Letzte Haltestelle vor den Release Candidates

Eclipse Neon (4.6) erreicht 7. Meilenstein

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com/jörg röse-oberreich

Der siebte Milestone des Eclipse-Release-Trains „Neon“ markiert den nahenden Beginn der letzten Testphase. Im Mai und Anfang Juni wird es dann keine Milestones mehr geben, sondern die Release Candidates. Wir haben uns den aktuellen Milestone angeschaut. Im Fokus der Entwickler standen diesmal die Verbesserung der Usability und die visuelle Weiterentwicklung der IDE.

Plattform

Wie schon in den vorherigen Milestones von Eclipse wurde viel Wert auf die Verbesserung der Usability und des Designs der IDE gelegt. Weitere Merkmale, die Milestone-übergreifend hervorstechen, sind die verbesserte Startup-Performance und der reduzierte Speicherverbrauch bei der Arbeit mit Eclipse.

Smart Import Wizard

Ein neuer universeller Import Wizard wurde implementiert, der dazu dienen soll, verschiedene Arten von Projekten in Quellarchiven und –verzeichnissen zu entdecken und zu konfigurieren. Der Wizard ist sowohl über das ursprüngliche Import-Menü als auch direkt über File ► Open Projects erreichbar.

Auch einen neuen Extension Point (org.eclipse.ui.ide.projectConfigurator) und ein neues API hat der Wizard an Bord. Dadurch ist gewähreistet, dass andere Komponenten der Entwicklungsumgebung ihre Erkennungs- und Konfigurationsspezifikationen der jeweils unterstützten Technologie hinzufügen können.

Der neue Smart Import Wizard / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

Der neue Smart Import Wizard / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

Endlich zum Dark Theme passende Scrollbars

Ein Feature, das schon lange erwartet und gewünscht war, ist nun ebenfalls verfügbar: Die zum Theme passenden Scrollbars. Bereits standardmäßig in Windows aktiviert, ist es möglich die Scrollbar eines StyledText-Elements anzupassen. Deaktivieren kann man dies, indem man den VM-Parameter swt.enable.themedScrollBar in der eclipse.ini auf false stellt. Alternativ tippt man in die Kommandozeile zunächst -vmargs und dann -Dswt.enable.themedScrollBar=false ein.

An das Theme anpassbare Scrollbars / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

An das Theme anpassbare Scrollbars / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

Diese Funktion kann jedem Theme über CSS hinzugefügt werden. Eine Übersicht über die möglichen Eigenschaften für die Personalisierung gibt es hier, ein CSS-Beispiel ist hier zu finden.

Bitte beachten: Die ans Theme angepassten Scrollbars sind nicht für alle Elemente verfügbar. Scrollbars für Tabellen und Verzeichnisstrukturbäume sind noch nicht durch diese Funktion abgedeckt, an manchen Stellen (bspw. beim Compare View) werden die Scrollbars nicht angezeigt. Diese Bugs werden erst für Eclipse Oxygen (4.7) behoben.

Verbesserung von Quick Access

Für alle die Quick Access nicht kennen: Das ist die kleine Text-Toolbar oben rechts in Eclipse, mit der man jedes Kommando ausführen kann, das die IDE unterstützt. Durch die Überarbeitung soll die Suche über Quick Access nun intuitiver sein. Die Anzahl an Resultaten pro Kategorie ist mit dem siebten Meilenstein unabhängig von der Größe des Suchfensters und es wird ab sofort auch der Shortcut angezeigt, um den Suchdialog zu öffnen.

Der überarbeitete Quick Access / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

Der überarbeitete Quick Access / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

Das neue Quick Access bringt außerdem das angenehme Feature mit, schon bei der Suche die Kategorie festzulegen, für die gesucht werden soll. Dies funktioniert einfach, indem man die Kategorie vor den Suchbegriff stellt. Sucht man zum Beispiel nach Views, dann muss die Eingabe ins Suchfenster mit Views: beginnen. Ein Klick mit der Maus in das leere Suchfeld zeigt die letzten Ergebnisse und Auswahlen an.

Weitere Verbesserungen der Plattform

Zu den kleineren Verbesserungen zählt unter anderem die Möglichkeit, die Hintergrundfarbe des SWT Link Widgets zu gestalten. Ein weiteres visuelles Feature, das viele schon seit geraumer Zeit auf dem Wunschzettel haben, ist der Full-Screen-Modus. Dieser kann per ALT + F11 gestartet und beendet werden.

