Eclipse vereinheitlicht die Modellierung von Interfaces: Projekt Franca vorgeschlagen

Hartmut Schlosser

Interfaces nehmen in der IT eine Schlüsselposition ein, da mit ihnen Komponenten, Subsysteme oder auch organisatorische Einheiten miteinander verbunden werden. Zur Modellierung von Interfaces kommen oft sogenannte Interface Definition Languages (IDL) zum Einsatz, allerdings in den unterschiedlichsten Formen. Zur Integration der fragmentierten IDL-Landschaft wurde das Projekt Franca ins Leben gerufen, das sich jetzt für eine Aufnahme in den Eclipse-Projektkatalog beworben hat.

Im Rahmen des Franca-Projektes soll eine Technologie- und Plattform-neutrale IDL bereit gestellt werden, die in einem Eclipse-basierten Editor eingesetzt werden kann. Die Franca IDL soll als Hub für Modell-Integrationen genutzt werden, indem Transformationen zwischen verschiedenen IDLs möglich werden (UML, D-Bus Introspection XML, annotierten Java APIs, etc.). Eine Contracs-Komponente soll zudem für jedes Interface die Spezifizierung von Interaktionen erlauben; Implementierungen sollen dann auf die Erfüllung der Franca Contracts hin überprüft werden können.

Eclipse Franca wird vom GENIVI consortium vorgeschlagen, einer Plattform für Automotive/Infotainment Systeme, in der Autohersteller (BMW, Volvo, General Motors, Hyundai, Honda, Renault, etc.), First-Tier-Lieferanten (LG, Bosch, Pioneer, etc.) und IT-Provider (cisco, IBM, Sybase, etc.) vertreten sind. Die initiale Implementierung von Franca stammt vom Audio-Spezialisten Harman und der itemis AG und ist seit 2012 auf EclipseLabs veröffentlicht. Zum Einsatz kommen hier  das Eclipse Modeling Framework (EMF) sowie die Projekte Xtext, Xtend und eTrice.

Unter http://eclipse.org/proposals/technology.franca/ steht das Proposal zur Einsicht bereit. Geplant ist, bis Januar 2014 die ersten Builds auf der Eclipse-Infrastruktur auszuliefern. 

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.