Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Ralph Mueller im Interview, die neue Arduino-IDE und eine UI-Schönheitskur

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Der Sommer hat nun endlich auch unsere Gefilde erreicht und lockt mit seinen Temperaturen. Doch auch im Eclipse-Universum gibt es einiges zu entdecken, zum Beispiel die neue Entwicklungsumgebung für Arduino. Zudem hat die Nutzeroberfläche von Eclipse ein paar Schönheitskorrekturen bekommen und wir hatten die Gelegenheit, Ralph Mueller zu interviewen.

Willkommen im Eclipse-Universum

Frederic Gurr

Frederic Gurr

Erneut ist das Team der Eclipse Foundation gewachsen: Auf Twitter wurde Frederic Gurr als neuer Release Engineer vorgestellt. Zu seinen Aufgaben gehört die Unterstützung in den Bereichen Build- und Release-Prozess.

In seiner Freizeit kann man Frederic beim Kitesurfen an der holländischen und spanischen Küste finden. Außerdem baut er leidenschaftlich Quadcopter und testet ihre Flugeigenschaften und Manövrierfähigkeiten.

Wir wünschen ihm viel Erfolg in der Eclipse Foundation!

Foundation Talk: Ralph Mueller

Für den vierten Teil unserer Rubrik Foundation Talk haben wir Ralph Mueller, den Geschäftsführer der Eclipse Foundation in Europa, für ein Interview gewinnen können. Im Talk spricht er über seine Aufgaben bei der Foundation und seinen großen Traum.

JAXenter: Hallo Ralph und danke, dass du dir Zeit für uns genommen hast. Zunächst einmal: Was sind deine Aufgaben und Verpflichtungen?

Ralph Mueller: Ich bin Geschäftsführer der Eclipse Foundation Europe GmbH, dem europäischen Ableger der Eclipse Foundation. Mein Aufgabenbereich umfasst die Betreuung des wachsenden Teams in Europa und die Unterstützung der ebenfalls wachsenden europäischen Eclipse-Community.

Da ich ursprünglich aus der Automotive- und System-Engineering-Branche komme, ist es mir ein besonderes Vergnügen, diese Industrien zu unterstützen. Dazu gehört auch, ihnen zu helfen, Open-Source-Software aus dem Eclipse-Universum wertzuschätzen und zu übernehmen.

Stolz macht mich auch das Managen der EclipseCon Europe und ich freue mich, Events wie die DemoCamps und die Eclipse Days in ganz Europa supporten zu können.

JAXenter: Wann bist du der Eclipse Foundation beigetreten und welche Motive für das Engagement hattest du?

Ralph Mueller: Begonnen hat mein Engagement 2005, allerdings lediglich in Teilzeit. Seit Oktober 2006 habe ich eine Vollzeitstelle. Bereits bei IBM hatte ich eine lose Verbindung zum damaligen Eclipse-Team. Die Stelle bei der Foundation klang dann sehr interessant, da ich dort viel über die Welt von Open Source lernen und behilflich sein konnte, die Community zu formen und zu unterstützen. Ich habe die Entscheidung nie bereut und freue mich auf die Zukunft.

ralphIch wünsche mir, dass wir noch mehr zu einem Platz werden, an dem die Branchen zueinander finden. Dabei behilflich zu sein, Eclipse in eine „Community der Communities“ zu verwandeln, ist mein ultimativer Traum.

JAXenter: Welches Projekt im Eclipse-Universum gefällt dir am besten?

Ralph Mueller: Das ist eine schwere Frage. Meine persönlichen Interessen liegen nach wie vor bei den Entwicklungs-Tools, allerdings habe ich auch die Projekte sehr gern, bei deren Entwicklung ich den Working Groups PolarSys, openMDM und openKonsequenz behilflich war. Auch die Arbeit mit IoT-Projekten wie Paho oder Eclipse Smarthome gefällt mir sehr gut.

JAXenter: Was wünscht du dir für die Zukunft von Eclipse und der Foundation?

Ralph Mueller: Ich wünsche mir, dass wir noch mehr der Platz werden, an dem die Branchen zueinander finden, um langlebige Plattformen zu erschaffen. Dabei behilflich zu sein, Eclipse in eine „Community der Communities“ zu verwandeln, ist mein ultimativer Traum.

