Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Die Zukunft von Eclipse, ECF 3.13 und der neue Co-Lead der Platform Resources

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Manchmal macht es Sinn, sich einfach auszusprechen. Das wissen spätestens seit dieser Woche auch die Mitglieder der Eclipse Community. Nach der großen Diskussion um die rückläufigen Userzahlen, werden nun Lösungsansätze besprochen. Wir berichten außerdem vom Eclipse DemoCamp in Trondheim und sagen euch, was es beim Eclipse Communication Framework (ECF) Neues gibt.

Eclipse für die Zukunft

Viele unserer Leser haben sich die letzte Ausgabe von Eclipse Weekly aufmerksam durchgelesen. Vermutlich werden nicht nur Eclipse-Nutzer dabei gewesen sein, doch gerade für diese gibt es gute Neugikeiten: Die Community von Eclipse ist aus dem vermeintlichen Dornröschenschlaf erwacht und hat sich sprichwörtlich die Ärmel hochgekrempelt.

In den Tagen nach der großen Diskussion, in der die Probleme und die schwindende Popularität von Eclipse zur Sprache kamen, haben sich nun einige Dinge herauskristallisiert, an denen gearbeitet werden soll. Mickael Istria hat hierzu eine Liste angefertigt, in der einige Features aufgelistet sind, die Eclipse wieder nach vorne pushen könnten:

  • JavaScript: Code-Vervollständigung, Hover-Funktionalität
  • HTML: Unterstützung von Angular 2
  • Plattform: Weniger Dialoge, weniger Steuerelemente, weniger Fenster, weniger Ansichten, weniger Menüs. Dafür mehr Simplizität und Konsistenz (frei nach dem Motto: tue mehr mit weniger)
  • HTML, CSS: Intelligentere Navigation, hilfreichere Hover-Funktionalität und Content Assist
  • JDT: Bessere Code-Vervollständigung, basierend auf Typenkompatibilität mit erwarteten Werten, Chain Completion
  • m2e: Umwandlung zur unsichtbaren Funktion (User, die Maven benutzen, wissen nicht einmal was m2e ist, daher sollte es unsichtbar sein)
  • Android: Unterstützung von Gradle und allgemeine Bugfixes

Für viele dieser Probleme und Features gibt es bereits Einträge im Eclipse Bugzilla. Andere sind bereits in Arbeit, wie etwa die Angular-2-Unterstützung in Eclipse, an der Angelo Zerr arbeitet und die bereits funktional ist.

Weiteren Input liefert die aktuelle Situation von NetBeans: Da der Java-Profiler von NetBeans laut Mickael Istria sehr gut ist, wäre es nach dem Umzug prinzipiell möglich, diesen für Eclipse umzuschreiben. Unlösbare technische Probleme, so Istria, sollte es dabei nicht geben.

Insgesamt ist die Entwicklung in der Eclipse Community sehr positiv, wie auch Doug Schaefer in seinem Blog-Post zur Diskussion von voriger Woche bestätigt:

The difference this time is that it’s actually sparked action. Mickael, Pascal Rapicault, and others have switched some of their focus on the low hanging user experience issues and are providing fixes for them. The community has been activated and I love seeing it.

Wer sich an der Zukunft von Eclipse beteiligen und seinen Input zur Verbesserung der Entwicklungsumgebung geben mag, der sollte es nicht verpassen, sich an der neuen UX Guidelines Working Group zu beteiligen.

Neuer Co-Lead für Platform Resources

Sergey Prigogin

Sergey Prigogin

Die Komponente Resources, die dem Kern der Eclipse-Plattform untergeordnet ist, ist für das Management der Projekte, Ordner und Dateien verantwortlich. Sie enthält zudem die Unterstützung für die Definition und Verwaltung von Content Types.

Sergey Prigogin von Google ist für etwa 60 Prozent der in den letzten 3 Monaten eingesendeten Commits verantwortlich. Grund genug für Projektleiter Szymon Ptaszkiewicz, ihn als Co-Lead des Projektes vorzuschlagen. Unterstützt wird der Antrag von Daniel Megert, selbst Committer bei den Platform Resources und Lars Vogel, der Prigogins Aktivität bei Gerrit hervorhebt. Das offizielle Statement von Ptaszkiewicz liest sich wie folgt:

I would like to nominate Sergey Prigogin as a co-lead for Platform Resources. He is currently the most active committer on Platform Resources and also very active in other components so to recognise the work, I would like to have Sergey as co-lead. I think it will be great help and will make the difference during next development cycles.

