Interview mit Ian Skerrett

„In Eclipse Oxygen liegt der Fokus auf Java 9“ [Interview mit Ian Skerrett]

Dominik Mohilo

Ian Skerrett

Endlich ist es soweit: Eclipse Neon wurde veröffentlicht. 84 Projekte sind Teil des diesjährigen Simultaneous Release, mit dabei etliche altbekannte, aber auch einige Neulinge. Wir hatten die Gelegenheit, mit Ian Skerrett, Vizepräsident des Bereichs Marketing bei der Eclipse Foundation, über das neue Update und dessen Herausforderungen und Besonderheiten zu sprechen. Außerdem gab er uns einen kleinen Ausblick auf die Zukunft des Eclipse-Universums.

JAXenter: Hallo Ian und vielen Dank, dass du dir die Zeit für einige Fragen nimmst. Gestern war der große Tag: Eclipse Neon wurde veröffentlicht. Natürlich ist jedes Release auf seine Weise besonders, daher zunächst die Frage: Was ist das besondere an Neon?

Eines der Highlights in Eclipse Neon ist Neubelebung der Eclipse JavaScript Development Tools.

Ian Skerrett: Es ist immer ein großartiges Gefühl zu sehen, wie die Eclipse Community immer wieder zusammenkommt, um einen neuen Release Train auf die Beine zu stellen. In diesem Jahr ist eines der Highlights die Neubelebung der Eclipse JavaScript Development Tools (JSDT), mit der der Eclipse-Support für JavaScript-Entwickler erheblich verbessert werden konnte: So wurde ein neuer JSON-Editor hinzugefügt, die Integration des Chromium v8 Debuggers umgesetzt und Unterstützungen sowohl für NodeJS, Grunt als auch Gulp integriert.

Zudem ist Eclipse PDT 4.0 für PHP-Entwickler verfügbar, das eine signifikante Weiterentwicklung der Unterstützung von PHP 7 mit sich bringt. Und natürlich halten die Eclipse-Plattform und die Eclipse Java Development Tools (JDT) viele neue Funktionen für Java-Entwickler bereit.

JAXenter: Im diesjährigen Simultaneous Release sind mehr als 80 Projekte enthalten. Welches ist deiner Meinung nach das vielversprechendste?

Ian Skerrett: Bei über 80 Releases ist es oftmals schwierig, ein bis zwei Projekte herauszustellen. Eine Sache aber, an der wir erfolgreich gearbeitet haben, ist die Integration des automatischen Error Reporting in Eclipse. Im vergangenen Jahr wurden über drei Millionen Error Reports von über 350.000 Individuen automatisch eingereicht. Das Coole dabei ist, dass auf diese Weise 7800 Fehler behoben werden konnten.

Zudem führt die Eclipse Foundation mit Neon den Eclipse User Storage Service (USS) ein, mit dessen Hilfe einzelne Benutzer Informationen auf ihrem Eclipse Account ablegen können. Im Neon-Release des Marketplace Clients (MPC) wird man so beispielsweise imstande sein, seine favorisierten Marketplace Plug-ins im Eclipse USS zu speichern. Somit können die Plug-ins leicht in neue Installationen von Eclipse eingefügt werden.

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JAXenter: Was war im Bezug auf den Neon Release Train besonders herausfordernd?

Ian Skerrett: In Anbetracht der Tatsache, dass 84 Projektteams und 69 Millionen Codezeilen involviert waren, ist es bemerkenswert, wie wenige Herausforderungen während des Release Trains aufgekommen sind. Die verteilte Natur des Entwicklungsprozesses von Eclipse begrenzt die Zahl der Engpässe wirklich enorm.

JAXenter: Es gibt derzeit eine Diskussion über eine mögliche Änderungen der Eclipse-Release-Namen. Die großen Updates wie „Mars“, „Neon“ oder „Oxygen“ sollen demnach zukünftig mit einem Namensschema wie „Eclipse 2017.1“ veröffentlicht werden. Was hältst du davon?

Ian Skerrett: Nun, das scheint zunächst einmal ein interessanter Vorschlag zu sein. Aber ich denke, dass es zu diesem Thema noch mehr Austausch innerhalb der Community geben muss. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile.

JAXenter: Das „Foundation Friend of Eclipse Enhancement Program“ (FEEP) bietet der Organisation Kapazitäten, die IDE zu verbessern. Werden auch neue Projekte mit diesem Geld finanziert?

Ian Skerrett: Zur Zeit sind wir mit dem FEEP auf die Kernplattform von Eclipse und die JDT fokussiert. Kurzfristige Pläne für andere Projekte gibt es bisher nicht.

JAXenter: Kannst du uns abschließend noch einen kleinen Ausblick geben? Welche Pläne hat die Eclipse Foundation für 2017/2018 bzw. den kommenden Release-Train Oxygen?

In Eclipse Oxygen wird der Support von Java 9 im Zentrum stehen.

Ian Skerett: Für Java-Entwickler wird vor allem der Support von Java 9 im Zentrum stehen. Für Neon gibt es hier auch schon eine erste Umsetzung. Außerhalb der Eclipse-Kernplattform haben wir eine Reihe an Communities, die in den Startlöchern stehen, um richtig abzuheben. Dazu gehören beispielsweise die Eclipse IoT Working Group, die LocationTech Working Group und das Projekt Eclipse Che. Das Größte und Wichtigste an der Eclipse Community wird aber nach wie vor die Vielfalt in Bezug auf Technologien und die Zusammensetzung der Mitglieder selbst sein. Es wird eine aufregende Zeit!

Screen-Shot-2016-06-22-at-3.28.04-PMIan Skerrett takes care of the marketing activities at the Eclipse Foundation. Although our community is the Eclipse marketing machine, Ian supports the projects and member companies to increase the awareness of all the cool stuff happening at Eclipse.

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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