JAXenter: Das große Update des Sommers, Eclipse Neon, wurde gerade veröffentlicht. Was ist dein Highlight in der neuen Version?

Ralph Mueller: Ich freue mich darüber, nun ein wenig mit dem neuen JavaScript-Tooling herumspielen zu können.

JAXenter: Wir danken für das Gespräch!

Erfolg mit Eclipse: Large Scale

Markus Duft hat auf der EclipseCon NA 2016 einen Talk zur Arbeit mit der Eclipse IDE in verteilten Umfeldern gegeben. Er beleuchtet darin die Schwierigkeiten, ein globales Netzwerk an Entwicklern zu synchronisieren und auf dem gleichen Stand zu halten. Außerdem gibt er Einblick in die Entwicklung von Anwendungen, die auf der Eclipse RCP mit über 700 Plug-ins basieren.

In seinem Talk fasst er etwa zehn Jahre Erfahrung im Einsatz der Eclipse IDE und der Eclipse RCP, sowohl Client-seitig als auch Server-seitig, in solchen Umgebungen zusammen. Dabei stellt er auch die Probleme und mögliche Lösungsansätze vor.

Virtuelles Meetup: Wie man ökologische Häuser mit Open Source und IoT baut

Am 20. Juli findet um 17 Uhr (MEST) ein virtuelles Meeting zum Thema Building Ecological Houses with Open Source and IoT statt. Speaker werden Catarina Mota und Marcin Jakubowski sein.

Das Open Building Institute (OBI) wurde gegründet, um preiswerte ökologische Häuser für die breite Masse verfügbar zu machen. Genutzt wird dazu eine Bibliothek von Modulen und eine Reihe von Rapid-Build-Prozeduren. In der virtuellen IoT-Session kann man mehr über die OBI-Initiative und die Möglichkeiten zur Mitarbeit erfahren.

Den Live-Stream kann jeder bei YouTube verfolgen, der sich für das Thema interessiert. Weitere Informationen zum Thema und zu den Speakern gibt es auf der entsprechenden Meetup-Seite.

Eine schönere Eclipse IDE

Die Optik einer Entwicklungsumgebung ist ein wichtiger Faktor für deren Erfolg. In jedem großen Update von Eclipse geht es daher, neben der Bedienbarkeit und neuen Features, auch um die Benutzeroberfläche. In seinem Blog hat Lars Vogel nun zwei optische Verbesserungen vorgestellt, die die Nutzeroberfläche verschönern.

Unter Windows sah die Toolbar der Entwicklungsumgebung durch die unterschiedlichen Farben ein wenig inkonsistent aus. Das neue Styling sollte diese Problematik beheben:

Das alte Styling unter Windows

Eclipse Styling alt

Quelle: Vogella GmbH

Das neue Styling unter Windows

Eclipse Styling neu

Quelle: Vogella GmbH

Zudem gab es eine gelbliche Linie in sämtlichen Versionen der Entwicklungsumgebung, die zwischen den Tabs und der Toolbar angezeigt wurde. Diese kaum sichtbare aber störende Linie wurde von Patrik Suzzi und Lars Vogel entfernt. Dies wurde mit einem Custom Painter durchgeführt, der aus Performancegründen ebenfalls bald entfernt wird.

Die Eclipse C++ IDE für Arduino

Im Eclipse Marketplace ist ab sofort die Eclipse C++ IDE für Arduino verfügbar. Die Arbeiten an der Neuauflage der Arduino C++ IDE laufen bereits seit Oktober letzten Jahres und für die neue Version wurden über 50 Bugs gefixt. Mit dem neuen Release wurde unter anderem der Name geändert, um deutlich zu machen, dass dieses Release auf den Bemühungen des Eclipse-CDT-Projektes beruht.

Auf seinem Blog hat Doug Schaefer, Chefentwickler der IDE, zudem angekündigt, dass es bald auch eine Version der IDE für Qt geben soll. Das wichtigste neue Feature ist laut Schaefer der Arduino Download Manager, der sich nun über das Hilfe-Menü steuern lässt. Durch diesen soll es einfacher werden, Arduino-Plattformen und -Bibliotheken herunterzuladen sowie zu installieren.

In einem Video gibt Schaefer eine kleine Einführung in die Arbeit mit der neuen Entwicklungsumgebung:

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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