In der Mailing-Liste von Platform Core kann an der Abstimmung teilgenommen werden.

Eclipse Neon DemoCamp in Trondheim

Am 25. August fand auch in diesem Jahr – zum sechsten Mal in Folge – das Eclipse DemoCamp in Trondheim statt. Speaker waren in diesem Jahr Ralph Müller von der Eclipse Foundation, Hallvard Trætteberg von der NTNU (Norwegian University of Science and Technology), Erlend Stav von SINTEF ICT (Forschung) und Håvard Heierli-Nesse von MARINTEK (Forschung). Wie immer gab es auch Speaker, die nicht oder nur wenig über Eclipse sprachen: Per Arndold Blåsmo (Microchip/Atmel), Lars Eidnes (itema) und Matthew Gerring (Diamond Light Source).

Ralph Müller gab einen Bericht über die Arbeit der Foundation und erklärte, wie Open Source die Möglichkeiten für Entwickler im Consulting-Bereich, aber auch in Welt der Software-Entwicklung allgemein verändert hat. Hallvard Trætteberg führte das Publikum in seinem Talk in Eclipse Sirius ein und wie man es etwa dazu nutzen kann, um Stammbäume von Pokemons zu erstellen.

Hallvard Trætteberg von der NTNU sprach über Eclipse Sirius / Quelle:  Yet Another Coder's Blog

Hallvard Trætteberg von der NTNU sprach über Eclipse Sirius / Quelle: Yet Another Coder’s Blog

Eclipse Sirius war auch bei Erlend Stav Thema, der über den Einsatz von Sirius in einem Projekt der EU sprach. Dort wird es genutzt, um ein komplexes Modell der Beziehung zwischen Sensoren und Antrieben in modernen Flugzeugen anzufertigen. Ebenfalls mit der Visualisierung beschäftigte sich Håvard Heierli-Nesse, der den Besuchern die Welt der 3D-Modellierung und des Eclipse Advanced Visualization Projects (EAVP) näherbrachte. Heierli-Nesse zeigte unter anderem, wie die numerischen Arrays des Eclipse January APIs für das Rendern direkt in das EAVP eingefügt werden können. Neben JavaFX können übrigens auch ParaView und VisIt im EAVP genutzt werden.

Auf seinem Blog hat Torkild U. Resheim den Abend in aller Ausführlichkeit zusammengefasst, dort gibt es auch eine große Bildergalerie.

Eclipse Communication Framework 3.13

Das Eclipse Communication Framework (ECF) stellt Frameworks für verteilte Server, Anwendungen und Tools zur Verfügung. Neben einer modularen Implementierung des OSGi-Remote-Services-Standards bietet es die Unterstützung REST-basierter und anderer Remote Services. Knapp zehn Monate nach der letzten Hauptversion (3.12.0), hat das Team rund um das Eclipse Communication Framework nun ein großes Update veröffentlicht.

Unter anderem gibt es ein neues API, um sogenannte Distribution Providers (DP) zu erstellen. Das ging bereits seit einer Weile und es gibt auch eine ganze Liste bereits existierender Distribution Providers, doch das neue API soll die Erschaffung neuer DPs deutlich vereinfachen. Ein Tutorial gibt es hier.

Dank des neuen APIs wurden bereits vom Team selbst einige neue Distribution Providers erstellt:

Die neue Remote-OSGi-Service-Ansicht & der neue Remote RSA Manager / Quelle: Eclipse

Die neue Remote-OSGi-Service-Ansicht & der neue Remote RSA Manager / Quelle: Eclipse

Neben dem neuen API bringt ECF 3.13 neue Remote Services, die Remote Management und Remote Monitoring für jeden OSGi-Container erlauben (etwa Equinox, Karaf, Concierge, Felix und andere). Die dafür nötigen Repositories, die die APIs, Implementierungen und das Tooling enthalten, gibt es auf GitHub.

Informationen zu allen Änderungen der aktuellen Version und nützliche Links zu den einzelnen Punkten finden sich auf der Web-Seite zum Update.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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