Suche
Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: DLR tritt Eclipse Foundation bei, Che 5.4 & Java 9 Readiness

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Na, ist Ihr Eclipse-Projekt bereits fit für Java 9? Wissen Sie nicht? Das wird aber wohl noch diesen Sommer akut. Bei uns erfahren Sie, wie Sie es checken. Noch akuter sind in dieser Woche bei Eclipse Weekly der Beitritt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zur Eclipse Foundation, das Update auf Eclipse Che 5.4 und der Mitschnitt des letzten virtuellen Meetups der IoT Working Group.

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt tritt der Eclipse Foundation bei

Wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf ihrem Portal mitteilte, ist die Forschungseinrichtung seit diesem Jahr Mitglied der Eclipse Foundation. In der Position eines sogenannten Solution Members wird das Luft- und Raumfahrtzentrum zukünftig wissenschaftliche Anwendungen den Mitgliedern der Community und ihren Industriepartnern auf der ganzen Welt quelloffen zur freien Nutzung zur Verfügung stellen.

Industriepartner können so gemeinsam mit den Mitgliedern der Eclipse Community die Weiterentwicklung der Anwendungen vorantreiben, sie speziell auf die jeweiligen Anforderungen ausrichten und finanziell unterstützen. Professor Karsten Lemmer, Direktor des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik erklärte dazu:

Der Beitritt zur Eclipse Foundation bietet dem DLR die Möglichkeit, sich direkt mit Industriepartnern zu vernetzen, um Softwarelösungen für den Kunden maßgeschneidert erarbeiten und anbieten zu können.

Wie auch andere Solution Member wird das DLR seine Anwendungen unter der Eclipse Public License veröffentlichen. Damit ist sichergestellt, dass die Kernanwendung einer Software immer gesamtheitlich mit seinem Quellcode allen Nutzern zugänglich ist. Basierend auf diesem Fundament kann dann jeder auch Closed-Source-Module entwickeln.

Das erste Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, das im Eclipse-Universum eine neue Heimat findet, ist die Simulationssoftware SUMO. Sumo steht für Simulation of Urban Mobility und wurde im DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik entwickelt. Mit SUMO können Nutzer den Straßenverkehr unter Einbeziehung der Verkehrsnachfrage und der Verkehrssteuerungsinfrastruktur visuell nachbilden.

Lesen Sie auch: Neu im Eclipse-Universum: Apogy – das Framework für Reisen ins All und mehr

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt enthält die Simulationssoftware diverse Werkzeuge etwa für die Verkehrsumlegung oder zur Berechnung von Schadstoffemissionen. Innerhalb einer Collaborative Working Group soll die Weiterentwicklung dieses Tool-Sets schließlich, gemeinsam mit den Industriepartnern, innerhalb der Foundation bis zur Fertigstellung einer industrietauglichen Simulationsplattform vorangetrieben werden, berichtet Dr. Robert Hilbrich, Projektleiter von SUMO.

Auch Mike Milinkovich, Direktor der Eclipse Foundation, freut sich über die neue Zusammenarbeit. Für die Eclipse Foundation eröffnet die Mitgliedschaft des DLR natürlich auch ganz neue Themenbereiche, die derzeit noch nicht abgedeckt werden.

Wir freuen uns, mit dem DLR eine wichtige europäische Forschungsorganisation als neues Mitglied der Eclipse Foundation begrüßen zu dürfen. Wir erhoffen uns von unserem neuen Mitglied, dass es unsere stark wachsenden Softwaretechnologien im Bereich Mobilität, Verkehr und Automotive um weitere wichtige Komponenten erweitern wird.

–Mike Milinkovich

Weitere Informationen zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gibt es auf deren Webseite, alles zum Beitritt zur Eclipse Foundation gibt es hier. Wer sich näher mit dem Projekt SUMO beschäftigen will, für den lohnt sich ein Besuch auf der Projektseite.

Java 9 Readiness

Im Sommer ist es aller Voraussicht nach soweit: Java 9 wird veröffentlicht. Damit sämtliche Projekte, die dem Eclipse Oxygen Release Train angehören, bereit für das Update sind, wurde im Eclipse Wiki eine Seite eingerichtet, die alle relevanten in diesem Zusammenhang auflistet.

Für Projektleiter hält dieser Wiki-Eintrag außerdem eine Guideline bereit, wie sie ihr Projekt daraufhin prüfen können, ob es Java 9 ready ist. In einer Tabelle wird festgehalten, welche Projekte mit Java 9 kompatibel sein und welche Java 9 supporten werden. Das Eclipse Projekt (Platform, JDT, PDE) und EclEmma sind bereits getestet und fit für die neue Java-Version.

Eclipse Che 5.4

Nach dem im letzten Monat erschienenen größeren Update auf Version 5.3 ist Eclipse Che 5.4 erwartungsgemäß klein. Dennoch ist die Aktualisierung keineswegs unnötig oder als reines Bugfix Release einzuordnen, denn zwei neue Diagnose-Tools haben es ins neue Release geschafft. Diese sollen Nutzern zukünftig helfen, Fehler bei der Verbindung zum Server oder beim Starten von Workspaces zu finden.

Diagnostics-Button im Dashboard / Quelle: Che Blog

Im User Dashboard gibt es hierfür einen neuen Button. Durch einen Klick auf diesen wird eine Reihe von Workspace-Verbindungstests zwischen dem eigenen Browser und Eclipse Che in Gang gesetzt. Im Diagnosebereich des Dashboards kann man testen, ob Ports blockiert, Firewalls existent oder Probleme bei der Netzwerkverbindung vorhanden sind. Zudem wird dort getestet, ob es Websocket-Probleme gibt, die das Starten von Codenvy-Workspaces verhindern.

Da diese Tests vom Client zum Server und Workspace ausgeführt werden, können sie Fehler herausfinden und anzeigen, die herkömmliche Starttests übersehen. Nutzer können nun außerdem über das Dashboard direkt Workspaces stoppen, während sie noch starten. Auch neu ist die Möglichkeit, Container von Eclipse Che unter einer anderen User Identity laufen zu lassen.

Eine detaillierte Übersicht über sämtliche Änderungen des aktuellen Updates von Eclipse Che findet sich, wie immer, auf dem Che Blog.

Das neue Diagnose-Tool / Quelle: Che Blog

Eclipse IoT: Lösungen für das IoT visuell entwickeln

Die Entwicklungsumgebung Reactive Blocks verfolgt den Ansatz visueller Modelle für die Entwicklung von Anwendungen. Dabei werden formale Modellanalyse, automatisierte Code-Generierung sowie hierarchisches Modelling unterstützt; für die Java-Plattform ist eine große Bibliothek mit nützlichen und sofort einsetzbaren Komponenten vorhanden.

In diesem virtuellen Meetup bespricht Tim Jagenberg von Bitreactive die Möglichkeiten der visuellen Entwicklung in Bezug auf das Internet of Things. Die Zuschauer erfahren, wie die formale Analyse von Anwendungen dabei helfen kann, zustandsorientierte Anwendungen zu entwickeln. Gezeigt wird auch, wie man eine solche Anwendung schnell in die Plattform Eclipse Kura implementiert und in ein IoT-Gateway deployt.

Tim Jagenberg studierte Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart. Seinen Doktor machte er im Bereich der rechnergestützten Entwicklung an der Technischen Universität in Darmstadt. Nach seinem Engagement bei Marintek – SINTEF arbeitet er nun bei Bitreactive. Auf Twitter ist er unter dem Handle @3xbifdvgpsay unterwegs, sein Blog ist unter tim.jagenberg.info zu finden.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.