Der Simultan-Release-Zug ist angekommen

Eclipse Mars ist da: Das sind die Highlights!

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock / jupeart

Eclipse 4.5 „Mars“ ist erschienen. Ab sofort können die Download-Pakete auf Basis der Eclipse-Plattform 4.5 heruntergeladen werden. Zeitgleich mit der neuen Plattform haben 79 Eclipse-Projekte aktualisierte Versionen vorgelegt. Damit übertrifft der Eclipse Mars Release Train in Sachen Umfang wieder einmal das Vorjahres-Simultan-Release Luna.

Eclipse Mars ist wieder einmal ein Release der Superlative geworden. Insgesamt hat die Community 65 Millionen Zeilen Code Open Source zur Verfügung gestellt – im Luna-Release waren es noch 61 Millionen. Auch die Diversität hat zugenommen: 380 aktive Committer waren an Eclipse Mars beteiligt (Luna: 339 Committer).

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Mit jedem Jahr nahm die Anzahl der Projekte und die Gesamtcodemenge der Simultaneous Releases zu. Bild: Holger Voormann

Eclipse Mars: Projektvielfalt

Hatten am Eclipse Luna Release Train 76 Projekte teilgenommen, so steigt die Zahl in Mars auf 79. Nicht mehr dabei sind die Projekte Koneki, Intent, Focusing Tools und Paho. Diesen vier Abgängen stehen 7 neue Projekte gegenüber:

– Oomph: Das Basis-Projekt für den neuen Eclipse Installer.

– Trace Compass: Ein Analysetool für Log-Dateien.

– RCP Testing Tool: Ein Testwerkzeug für Eclipse-basierte Anwendungen.

– SWTBot: Ein weiteres Test-Framework.

– Lua Development Tools: IDE für die Lua-Programmiersprache.

– e(fx)clipse: Die Entwicklungsumgebung für JavaFX.

– Thym: „The Hybrid Mobile Project“ zur App-Entwicklung mit Apache Cordova.

Eclipse Mars Highlights

Die Eclipse Foundation selbst hebt die folgenden Highlights hervor:

  • New Java IDE features, including hierarchical view of nested projects, ability to customize perspectives and speed improvements for text search.
  • Integrated tools for building and maintaining Docker containers, available from Linux Tools project.
  • Oomph project now makes it possible to record and share user preference settings across individual workspaces.
  • New integration with Gradle making it easy to manage Gradle builds from Eclipse, via the Buildship project.
  • Improved Maven support, including support for Maven 3.3.3, improved Maven archetypes integration and enhanced auto-completion in the pom editor.
  • Automated error reporting that allows Eclipse users to report errors directly to Eclipse projects.
  • The new Thym project provides tools for building cross-platform mobile applications using Apache Cordova.

Bei einem derart vielschichtigen Release fallen die persönlichen Highlights indes sicherlich ganz unterschiedlich aus. Wir haben einige unserer Autoren nach ihrer individuellen Einschätzung gefragt:

Sven Efftinge: Für mich persönlich ist das Error-Reporting, welches durch das Code-Recommenders-Projekt getrieben wird, ein sehr nützliches neues Feature. Dadurch werden Fehler in der IDE, die bisher einfach im Error-Log gelandet sind und dann meistens vergessen wurden, automatisch an Eclipse.org gesendet. Wir können diese dann bearbeiten und in Bugzillas verwandeln.

Ein weiteres wichtiges Feature ist sicherlich der neue Installer bzw. Eclipse-Oomph. Das Setup einer Arbeitsumgebung für nicht-triviale Projekte ist ja oft sehr mühsam und komplex. Mit Oomph lässt sich das automatisieren, was wir z.B. auch für die Entwicklung im Xtext-Projekt nutzen. Damit können alle, die am Xtext-Projekt mitwirken wollen, mit einem Klick eine funktionierende Entwicklungsumgebung erstellen. Das ist ziemlich praktisch. Ich kann Oomph auch für Nicht-Open-Source-Projekte empfehlen, die ein komplexeres Setup haben.

 

Holger Voormann: Ich war von vielem positiv überrascht. Vor allem davon, dass die Plattform und die Qualität wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt sind. Richtig Laune hat die Arbeit mit dem RCP Testing Tool gemacht. Ein echter Geheimtipp für Eclipse-Entwickler. Gespannt darf man auf die Daten vom automatischen Error Reporting sein und was daraus dann gemacht wird.

