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Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Deeplearning4j, EE4J & der Tipp der Woche

Dominik Mohilo

© Sutterstock.com / solarseven

Über ein dröges Jahr kann sich die Eclipse Foundation 2017 sicher nicht beschweren. Viele interessante Projekte sind dabei, Wurzeln zu schlagen, zu blühen und zu gedeihen. Das derzeit wichtigste Projekt ist sicher EE4J, bzw. Java EE, weshalb ein Status-Update diese Woche nötig ist. Die Community und das Eclipse-Universum wachsen allerdings auch abseits davon: Einer der interessantesten Neuankömmlinge ist das Projekt Deeplearning4j. Und natürlich gibt es wieder den Eclipse-Tipp der Woche.

Willkommen bei Eclipse, Deeplearning4j

Das Toolkit Deeplearning4j war schon von je her Open Source und damit für jeden frei verwendbar. Mittlerweile hat es sich zu so etwas wie einem De-facto-Standard für die Entwicklung von Java-Anwendungen, die (auch) auf Künstliche Intelligenz zurückgreifen. Vor Kurzem hat Deeplearning4j den Inkubator verlassen und ist nun ein vollständiges Eclipse-Projekt: Eclipse Deeplearning4j.

In einem Artikel zu diesem Schritt betont Chris Nicholson, CEO von Skymind und Erfinder von Deeplearning4j, dass vor allem die große Eclipse Community einer der Beweggründe bei der Entscheidung war, das Toolkit dort anzusiedeln. Auch die immer größere Rolle, die die Eclipse Foundation in Bezug auf Java (und Java EE) spielt, war natürlich ebenfalls ausschlaggebend.

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Das Toolkit umfasst eine ganze Reihe von Tools und Libraries, wobei den Kern natürlich die Bibliothek Deeplearning4j selbst bildet (geschrieben in Java und Scala), inklusive einer DSL für das Erstellen neuronaler Netzwerke, die mit Datenpipelines, Hadoop und Spark integriert werden. Entwickler sind dabei allerdings nicht ausschließlich auf Java festgelegt: Deeplearning4j kann auch mit Scala und Clojure genutzt werden. Die Library ND4J bringt n-dimensionale Arrays für Java und eine Tensor-Bibliothek, mit der Tensor-Vorgänge zur Verfügung gestellt werden. Außerdem enthält ND4J den Support für verschiedene Hardwareplattformen.

Weitere Informationen zu Deeplearning4j gibt es auf GitHub und auf der Webseite des Projektes. Immer auf dem aktuellen Stand kann man bleiben, wenn man dem Projekt auf Twitter folgt.

Herbstlicher Frühjahrsputz

Wie Christopher Guindon berichtet steht bei Eclipse ein großer Frühjahrsputz an – und das mitten im Herbst! Damit ist gemeint, dass einige zum Ausbau deklarierte Komponenten von eclipse.org-common das Zeitliche segnen werden. Eine dieser Komponenten ist etwa die Unterstützung für das Eclipse Nova Theme, das nach dem großen Redesign in 2014 als „deprecated“ getaggt wurde.

Ersetzt wurde das Eclipse Nova Theme durch das Eclipse Solstice Theme, das ab dem 5. Dezember der Standard für alle Webseiten werden wird, die derzeit noch auf Nova aufsetzen. Das betrifft die folgenden Webseiten:

Dieser geplante „Bugfix“ kann im Bugzilla der Foundation diskutiert werden. Zu den weiteren geplanten Aufräumarbeiten gehören das Entfernen von yui (Bug 526824), Services_JSON (Bug 526825) sowie JQuery (Bug 526826) aus eclipse.org-common.

EE4J – Status-Update

Dass Java EE seine Reise ins Eclipse-Universum angetreten hat, ist nun keine heiße News mehr. Jeder, der sich in den letzten Wochen auch nur ein wenig mit dem Thema befasst hat weiß, dass mittlerweile das Top-Level-Projekt EE4J erstellt und der Umzug im vollen Gange ist. Natürlich war auch auf der EclipseCon Europe 2017 das Thema EE4J eines der beliebtesten und am heftigsten diskutierten – Grund genug für eine Paneldiskussion mit prominenten Teilnehmern.

