), ist nun auch das offizielle Projekt, inklusive des neuen Namens veröffentlicht und auf Eclipse.org angelegt worden: EE4J wird der neue Name von Java EE sein, das steht für „Eclipse Enterprise for Java“.

Damit sind auch sämtliche Namensdiskussionen endlich vom Tisch – 33vavr, Java Enterprise 4 Non-Spring-Users und Java Enterprise Suite for Users of Spring sind offenbar keine validen Alternativen in den Augen der Verantwortlichen gewesen. Doch stößt auch der offizielle neue Name nicht allseits auf Begeisterung:

Sei es drum, Java EE ist endlich im Eclipse-Universum angekommen, hoffentlich steht EE4J nun eine lange und glorreiche Zukunft bevor. Oracle kündige auf seinem Blog unterdessen an, dass sie bereits an einer FAQ arbeiten und man sich bereits in die Mailing-Liste eintragen solle, wenn man gerne an dem Projekt teilhaben möchte. Auch einen Twitter-Account gibt es bereits, dieser ist unter dem Handle @EclipseEE4J zu finden.

Auch Mike Milinkovich, Executive Director der Eclipse Foundation, hat zu dem Ereignis klare Worte auf seinem Blog gefunden:

Moving Java EE to the Eclipse Foundation is going to be an exciting and massive undertaking. It is a significant opportunity to use the Eclipse open development model to accelerate innovation in Java for enterprise and cloud native computing. We look forward to engaging with the millions of developers and organizations using Java EE.

Allein das Open-Source-Projekt GlassFish beinhaltet 130 GitHub-Repositories. Allein dieses in die Foundation zu überführen, inklusive sämtlicher Unterprojekte und sie dem Eclipse Development Process zu unterzuordnen, wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Es muss zudem noch genau definiert werden, wie die Community mit den Technology Compatibility Kits (TCKs) interagieren wird, eine Infrastruktur für die Weiterentwicklung und das Testen von EE4J ist ebenfalls noch aufzubauen. Schließlich und endlich gilt es einen neuen Spezifizierungsprozess unter der Aufsicht der Eclipse Foundation zu etablieren. Es ist also noch viel zu tun.

Weitere Informationen zu EE4J gibt es in der offiziellen Draft Charter, dem Blog von Mike Milinkovich, dem Blog von Oracle und der offiziellen Mailing-Liste zu EE4J.

Java 9 in Eclipse

Ab 11. Oktober wird Eclipse Oxygen.1a zur Verfügung stehen und mit dieser Version kommt auch die vollständige Unterstützung für Java 9. Voraussetzung für den bereits aktuell über den Marketplace erhältlichen Java 9 Support für Oxygen ist Eclipse Oxygen 4.7 oder neuer, allerdings ist kein Wechsel auf die JVM in Version 9 nötig – die Unterstützung von Java 9 funktioniert auch mit Version 8 der JVM in Eclipse. Natürlich benötigen Entwickler, die Java 9 nutzen möchten, das JDK 9, aber das versteht sich ja eigentlich von selbst.

Der Java 9 Support aus dem Marketplace fügt das JRE und JDK 9 hinzu und enthält die Unterstützung für die JavaSE-9 Ausführungsumgebung. Es ist zudem mit der Installation des Updates möglich, Java- und Plug-in-Projekte zu erstellen, die das JRE oder das JDK 9 nutzen sowie die Kompilierung von Modulen, die Teil eines Java-Projektes sind.

Herunterladen kann man sich den Support für die Eclipse Java Development Tools (JDT) direkt aus dem Marketplace, die vollständige Unterstützung von Java 9 kommt dann am 11. Oktober mit Eclipse Oxygen.1a. Beispiele für die Arbeit mit Java 9 in Eclipse gibt es im Wiki von Eclipse.

Open IoT Challenge 4.0

Die Eclipse IoT Working Group hat zur vierten offiziellen Eclipse Open IoT Challenge aufgerufen. Ziel dieses Wettbewerbs ist es, mithilfe von offenen Technologien interessante und spannende IoT-Lösungen zu erstellen. Da das Internet of Things besonders in der Industrie eine große Rolle spielt, sollte das Projekt also einen praktischen Nutzen für eine (oder mehrere) Branchen darstellen.

Im letzten Jahr gewann das Projekt InMoodforLife, eine Anwendung zur Überwachung und Analyse der Schlafmuster von Menschen, die an einer bipolaren Störung leiden. Die IoT-Lösung besteht aus einem Raspberry Pi und einem Standardgerät für die Schlafüberwachung. Die Software selbst basiert auf Eclipse Vert.x und Warp 10.

