Eclipse und Mylyn

Das Enterprise-Szenario

Im Enterprise-Umfeld gibt es meistens andere Anforderung an die verwendeten Tools. Zum einen gibt es verschiedene Teams und Abteilungen, die mehr oder weniger voneinander abhängig sind, zum anderen gibt es dort eine Menge verschiedener Rollen in verschiedenen Hierarchieebenen und unterschiedliche Interessen. Aus diesem Grund verwendet dieses Szenario Tools, die eine möglichst große Transparenz erlauben und sich auf Webbasis sehr gut integrieren lassen. Auf Webbasis deswegen, weil außerhalb der Entwicklung der Webbrowser das Instrument der Wahl ist, das jeder installiert hat und mit dem jeder umgehen kann. Die meisten Tools in diesem Szenario kommen von Atlassian. Atlassian bietet für den ganzen Stack Softwareentwicklung eine Toolpalette. Außerdem haben sie es verstanden, die Integration soweit zu treiben, dass man alles in allem sehen kann. Man kann also Gadgets konfigurieren, die den Status aus anderen Tools auslesen und anzeigen können. Was GitHub mit seinem Social Coding im Open-Source-Umfeld geschafft hat, wird hier von Atlassian in den Enterprise-Sektor transportiert.

Als Werkzeuge kommen also JIRA (Task Tracking), Bamboo (Continuous Integration), Confluence (Wiki) und Crucible/Fisheye (Reviews, Repository-Browser) in Betracht. Für die Qualitätsmessung verwenden wir weiterhin Sonar. Die Integrationen in Eclipse haben Bob und Peter bereits ausführlich beschrieben.

Fazit

Abschließend kann man sagen, dass die Integration in Eclipse sich lohnt und auch funktional ist. Es ist wirklich praktisch, wenn man alle Tasks übersichtlich in einer Liste hat, alle Kommentare dazu sehen und auch Kommentare hinzufügen kann. Auch der Kontext, der pro Task aufgebaut wird und zwischen denen man hin- und herschalten kann, ist sehr praktisch für die tägliche Arbeit. Was fehlt ist etwas Übergeordnetes, das die einzelnen Integrationen wirklich verbindet. Aber wahrscheinlich ist das nicht so einfach möglich und schränkt auch die Flexibilität bei der Auswahl der verwendeten Tools ein, da so ein Metatool nicht alles unterstützen kann. Übrigens, bis auf Sonar und Gerrit bietet IntelliJ diese Integrationen auch an.

Thorsten Kamann ist als Softwarearchitekt, Coach und Projektmanager bei itemis tätig. Seine Schwerpunkte sind neben Softwarearchitektur die Themen Qualität, Aufbau von Entwicklungsinfrastrukturen, Anpassungen von Prozessen an agile Methoden und Scrum. Er ist Leiter der Arbeitsgruppe „Better Software“, die sich mit den obigen Themen beschäftigt. Neben der Arbeit in Open-Source-Projekten veröffentlicht er regelmäßig Artikel in Fachmagazinen und in seinem Blog. Weiterhin hält er Vorträge auf Fachkonferenzen.
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