Interview mit Christian Campo

Eclipse Juno Highlight #3: Enterprise-Plattform Riena

Mit Riena steht im Eclipse Juno Release eine Plattform für Business-Anwendungen auf Basis der Eclipse Rich Client Plattform (RCP) und Equinox zur Verfügung. Mittels OSGi-basierten Remote Services und einem strukturierten Navigationsmodell wird die Entwicklung von Multi-Tier Client/Server-Applikationen vereinfacht. Wir sprachen mit Christian Campo über die Fortschritte in Riena 4.0.0 und die Umstellung auf die neue Eclipse-Plattform 4.2. Spannend ist auch zu hören, was Riena in der nächsten Zeit mit JavaFX in Planung hat.

JAXenter: In unserem Gespräch vor einem Jahr haben Sie von den Arbeiten berichtet, das Riena-Framework ins Web zu bringen. Wie weit sind diese Arbeiten fortgeschritten?

Christian Campo: Wir beobachten kontinuierlich die Weiterentwicklung von RAP, jetzt auch mit RAP 1.5 im mobilen Bereich. Darüber hinaus haben wir untersucht, wie UIControls oder komplette RCP Views in HTML implementiert und dann in eine Desktopanwendung eingebettet werden könnten. Sobald uns ein produktiver Use Case für Riena mit RAP vorliegt, werden wir diesen Aspekt von Riena mit einem Team produktionsreif entwickeln und Riena ins Web bringen.

JAXenter: Was sind die weiteren Neuerungen in Eclipse Riena 4.0.0?

Christian Campo: Riena wurde wie viele andere Eclipse-Projekte von CVS auf Git umgestellt. Dies erleichtert es der Community deutlich, Weiterentwicklungen auf der Basis von Riena aufzusetzen und auch Weiterentwicklungen wieder dem Kernprojekt als „Pull-Requests“ zur Verfügung zu stellen. Die Git Repositories werden nicht nur bei Eclipse gehostet, sondern auch auf Github gespiegelt, um den Zugriff für alle Entwickler zu verbessern.

Von der Codebasis her ging es darum, Riena noch stabiler zu machen. Dies wurde über zwei verschiedene Wege erreicht. So haben wir Riena bereits in mehreren Kundenprojekten eingesetzt und die hier gewonnenen Erfahrungen in die Weiterentwicklung des Frameworks einfließen lassen. Gleichzeitig haben wir Riena auch für ein eigenes Scrum-Planungstool, die „Scrumbox“ genutzt, diese auf verschiedenen Konferenzen vorgestellt und die Erkenntnisse aus dem regen Fachaustausch aufgenommen. Auf diese Weise wurde nicht allein die Stabilität von Riena deutlich erhöht, sondern zugleich auch die Performance des Frameworks entscheidend verbessert. Als ein wesentliches neues Feature bietet Riena darüber hinaus die Möglichkeit, View Controller auch ohne RCP/Riena-Views zu erzeugen. Die Views werden erst bei der Anzeige erzeugt. Man reduziert damit die Verwendung von Windows Handles durch SWT, kann aber bereits in den View Controllern die Businesslogik aktivieren, Listener registrieren und das Model gegen die Ridgets binden. Dies ist ein typisches Feature wie man es in Enterprise-Anwendungen benötigt.

JAXenter: Wenn es um die Entwicklung von Oberflächen geht, waren für Riena in der Vergangenheit ja SWT, der WindowBuilder und auch das SWT/Qt-Projekt interessant. Neuerdings wird in der Java-Community auch wieder JavaFX ins Spiel gebracht. Ist das für Riena ein Thema?

Christian Campo: Das Riena-Projektteam verfolgt die Entwicklung von JavaFX wie viele andere Eclipse-Projektteams sehr gespannt. In der Community gibt es bereits erste Interessenten, die Riena zusammen mit JavaFX einsetzen wollen. Es wird sicherlich ein wichtiges Betätigungsfeld für uns, Riena komplett fit für JavaFX zu machen, sodass sich reine JavaFX-Anwendungen mit Riena- und RCP-Mitteln entwickeln lassen.

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