Interview mit Andy Piper über die Eclipse-Projekte Paho & Koneki

Eclipse Juno Highlight #4: Koneki & Paho – Wenn Maschinen mit Maschinen sprechen

Das Eclipse-Juno-Projekt Koneki adressiert zusammen mit dem neu vorgeschlagenen Projekt Paho die Bereiche Machine-to-Machine-Kommunikation und Internet-of-Things. Beide Projekte sind unter dem Dach der M2M-Industry Working Group entstanden, mit deren Mitglied Andy Piper wir uns über die aktuellen Arbeiten der Gruppe unterhielten.

JAXenter: M2M ist ein rasant wachsendes Feld: Die Anzahl der miteinander verbundenen Geräte soll in der physischen Welt bis 2020 bei 50 Milliarden liegen. Warum ist es in diesem Bereich besonders wichtig, Open-Source-Lösungen bereitzustellen?

Andy Piper: Nun ja, an diesem Punkt standen wir schon öfters: In den vergangenen 30 Jahren ist eine Reihe an inkompatiblen Protokollen und Lösungen aufgekommen. Meistens stehen dahinter kommerzielle Betriebe mit dem Interesse, ein geschlossenes Ökosystem entstehen zu lassen. Die Daten innerhalb dieser geschlossenen Systeme haben aber immer auch einen breiteren Nutzen. Deshalb mussten wir sie letztendlich extrahieren oder aus dem geschlossenen Kreis herausbrechen. Mit offenen, interoperablen und Standardprotokollen hat der M2M-Bereich wesentlich höhere Erfolgschancen. Angesichts der Geräteanzahl, von der wir sprechen, stellt Fragmentierung ein wesentlich größeres Problem dar. Protokolle, die offen und leicht auf andere Geräte und Anbieter zu übertragen sind, machen Interoperabilität also eher möglich. Leichtgewichtiges Publish-Subscribe-Messaging hat sich als leicht verständliches und wiederverwendbares Modell für diese Art von Anwendungen erwiesen.

JAXenter: Die Projekte Koneki und Paho wurden unter dem Dach der M2M Working Group gegründet. Deren Ziel ist es, Open-Source-Lösungen bereitzustellen, mit denen Markthemmer in M2M-Systemen überwunden werden können. Welche Markthemmer sind damit gemeint?

Andy Piper: Die M2M IWG adressiert mehrere „Schichten“ innerhalb des Internet-of-Things-Bereichs. Viele Einzelaspekte werden derzeit in der übergeordneten IWG diskutiert, wie z. B. die Gesamtarchitektur dieser Lösung, Anwendungsfälle und Datenformate. Das Koneki-Projekt zielt auf Laufzeit- und Tooling-Lösungen ab. Paho geht es speziell um den Protokollbereich. Der erste Schritt war die Implementierung eines MQ-Telemetry-Transport-(MQTT-)Clients. Paho macht sich dieses bereits existierende, produktionsstarke Protokoll zunutze, das von IBM und Eurotech ins Leben gerufen wurde und seit über einem Jahrzehnt in Verwendung ist. Außerdem stellt Paho solide, offene Referenzimplementierungen bereit, die dem ursprünglichen Designziel Einfachheit treu bleiben. Dadurch eröffnet Paho Geräte- und Anwendungsanbietern einen einfachen Weg hin zu Interoperabilität.

JAXenter: Kannst du das Paho-Projekt etwas näher beschreiben?

Andy Piper: Das Paho-Projekt stellt skalierbare Open-Source-Implementierungen leichtgewichtiger Protokolle für existierende und neu aufkommende Applikationen für Machine-to-Machine-(M2M-) und Internet-of-Things-(IoT-)Lösungen zur Verfügung.

JAXenter: Was wären typische Anwendungsfälle für Komponenten/Applikationen, die vom Paho-Projekt entwickelt werden?

Andy Piper: MQTT wird seit einigen Jahren in vielen Feldern zum Zweck der Geräte- und Anwendungsinteroperabilität eingesetzt: von Ölfeldinstrumentierung über Fluss- und Wasserstandsüberwachung bis hin zu intelligenten Transportsystemen (ein Beispiel wäre die Lokalisierung von Zügen in Echtzeit), intelligenten Stromzählern, Heimautomatisierung, mobilen Nachrichten- und Gesundheitssystemen. Schön ist, dass es für das Protokoll, da es so einfach zu handhaben und leichtgewichtig ist, ein breites Spektrum an Anwendungsfällen gibt: von kleinen Sensorgeräten über mobile Lösungen mit höherem Batterieverbrauch und größerer Bandbreite bis hin zu einfachen Messaging-Anwendungen.

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