Wie im letzten Jahr müssen die Proposals einige Anforderungen erfüllen:

  1. Das Projekt braucht einen Namen.
  2. Es muss klar sein, welche offenen Technologien genutzt werden sollen.
  3. Die Branche, für die das Projekt von Nutzen sein soll, muss aufgeführt werden.
  4. Eine Übersicht, wie die Lösung am Ende funktionieren soll, muss enthalten sein.
  5. NEU! Ein YouTube-Video oder ein Posting auf einem Blog muss nun ebenfalls Teil des Proposals sein. Darin sollen die Macher erklären, weshalb ihr Proposal es verdient, in die Top 10 aufgenommen zu werden.

Der letzte Punkt ist dabei besonders wichtig, denn nur die zehn besten Einreichungen werden mit einem Starter Kit ausgestattet, um ihre Lösung auch wirklich zu bauen. Die Veranstalter empfehlen, besonderen Fokus darauf zu legen, Projekte aus dem Eclipse-IoT-Universum wie Vorto, SmartHome, Unide usw. zu nutzen. Auch die Verwendung von Cloud Foundry, OpenShift, Apache Spark oder Camel wird nahegelegt. Offene IoT-Standards wie MQTT, CoAP, LWM2M oder OPC UA sind natürlich auch hilfreich.

Die Veranstalter gehen davon aus, dass die Teilnehmer über ihre Arbeit an den Projekten bloggen, Videos oder Code-Beispiele veröffentlichen – kurz: Die Community an ihrem Fortschritt teilhaben lassen.

Eclipse Open IoT Challenge 4.0 Deadline / Quelle: Eclipse Foundation

Regeln & Fristen

Bewertet werden die eingereichten Projekte danach, wie gut sie sich für den Einsatz in spezifischen Industriezweigen einsetzen lassen (bspw. Smart Cities, Industrie 4.0, Remote Health). In die Bewertung fließt auch die Fertigstellung der Lösung mit ein – Projekte die über einen groben ersten Entwurf kaum hinausgehen werden es schwerer haben, als komplett fertiggestellte Lösungen. Wer sich nur auf kommerzielle Produkte und Technologien verlässt, wird ebenfalls nicht so gut bewertet werden wie Projekte, die auf offene Standards und Technologien setzen. Und, wie bereits oben erwähnt, ist die Einbindung der Community in den Verlauf des Projektes ein Bewertungskriterium.

Teilnehmen darf an der Open IoT Challenge 4.0 jeder über 18 Jahre. Die eingereichte IoT-Lösung muss neu sein und eigens für diesen Wettbewerb erstellt worden sein. Es können natürlich Teams antreten, doch mögliche Preise werden der initialen Kontaktperson zugesandt, nicht jedem Teammitglied.

Einzusenden sind die Proposals bis 13. November. Am 27. November, also zwei Wochen nach dem Teilnahmeschluss, werden diejenigen Projekte verkündet, die in den Genuss eines Starter Kits kommen werden. Der Einsendeschluss für den endgültigen Lösungsansatz ist der 13. März 2018. Am 30. März werden schließlich die Gewinner verkündet.

Preise

Natürlich gibt es auch wieder etwas zu gewinnen. Der Preispool beträgt auch diesmal wieder über 20.000 Euro und verteilt sich auf die Ränge wie folgt: Der erste Preis enthält einen Geschenkgutschein im Wert von 3.000 Euro für einen Online-Shop, der offene Hardware und Elektronik verkauft. Dazu kommt ein Gutschein im Wert von 1.000 Euro für den Besuch eines Eclipse Events im Jahr 2018 und eine professionelle Reactive-Blocks-Lizenz im Wert von 4.800 Euro. Wer den zweiten Platz belegt, kann sich immer noch über eine 1.000 Euro Gutscheinkarte für besagten Online-Shop freuen und erhält ebenfalls die Lizenz. Diese erhalten auch die Drittplatzierten, die zudem noch einen 500 Euro Gutschein für das Elektronik-Shopping bekommen.

Gesponsort wird das Event von Bitreactive, Contact Software, Eurotech, Red Hat, Sierra Wireless und der Eclipse IoT Working Group. Hier geht es direkt zur Anmeldung für das Even, alle wichtigen Informationen können Interessierte auf der offiziellen Webseite zur Eclipse Open IoT Challenge 4.0 finden.

@EclipseJavaIDE: Tipp der Woche

Der Eclipse-Tipp der Woche wird in Zusammenarbeit mit Sopot Cela präsentiert, der unter dem Handle @EclipseJavaIDE Tag für Tag wertvolle Tipps und Tricks für die Nutzer der Eclipe IDE veröffentlicht.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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