Einmal Luftholen für Eclipse Oxygen

Eclipse Oxygen Highlights: Das ist neu in Eclipse 4.7

Lars Vogel

Endlich ist es soweit: Eclipse Oxygen, die neue Version der Eclipse-Entwicklungsumgebung, ist erschienen. Wir schauen uns die wichtigsten Neuerungen in Eclipse 4.7 an: den Java-9-Support, die Plattform-Verbesserungen, den JavaScript-Editor, das Docker Tooling und vieles mehr…

Eclipse 4.7 Oxygen – schneller, einfacher und stabiler

Das Motto von Eclipse Oxygen ist und bleibt „schneller, einfacher und stabiler.“ Die Arbeiten an der Plattform sind diesem Motto getreu durchgeführt worden. Durch die Überarbeitung der Framework-APIs laufen diese allgemein schneller, das zeigt sich insbesondere bei der Bearbeitung größerer Projekte, die Eclipse jetzt rapide bearbeitet. Auch die Hintergrundverarbeitung ist im Allgemeinen viel effizienter, und unzählige Fehler, Bugs und so genannte UI Freezes wurden gefixt.

Besitzer von hochauflösenden Displays können sich über den verbesserten HDPI-Support freuen. Die Icons sehen nun ebenfalls ansprechend aus und sind gut auf die hohe Pixelzahl abgestimmt. Die Dialoge bekommen in Eclipse Oxygen sinnvollere Beschriftungen, und das Dark Theme (Abb. 1) ist so hübsch wie noch nie.

Eclipse Oxygen - Dark Theme

Abb. 1: Hübsch dunkel: das Eclipse Dark Theme

Aber auch an den hellen Themes haben die jeweiligen Designer gearbeitet, sodass Eclipse grundsätzlich optisch ansprechender daherkommt.

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Beim Switchen von Workspaces können die Nutzer jetzt endlich ihre Einstellungen mitnehmen. Damit enthält Eclipse Oxygen ein Feature, das schon so lange und oft gewünscht wurde, dass die Hoffnung zahlreicher User allmählich zu schwinden begann, es überhaupt je nutzen zu können.

Eclipse Oxygen im Fokus
Mehr zum großen Eclipse Oxygen-Release können Sie im aktuellen Java-Magazin nachlesen. Im Schwerpunktthema beschäftigen wir uns ausführlich mit dem Java-9-Tooling, dem Docker-Support und vielem mehr!

 

Eclipse Oxygen ist fit für Java 9

Auch wenn Java 9 noch nicht final veröffentlich wurde, so kann man in Eclipse Oxgen bereits mit den neuen Features arbeiten. Allerdings wird Eclipse 4.7 standardmäßig ohne Java-9-Support ausgeliefert. Schuld daran sind wohl (wie in den meisten Fällen) die Anwälte. Da Eclipse seinen eigenen Compiler implementiert, darf dieser nicht offiziell ausgeliefert werden, sondern nur als Add-on.

Man kann sich den Java-9-Support aber jetzt schon nachinstallieren. Dazu wählt man in Eclipse Help-> aus und sucht im Marketplace-Client nach „Java 9“. Nach der Installation des Add-ons steht der Java-9-Support dann in der IDE zur Verfügung (Abb. 2).

Java 9 Support in Eclipse Oxygen

Java 9 Support in Eclipse Oxygen via Marketplace nachinstallieren

Beim Anlegen eines neuen Eclipse-Projekts kann man jetzt auswählen, dass darin Java 9 genutzt werden soll. Es stehen dann alle Java-9-Features zur Verfügung, vor allem auch das neue Modulsystem.

Java 8 & JUnit 5

Parallel dazu ist auch die Unterstützung für Java 8 besser geworden. Die Codevervollständigung für Lambda-Ausdrücke wurde noch einmal stark erweitert und verbessert. Auch die Codenavigation per Strg + Klick ist nun intuitiver und funktioniert jetzt z. B. auch für Interfaces. Die grafischen Elemente sind ebenfalls besser erkennbar. So sieht man die Breakpoints auch im rechten Ruler, und die schließenden und öffnenden Klammern sind farblich besser hervorgehoben.

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Auch die Unterstützung von JUnit 5 ist soweit fertig. Sobald JUnit 5 offiziell freigegeben wird, sollte dort auch die Unterstützung für Eclipse implementiert sein. Hier gilt im Übrigen das Gleiche wie bei Java 9: Wer bereits vorher JUnit 5 nutzen möchte, kann sich die entsprechende Funktionalität nachinstallieren.

