Im Gespräch mit Ralf Sternberg

Eclipse Juno Highlight #2: Die Rich Ajax Platform öffnet sich

Eclipse Juno enthält die Version 1.5.0 von RAP – der Rich Ajax Platform, die mit einem neuen JSON-Protokoll aufwartet und sich dadurch flexibler anwenden lässt. Projekt-Co-Leiter Ralf Sternberg berichtet von den Neuerungen und gibt einen Ausblick auf die kommenden Monate. Die gute Nachricht: Gleich zwei neue RAP-Versionen drüfen wir bis zum Eclipse-Kepler-Release 2013 erwarten!

JAXenter: Wieder ist ein Jahr ins Land gezogen und das neue Eclipse Release namens Juno ist da. RAP ist in der Version 1.5.0 vertreten. Was ist das Besondere an der neuen Version der Rich Ajax Platform?

Ralf Sternberg: Die wichtigste Neuerung in RAP ist das offene JSON-Protokoll, mit dem der RAP-Server nun mit den Clients kommuniziert. Dieses Protokoll ermöglicht es, beliebige Clients für RAP zu entwickeln, das müssen nicht unbedingt Web-Clients sein. Damit wird aus RAP eine Platform für Remote Applications mit austauschbaren Clients.

Weiterhin ist in RAP 1.5 eine API zum Konfigurieren und Starten von Applikationen enthalten. Bisher konnten RAP-Applikationen nur über Extensions angemeldet werden und waren so an den Eclipse-UI Stack und die Extension Registry gebunden. Mit 1.5 ist es nun auch möglich, sehr leichtgewichtige Anwendungen ohne diese Abhängigkeiten zu schreiben, sowohl mit als auch ohne OSGi.

Neu hinzugekommen ist auch ein JEE-kompatibler Betriebsmodus. In diesem Modus werden keine separaten Java-Threads pro Benutzersession mehr gestartet. Das erleichtert den Zugriff auf JEE Session- und Transaktionskontexte. In diesem Modus unterstützt RAP auch Clustering mit transparentem Session-Failover.

Wie immer gibt es auch eine ganze Reihe neuer Features im Widget Toolkit wie den HTML-Markup-Support, ein überholtes Table Widget mit zusätzlichen Features und ein modernisiertes Default-Theme, um nur einige zu nennen.

Das RAP-Projekt selbst ist ein Stück offener geworden. Unser kompletter Source Code liegt nun in einem Git-Repository und ist über einen GitHub-Mirror zugänglich. Wir stellen Nightly Builds zur Verfügung, die nun öffentlich auf dem Eclipse Build Server laufen. Und die aktuelle Version des RAP Developer’s Guide ist nun immer auf unserer Projektwebseite verfügbar.

JAXenter: Welche Projekte wurden bei EclipseSource sonst noch in Angriff genommen?

Ralf Sternberg: Das neue Protokoll in RAP ist natürlich nicht ohne Grund entstanden. Wir hatten schon länger die Idee, einen RAP-Client für Mobilgeräte zu entwickeln, der die nativen Widgets des mobilen Betriebssystems verwendet. Damit haben wir experimentiert und Clients für iOS und Android entwickelt. Die Ergebnisse haben uns so überzeugt, dass wir uns entschlossen haben, die Entwicklung unter dem Namen „Tabris“
weiterzuführen.

Damit wird es nun möglich, native Mobilapplikationen mit Eclipse-Technologie zu schreiben. Beispielsweise lassen sich mit JFace Viewern komplexe Datenbestände einfach anzeigen und editieren. Tabris steht im Moment als Developer Preview in der Version 0.6 zur Verfügung. In den kommenden Monaten planen wir die Unterstützung noch fehlender SWT-Widgets und die Anbindung von weiteren Hardware Features wie z.B. der Kamera.

JAXenter: Eclipse Juno basiert ja erstmalig auf der 4.x-Entwicklungslinie. Welche Auswirkungen hatte diese Umstellung auf das RAP-Projekt und welche Änderungen ergeben sich für Nutzer und Entwickler?

Ralf Sternberg: Für Juno haben wir unsere Target-Plattform auf Eclipse 4.2 umgestellt, so dass die Kompatibilität mit den aktuellen Juno-Versionen von Equinox und Jetty hergestellt ist. Am Kern von RAP, dem Remote Widget Toolkit mit SWT API, waren hierfür keine Änderungen notwendig. Die Unterstützung der Eclipse 4 Workbench mit RAP haben wir auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Eclipse 4 ist aber ein sehr interessantes Thema für uns, und ich bin zuversichtlich, dass diese Unterstützung bald kommt.

Doch auch ohne Workbench können RAP-Entwickler schon jetzt von Eclipse
4 profitieren. Da in Eclipse 4 alle UI-Komponenten durch das Konzept der Dependency Injection von der Workbench entkoppelt sind, vereinfacht sich die Code-Wiederverwendung erheblich. So lassen sich Views, die für Eclipse 4 geschrieben werden, nun einfach in eine leichtgewichtige RAP-Anwendung einsetzen.

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