Bericht zum Treffen der Eclipse Science Working Group in Trondheim

Eclipse Science Working Group: Auf dem Weg zur Eclipse-basierten Wissenschaftsplattform

Philip Wenig

Vor wenigen Tagen traf sich die Eclipse Science Working Group in Trondheim beim Norwegian Marine Technology Research Institute (MARINTEK). Dabei ging es u.a. um die Weiterentwicklung der Eclipse-basierten Science Platform in den Bereichen Datenmodellierung und -visualisierung.

Am 26. und 27. August hat sich die Science Working Group zu einem Treffen in Trondheim bei Marintek eingefunden. Das Treffen war mit 15 Teilnehmern aus 6 Ländern (Norwegen, Kanada, USA, Frankreich, England, Deutschland) gut besucht.

Teil des Treffens war die Besichtigung der institutseigenen Strömungskanal- und Meeressimulationsanlagen. In diesen werden neuartige Schiffskonstruktionen sowie Ölbohr- und Windkraftplattformen getestet. Dabei werden mit Hilfe zahlreicher Sensoren Messdaten aufgezeichnet, mit denen die zu testenden Modelle sowie die Simulationsanlagen ausgestattet sind.

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Bei der Datenauswertung und Modellierung kommt die Software SIMA zum Einsatz. SIMA ist eine Eigenentwicklung des Instituts und basiert auf der Eclipse-RCP-Plattform. Die Datenverarbeitung und -visualisierung ist ein wichtiger Bestandteil der Software, daher lag hier auch der Fokus des Treffens. Im Bereich der Datenstrukturen besitzen die Entwickler des Projekts DAWN bereits umfangreiche Erfahrung und werden Quellcode zur Umsetzung allgemeiner Datenstrukturen beisteuern.

Zur Datenvisualisierung wurde bereits ein neues Eclipse Proposal erstellt. Federführend ist hier das Oak Ridge National Laboratory, das bereits einschlägige Erfahrungen im Bereich der Datenvisualisierung besitzt und Initiator des Projekts ICE ist. Die Darstellung von ein- und mehrdimensionalen Daten wird in vielen Eclipse-Anwendungen benötigt und ist insbesondere bei datenintensiven Applikationen ein essenzieller Bestandteil der Software. Die Implementierung von Datenstruktur und Visualisierung soll so generisch wie möglich erfolgen, so dass die Entwicklung auch für andere Eclipse-Projekte interessant sein könnte.

Als nächstes werden wir einen Oomph-Installer erstellen, mit dem alle aktuellen und neuen Projektmitglieder so einfach wie möglich mit der Entwicklung starten können. Als weiterer Schwerpunkt wurde das Thema Scripting bearbeitet. Hier besitzt die Gruppe ebenfalls einschlägige Erfahrungen und möchte den Support für eine Integration von sowohl Python als auch R weiter ausbauen.

Am 27. August waren wir abends zum Eclipse DemoCamp zu Gast bei Itema AS. Neben interessanten Vorträgen wurden wir mit reichlich leckerem Essen und Getränken versorgt. Wir werden uns sicher mal wieder in Trondheim treffen, das zu Recht als nordisches Technologiezentrum bezeichnet wird. Jetzt freuen wir uns aber auf die EclipseCon Europe, auf der wir im Rahmen der Unconference die ersten Ergebnisse unseres Treffens vorstellen wollen.

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Philip Wenig
Philip Wenig
Dr. Philip Wenig ist Gründer der Open-Source-Software OpenChrom (http://www.openchrom.net) und Geschäftsführer der Lablicate UG (http://lablicate.com). Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entwicklung von Software für den Bereich der Chromatographie und Massenspektrometrie (GC/MS). Darüber hinaus beteiligt sich seine Firma Lablicate UG aktiv an der Science Working Group (WG) der Eclipse Foundation (http://science.eclipse.org).
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