Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Zoff um den Eclipse Oxygen Splash Screen

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Die Vorweihnachtszeit ist für viele Familien eine Geduldsprobe und eine Zeit des Zankens. So auch für die große Eclipse-Familie: Es gibt Ärger bei der Findung eines Splash Screens für Eclipse Oxygen. Außerdem in dieser Woche: Ein neuer Web-Entwickler für die Eclipse Foundation und warum Java die beste Plattform für IoT-Anwendungen ist.

Eclipse Oxygen: Familienzoff an Weihnachten?

Wer kennt das nicht? Vor Weihnachten trifft sich die ganze Familie für die vermeintlich besinnliche Zeit, dann geht plötzlich alles den Bach runter: Irgendjemand gibt einen flotten Spruch von sich oder vertritt eine fragwürdige Meinung und schon ist der Krach in vollem Gange. Meist rauft man sich dann zum Fest zusammen, doch bis dahin laufen einige Gemüter heiß und es herrscht dicke Luft.

Leichte Irritationen gibt es offenbar auch in Bezug auf den neuen Splash Screen für Eclipse Oxygen. Bei der Unterhaltung im Bugzilla Item #503070 schwingt jedenfalls ein wenig negative Stimmung mit. Doch zäumen wir das Pferd nicht von hinten auf und fangen ganz am Anfang an. Wie wir bereits berichteten, hatte JAXenter-Autor und Eclipse-Experte Holger Voormann Anfang Oktober die ersten Entwürfe für den neuen Eclipse Splash Screen erstellt und der Community vorgelegt.

Vorschlag für den Eclipse Oxygen Splash Screen / Holger Voormann

Vorschlag für den Eclipse Oxygen Splash Screen / Holger Voormann

Das Feedback war durchaus positiv, auch wenn sich manche Wünsche vermutlich auch zukünftig eher nicht erfüllen lassen werden (etwa Blubbergeräusche beim Start von Eclipse). Die nun im Raum stehenden Probleme kamen auf, als Kat Hirsch, basierend auf Holgers Voormanns Entwürfen, einige neue Vorschläge und Entwürfe vorstellte. Sie gab die in der Diskussion aufgekommene Frage von Mickael Istria, ob im Splash Screen überhaupt Eclipse oder nicht besser Eclipse IDE stehen sollte, an Director of Open Source Projects Wayne Beaton weiter, das Schicksal nahm seinen Lauf.

Optisch getrennt

Nicht nur solle seiner Meinung nach im Splash Screen Eclipse IDE anstatt einfach nur Eclipse stehen, sondern auch das Logo der Eclipse Foundation solle nicht mehr genutzt werden. Das Logo der Eclipse Foundation steht seit 15 Jahren für die Entwicklungsumgebung Eclipse und die Foundation selbst macht Werbung damit für ihr Produkt. Nun sollen offenbar ganz andere Zeiten anbrechen, abgebildet dadurch, dass Foundation und das Kernprodukt optisch voneinander getrennt werden.

Vorschlag für den Eclipse Oxygen Splash Screen / Kat Hirsch

Vorschlag für den Eclipse Oxygen Splash Screen / Kat Hirsch

Die Krux an der Sache ist, dass Eclipse als Name in erster Linie mit der Entwicklungsumgebung und dem „Produkt“ in Verbindung gebracht wird. Auch das Logo der Foundation wird in vielen Publikationen stellvertretend für die Entwicklungsumgebung genutzt (bei uns zuletzt etwa im IDE-Vergleich von Marco Schulz). Diese Verbindung wird deutlich, wenn man sich den Wikipedia-Eintrag zu Eclipse ansieht, wie Holger Voormann zu bedenken gab.

Auf Gegenliebe stößt die Meinung von Wayne Beaton jedenfalls nicht. Selbst erfahrene Eclipse-Veteranen wie Lars Vogel (Platform Lead) und Dani Megert (Eclipse JDT Lead) sind nicht der Meinung, dass es sinnvoll wäre, das Eclipse Logo nicht mehr für die Entwicklungsumgebung zu nutzen.

Happy End?

Hier in der Redaktion sind wir ebenfalls der Meinung, dass eine Änderung des Logos für die Entwicklungsumgebung Eclipse etwa dem Verzicht des VW-Logos auf den Autos von Volkswagen entsprechen würde. Sinnvoller wäre es, wenn eine optische Trennung unbedingt gewollt wird, Voormanns Vorschlag umzusetzen, ein neues Logo für die Foundation hinter Eclipse zu finden. Durch die aktuellen Entwicklungen der einzelnen Working Groups sind das Eclipse-Universum und die Mitgliederzahlen der Eclipse Foundation gewachsen, vielleicht könnte sich an dieser Stelle für ein Rebranding der Foundation ansetzen lassen.

Fakt ist und bleibt, dass der Name Eclipse und das Logo mit der Entwicklungsumgebung unzertrennlich verknüpft werden. Dieser Einschnitt ist – genau wie der Wunsch das Namensschema maßgeblich zu ändern – kontraproduktiv, wenn man die Marke Eclipse stärken und das Kernprodukt marktwirksam in Szene setzen möchte. Trotzdem hoffen wir, dass sich zum Fest, wie im wirklichen Leben, dann doch wieder alle in den Armen liegen werden.

Willkommen im Eclipse-Universum

Darrell Armstrong / Quelle: Eclipse Foundation

Darrell Armstrong / Quelle: Eclipse Foundation

Die Eclipse Foundation kann sich über weiteren Zuwachs freuen: Seit einigen Wochen ist Darrell Armstrong Mitglied des Teams, das für die Web-Entwicklung zuständig ist. Neben der Arbeit und seiner Familie, hat Darrell Armstrong eine große Leidenschaft: das Kochen. Sein Ansporn ist es, perfekte hausgemachte Pizzas, Brote und Eintöpfe zu backen bzw. zu kochen. Manchmal findet er neben diesen zeitraubenden Aktivitäten auch noch Zeit, Spiele zu entwickeln, Getränke zu brauen und sich mit allem zu beschäftigen, was das Präfix 3D hat. Außerdem interessiert er sich sehr für nachhaltige Forstwirtschaft.

Wir wünschen ihm viel Erfolg in der Eclipse Foundation!

Java und das IoT

In der letzten Ausgabe von Eclipse Weekly berichteten wir über das aktuelle Virtual IoT Meetup, das von der Eclipse IoT Working Group veranstaltet wird. Gestern war es dann soweit: Simon Ritter hielt sein Webinar 10 Reasons Why Java Is The Best Platform For Developing IoT Applications. Für alle, die es verpasst haben, gibt es auf YouTube einen Video-Mitschnitt davon:

Abstract:

The Java platform has many merits that make it an obvious choice for developing IoT applications. In this webinar, we’ll walk through the top ten reasons why you would want to use Java and Zulu Java, especially when building gateways with the Eclipse Kura project or developing home automation using the Eclipse SmartHome framework. The Zulu JDK is a freely available build of the OpenJDK project source code, which has passed all relevant tests certifying it as fully Java SE compliant. The webinar will also explain how the Zulu JDK can be used in embedded applications using either Intel or ARM-based architectures.

SimonRitterSimon Ritter ist Deputy CTO bei Azul Systems. Zuvor war er als Java Technology Evangelist bei Oracle angestellt. Auf Twitter ist der Java-Enthusiast unter dem Handle speakjava zu finden.
 

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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