Eclipse und Mylyn

Mylyn und Task-Tracking-Tools

Das ist die eigentliche Domäne von Mylyn. Die Hauptartefakte von Issue, Bug und Task Trackern sind Tasks. Jedes Tool prägt diese Tasks zwar anders aus, aber abstrakt gesehen sind es erstmal Tasks, die einen Titel, eine ID und eine Beschreibung haben. Zusätzlich haben die meisten Tasks noch eine Versionsnummer, die besagt, in welcher Version ein Task erledigt wird beziehungsweise wurde. So gut wie alle Tasks haben einen Assignee, also eine verantwortliche Person.

Für Atlassian JIRA gab es schon sehr früh eine Integration in Mylyn, die aber ihre Schwächen hatte. Das hat sich etwas geändert, seitdem Atlassian selbst die Integration entwickelt. Die damaligen Schwächen sind behoben, auch dank der Weiterentwicklung von Mylyn, dafür ist aber auch die ein oder andere Schwäche hinzugekommen. Es ist zum Beispiel nicht möglich, in Eclipse angepasste Screens aus JIRA zu reflektieren. Das heißt wenn Sie für die Erfassung eines Tasks in JIRA das Eingabeformular optimieren, dann sehen die Entwickler das nicht in Eclipse. Dort erscheint immer das Standardformular. Schwierig wird das, wenn auf dem angepassten Screen von JIRA Felder als erforderlich gekennzeichnet wurden, die im Standard nicht enthalten sind. Dann ist es nicht möglich, in Eclipse einen neuen Task anzulegen. Das Bearbeiten von Tasks funktioniert, da zusätzliche Felder, sobald sie einen Wert bekommen haben, angezeigt werden. Trotz dieser Schwächen ist die Integration gut zu benutzen. Die Taskliste kann mittels einer Abfrage gefüllt werden, die entweder in JIRA gespeichert oder per Assistent in Mylyn erstellt werden kann. Mylyn unterstützt Subtasks, die eingerückt angezeigt werden (Abb. 2).

Abb. 2: Tasklist von JIRA

In JIRA kann das Time Tracking aktiviert werden. Damit hat man die Möglichkeit, Zeitschätzungen pro Task zu erfassen und von Zeit zu Zeit die abgearbeitete Zeit anzugeben. Die Mylyn-Integration unterstützt das ebenfalls. Sie können den Wert manuell angeben oder Mylyn die Zeit nehmen lassen, das heißt Mylyn zeichnet die Zeitdauer auf, seitdem Sie einen Task aktiviert haben. Verlassen Sie Eclipse oder deaktivieren den Task, wird der Timer gestoppt. Wenn Sie in die Lage kommen, dass Sie einen Task nicht beenden können und ihn an einen Kollegen weitergeben wollen, haben Sie auch die Möglichkeit, den Mylyn-Kontext als Attachment an den Task zu hängen. Aktiviert Ihr Kollege den Task, wird auch der Kontext aktiviert.

Mylyn und Continuous Integration

Es gibt für Continuous-Integration-Systeme ein eigenes Subprojekt namens Mylyn Builds. Es bietet eine Schnittstelle zu Continuous-Integration-Systemen, zum Beispiel Hudson und Jenkins. Mylyn Builds spendiert Eclipse dafür eine eigene View namens Builds. In dieser Ansicht sehen Sie alle Jobs von Jenkins/Hudson, die Sie auch noch filtern können. Der zugehörige Editor gibt Ihnen die Übersicht über einen Build, also eine Ausführung eines Jobs. Zu den Details gehören die Changes, Testergebnisse und die Artefakte, die Jenkins/Hudson archiviert. Zusätzlich können Sie sich die Testergebnisse in der Unit View anzeigen lassen, und wenn Sie das entsprechende Projekt in Ihrem Workspace geöffnet haben, können Sie wie gewohnt direkt in Ihren Quellcode navigieren. Bei einem fehlgeschlagenen Build ist die Konsolenausgabe eine große Hilfe, um dem Problem auf die Spur zu kommen. Die Ausgabe können Sie auch direkt über den Editor in der Standardkonsole anzeigen lassen.

Die Integration von Atlassian Bamboo folgt einem anderen Konzept. Das liegt wohl daran, dass die Entwicklung lange vor Mylyn Builds gestartet wurde. Auch Atlassian verwendet eine neue View für Eclipse, in der die einzelnen Build-Jobs angezeigt werden. Aus dieser View gibt es allerdings nicht die Möglichkeit, einen Editor zu öffnen. Sie können lediglich die entsprechende Webseite von Bamboo im internen Browser und die Testergebnisse in der Unit View anzeigen lassen (Abb. 3).

Abb. 3: Jenkins/Hudson-Editor
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