Die Solaris-Builds sind nun alle ausschließlich in der 64-Bit-Variante verfügbar. Die alten 32-Bit-Builds (also x86 und SPARC) wurden aufgrund des Fehlens einer Java 8 JRE im 32-Bit-Modus durch 64-Bit-Builds ersetzt. Der 64-Bit-Build für Solaris x86 ist mit dem aktuellen Milestone veröffentlicht worden, der für das entsprechende SPARC-Build soll in Kürze verfügbar sein.

JDT

Für die Java Development Tools wurden, passend zu Neon M7, sieben kleinere Verbesserungen der Usability eingeführt. Der Project Explorer gruppiert referenzierte Bibliotheken nun in einem neuen Container des Kontextmenüs, leere Container können ausgeblendet werden (einstellbar über das Menü Customize View).

Erstellt man einen neuen Java Annotationstypen, kann man ab sofort die Meta-Annotationen @Retention, @Target und @Documented mit deren jeweils geeigneten Werten hinzufügen. Der neue Shortcut Quick Assist, der über CTRL + 1 erreichbar ist, ermöglicht es, alle Parameter einer Method oder eines Constructors neuen Feldern zuzuordnen.

Quick Assist / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

Quick Assist / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

In Ansichten wie dem Package Explorer oder Outline wurde die Möglichkeit implementiert, mehrere Elemente zu markieren und nach Referenzen, Deklarationen, Implementierungen und Read/Write-Zugriff zu durchsuchen. Für neue JUnit-Startkonfigurationen wurden die Assertions nun standardmäßig aktiviert. Deaktivieren lässt sich diese Einstellung über Preferences ► Java ► JUnit.

Es ist nicht immer eindeutig, weshalb ein potential null pointer access-Problem gegen eine lokale Variable geraised wird. Wenn die Annotations-basierte Null-Analyse eingeschaltet ist, wird ab M7 ein neuer Quick Fix (zu erreichen über CTRL + 1) angeboten, der eine @NonNull-Annotation zur lokalen Variable hinzufügt.

Quick Fix für potentielle Null Pointer Accesses / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

Quick Fix für potentielle Null Pointer Accesses / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

PDE

Der neue Plug-in Wizard schlägt nun nicht mehr automatisch die Erstellung eines Activators vor. Die Funktionalität von Activators kann in den meisten Fällen durch andere Wege ersetzt werden, bspw. durch OSGi Declarative Services.

Der API Analysis Builder wird nun für API Baselines mit Multi-Version Bundles unterstützt. Wird eine API-Analyse für ein Bundle ausgeführt, das Multi-Version Bundles in seinen Baselines hat, werden die Vergleiche mit genau dem Bundle der Baseline durchgeführt, die dem Development-Bundle am besten entspricht.

Platform Developers

Um das Drag-and-Drop von Toolbars und Werkzeugkomponenten zu verhindern, kann nun ein NoMove-Tag vergeben werden. Außerdem können nun Hilfseinträge für Menüs erstellt werden, dafür muss man für die Modellelemente von MCommand, MHandledMenuItem oder MDirectMenuItem IDs definieren. Dies macht man durch das Hinzufügen eines Eintrages mit dem Schlüssel HelpContextId und der Help Context ID als Wert zur Persisted State Map.

Das Setzen einer Help ID / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

Das Setzen einer Help ID / Quelle: Eclipse New and Noteworthy

Die Klasse ISideEffect und die zugehörige SideEffect-Implementierung wurde in ein eigenes Sideeffect-Package verschoben. Die Klasse ISideEffect ist nun im Package org.eclipse.core.databinding.observable.sideeffect zu finden, im Package org.eclipse.core.internal.databinding.observable.sideeffect findet man die Klasse SideEffect. Außerdem ist es nun möglich, die Klasse ISideEffectFactory zu verwenden, um mehrere ISideEffect-Instanzen zu erstellen, die den gleichen Lebenszyklus teilen.

Die vollständige Änderungsübersicht, findet man auf der Webseite der Eclipse Foundation.

Aufmacherbild: number seven rock under cloudy blue sky – 3d illustration von Shutterstock / Urheberrecht: jörg röse-oberreich

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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