 

Jochen Krause: RAP 3.0 hat sich in erster Linie den Themen Performance und API gewidmet und bessere Kompatibilität mit e4 hergestellt. Insbesondere ist hier die Reparenting Unterstützung zu erwähnen, die eine Voraussetzung für einige e4-Oberflächenelemente ist. RAP wird häufig für das Single Sourcing von großen Anwendungen mit RCP genutzt, und es gibt eine zunehmende Anzahl von Entwicklern die die Möglichkeiten von e4 in ihren Applikationen nutzen wollen.

Lars Vogel, Simon Scholz: Aus technischer Sicht kann man sagen, das Eclipse 4.5 das bisher schnellste Eclipse 4.x-Release ist. Die Plattform-Entwickler haben an allen möglichen Stellen gedreht, sei es bei der Einführung von Parallelisierung in der Text-Suche, beim größeren Default Java Heap, bei der schnelleren Java Code Completion, den verringerten Java-Garbage-Collection-Läufen, effizienterem Rendering und beim SWT-Code. Alle führen in ihrer Summe dazu, dass Eclipse 4.5 schneller startet und sich generell schneller verhält. Die Einführung des “UI Freeze Monitors” hat der Plattform und anderen Eclipse-Projekten geholfen, ihren Code zu optimieren.

 

Max Rydahl Andersen: Eines meiner Highlights ist die Verschachtelung im Projekt-Explorer. Viele User, vor allem Maven und frühere Netbeans User, kommen schwer mit der flachen Projektliste von Eclipse zurecht. Red Hat hat dazu beigetragen, dass die Projekthierarchie so wie auf der Festplatte visualisiert und durchsucht werden kann.

Ein zweites Highlight ist für mich das Docker Tooling – Einfach weil es eine komplett neue Funktion ist und Container cool sind!

Marc Teufel: In den Java Development Tools wurden bewährte Funktionen optimiert, die Geschwindigkeit insgesamt gesteigert – und trotzdem ist das eine oder andere kleine, aber hilfreiche Feature hinzugekommen. Im Zusammenhang mit Java 8 sind die neuen Quick Assists erwähnenswert und auch in Richtung Java 9 streckt JDT seine Fühler bereits aus. Insbesondere die Einbindung der Community in den Entwicklungsprozess verdient Lob, die Nähe der Eclipse-JDT-Committer zu den Nutzern und die Rücksichtnahme auf deren Wünsche ist bemerkenswert.

Download

Der Run auf die Download-Server ist also eröffnet! Insgesamt sind es 13 Pakete, die auf der Eclipse-Download-Seite in 32- und 64 Bit-Versionen für Mac OS, Windows und Linux bereitstehen:

Eclipse IDE for Java EE Developers

Eclipse IDE for Java Developers

Eclipse for RCP and RAP Developers

Eclipse IDE for C/C++ Developers

Eclipse for PHP Developers

Eclipse IDE for Eclipse Committers 4.5.0

Eclipse IDE for Java and DSL Developers

Eclipse Modeling Tools

Eclipse IDE for Java and Report Developers

Eclipse for Parallel Application Developers

Eclipse for Scout Developers

Eclipse IDE for Automotive Software Developers

Eclipse for Testers

Mal sehen, ob Eclipse Mars den Download-Rekord des letztjährigen Luna-Releases toppen kann!

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Knapp 30.000.000 Mal wurde Eclipse Luna heruntergeladen, ungefähr so häufig wie Eclipse Kepler im Jahr davor. Bild: Holger Voormann.

Gratulation an die Eclipse Community!

Uns bleibt, der Eclipe Community für ein weiteres großartiges Simultanrelease zu gratulieren!

Auf JAXenter finden Sie in den nächsten Tagen jede Menge Hintergrund-Material zu Eclipse Mars. Zur Einführung empfiehlt sich der Artikel von Holger Voormann:

Eclipse Mars für Java-Entwickler: Was ist neu in Eclipse 4.5?

Vertiefender Lesestoff findet sich dann wie immer im kommenden Eclipse Magazin, das sich voll und ganz dem Eclipse Mars Release widmen wird!

Stay tuned!

Aufmacherbild: Planet Mars with moon von Shutterstock / Urheberrecht: jupeart

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Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. #java #eclipse #devops #machinelearning #seo. Zum Lächeln bringen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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