Auf aktuellem Stand: JavaScript und PHP

Im Bereich JavaScript hat Eclipse 4.7 auch einige wichtige Neuerungen im Gepäck. So unterstützt Eclipse jetzt endlich den neuesten JavaScript-Standard ECMAScript 6. Die Codevervollständigung und das Highlighting wurden auch hier weiterentwickelt und die gängigen JavaScript-Tools wie Bower, npm und gulp/Grunt werden unterstützt. Zudem lässt sich JavaScript-Sourcecode jetzt in Eclipse selbst debuggen und es gibt endlich einen JSON-Editor (Abb. 3).

Eclipse Oxygen - JavaScript Tooling

Abb. 3: Endlich gibt es im JavaScript Tooling auch einen JSON-Editor

Details zu den aktuellen Entwicklungen rund um JavaScript kann man auch im Artikel von Ilya Buziuk nachlesen, der im Eclipse Newsletter [1] erschienen ist.

Auch im PHP-Bereich wurde die Unterstützung auf die neueste Sprachversion aktualisiert: Ab sofort wird PHP 7 unterstützt. Die Zend-Entwickler haben außerdem für Eclipse Oxygen die Plattformverbesserungen der Styling Engine aufgegriffen und wollen ein schönes Dark Theme für PHP bereitstellen.

Eclipse PDE: Mehr Konfigurations- und Definierungsspielraum

Eclipse PDE (Plug-in Development Environment) unterstützt mit Version 1.3 den aktuellsten Standard für OSGi Declarative Services. Der Nutzer kann nun Services per Annotationen definieren und deren Eigenschaften sowie Abhängigkeiten festlegen. Bei Updatesites kann man Kategorien endlich verschachteln, und für Target Definitions gibt es jetzt einen textbasierten Editor. Der existierende grafische Editor ist zwar weiterhin Teil des Toolings, war aber noch nie beliebt, da er ziemlich langsam ist. Das Update ermöglicht es Nutzern daher endlich, ihre Target-Files effizient zu bearbeiten.

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Beim Maven Tooling hat sich aus meiner Sicht nicht so viel getan, aber das Gradle Tooling hat sich sehr schön weiterentwickelt. Durch die Arbeit der Buildship-Entwickler ist es möglich, dass Eclipse sich per API in den Konfigurationsprozess einhängt. Die neuesten Gradle-Features für Composite Builds werden natürlich auch unterstützt. Das Gradle-UI wirkt aufgeräumt und funktional. Im Vergleich zu anderen IDEs hat Eclipse aktuell meiner Meinung nach die beste Gradle-Unterstützung.

Weitere subjektive Highlights: Docker, EclEmma, Mylyn

Das Docker Tooling für Eclipse sieht in jedem Release besser aus. Inzwischen kann man seine Container komplett aus Eclipse heraus verwalten, anlegen, starten und stoppen. Das Code-Coverage-Tool EclEmma, das seit Kurzem bei Eclipse beheimatet ist, ist jetzt Bestandteil von einigen Eclipse-Paketen, kann aber auch bei Bedarf nachgeladen werden.

Wer AsciiDoc oder Asciidoctor schreibt, freut sich über den entsprechenden Support mit dem Mylyn-Wikitext-Plug-in, bei dem ab Eclipse 4.7 das Hyperlinking von Includes unterstützt wird.

Durchstarten mit Eclipse Oxygen

Schneller, besser, einfacher, stabiler. Eigentlich sollte es keinen Grund geben, auf einem alten Release von Eclipse sitzen zu bleiben. Wer gerne aktualisieren möchte, sich aber nicht so richtig traut, die richtigen Komponenten von Hand zu installieren, sollte einmal zu File | Export | Install | Installed Software Items to File navigieren. Hier kann die aktuelle Installation exportiert werden und über den entsprechenden Importeintrag in ein neues Eclipse eingespielt werden. Damit sollte das Update schmerzloser vonstattengehen.

Das Eclipse-Team wünscht Ihnen auf jeden Fall viel Spaß und Erfolg mit dem neuen Release.

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Geschrieben von
Lars Vogel
Lars Vogel
Lars Vogel ist Geschäftsführer der vogella GmbH, die Kunden im Bereich Eclipse, Android und anderen Themen unterstützt. Als Project-Management-Committee-Mitglied, Eclipse-Projektleiter und Committer hilft er dem Eclipse-Projekt. E-Mail: lars.vogel@vogella.com
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