Paneldiskussion: Opening Up Java EE

Mike Milinkovich, Executive Director der Eclipse Foundation, lud zum Gespräch und es folgten David Delabassée sowie Dmitry Kornilov von Oracle, Heiko Rupp von Red Hat und Kevin Sutter von IBM. Sie brachten die Teilnehmer auf den aktuellen Stand der Dinge, standen für Fragen zur Verfügung und waren sich in einigen Punkten ganz offensichtlich nicht so ganz vollständig einig. Insbesondere Mike Milinkovichs Traum, Java ganz ohne Oracle entwickeln zu können, stieß bei den Vertretern des Unternehmens eher auf Skepsis.

Die gesamte Paneldiskussion kann nun im YouTube-Channel der Eclipse Fondation oder direkt hier bei uns angesehen werden.

Was es sonst noch Neues gibt

Sehr viele Neuigkeiten gibt es vorerst nicht. Wie der Paneldiskussion zu entnehmen ist, wird die erste Version der ersten Enterprise Edition von Java unter dem Schirm der Eclipse Foundation so ziemlich Java EE 8 entsprechen. Pünktlich zur EclipseCon wurde auch die Projektcharta vom Board of Directors angenommen.

Eine weitere Neuigkeit, die bisher in unserer Berichterstattung unerwähnt blieb, ist die Ernennung Ivar Grimstads zum Leiter des Project Management Committees (PMC). Ivar Grimstad zeichnet außerdem dafür verantwortlich, den Model View Controller (MVC 1.0) zur Eclipse Foundation zu überführen. Neben Ivar sind die folgenden Personen Mitglieder des PMC für EE4J:

  • Kevin Sutter, IBM
  • Dmitry Kornilov, Oracle
  • Steve Millidge, Payara
  • Mark Little, Red Hat
  • David Blevins, Tomitribe

Mark Little verdeutlichte in der Mailing-Liste der EE4J Community, dass Red Hat jetzt und auch in Zukunft weiterhin hinter Java EE und dem Projekt EE4J stehen wird.

For the avoidance of doubt and for those who haven’t been paying attention 🙂 Red Hat is committed to working for the continuing success of Java EE and now EE4J. We intend to put forward various individuals who may be relevant to lead various JSRs if no other appropriate community members step forward as well as the JSRs we lead currently. When the time is right (note, when not if) we’ll also work to ensure EE4J and Eclipse MicroProfile collaborate in a meaningful manner and hopefully „merge“ in whatever way is appropriate and determined by both communities.

–Mark Little, Red Hat

Ein ähnliches Statement gab kurze Zeit vorher auch Kevin Sutter für IBM ab. Das Unternehmen habe Jahre an Arbeit in die Entwicklung von Java EE gesteckt und wolle auch künftig die Arbeit in den jeweiligen Java EE Expert Groups fortsetzen:

IBM has been an active participant in many of the Java EE expert groups in the past and we plan to continue to participate in similar „expert groups“ under the Eclipse umbrella. We have also identified a few key technologies that we feel are instrumental to the success of Java microservices — jax-rs, json-b, json-p, and security. If the EE4J community does not produce or nominate leaders for these technologies, then we would be happy to provide a leadership role. Regardless, we will continue to participate in these respective communities (and several others).

–Kevin Sutter, IBM

EE4J – ein guter Name?

Obwohl EE4J nach wie vor lediglich als Name des Top-Level-Projektes für Java EE bei der Eclipse Foundation gilt, haben wir euch die Frage gestellt, ob der Name auch als Ersatz für Java EE herhalten könnte. Über 700 Personen haben an unserem Quickvote teilgenommen und eine klare Nachricht übermittelt: EE4J ist in den Augen der Community keinesfalls ein adäquater Namensersatz für Java EE. Mit 77 Prozent (562 Votes) fällt dieses Urteil recht eindeutig aus; lediglich 23 Prozent der Teilnehmer (165 Votes) finden EE4J gar nicht so schlecht.

Bislang gehen andere Dinge, insbesondere natürlich der Umzug, vor. Darum ist die Namensdiskussion noch nicht in vollem Gange. Es dürfte allerdings weiterhin spannend bleiben, wie das Kind denn letztlich heißen wird. Was sind eure Ideen und Vorschläge dazu? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

@EclipseJavaIDE: Tipp der Woche

Der Eclipse-Tipp der Woche wird in Zusammenarbeit mit Sopot Cela präsentiert, der unter dem Handle @EclipseJavaIDE Tag für Tag wertvolle Tipps und Tricks für die Nutzer der Eclipe IDE veröffentlicht.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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