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Internet of Things: Studie 2018

Eclipse IoT Developer Survey 2018: Die wichtigsten Trends der IoT-Entwickler

Katharina Degenmann

© Shutterstock.com / TierneyMJ

Auch in diesem Jahr führte die Eclipse IoT Working Group in Zusammenarbeit mit verschieden IoT Organisationen eine Umfrage zum Thema IoT Implementierung durch. Befragt wurden über 500 Entwickler, unter anderem, zu ihren Lieblings Cloud-Plattformen und den Herausforderungen bei der Entwicklung von IoT-Produkten. Wie die neuveröffentlichte Studie von 2018 zeigt, sehen die IoT-Entwickler das Thema Sicherheit nach wie vor als eines der Hauptprobleme.

Bereits zum vierten Mal veröffentlicht die Eclipse IoT Working Group in Zusammenarbeit mit der IoT-Gruppe des IEEE, Agile IoT und der Open Mobile Alliance in diesem Jahr den IoT Developer Survey. Die 502 IoT-Entwickler, die in der Zeit von Januar März 2018 befragt wurden, geben einen Einblick in die IoT-Landschaft und stellen die wichtigsten IoT-Trends 2018 vor.

Das IoT gewinnt insgesamt an Relevanz, Open-Source Datenbanken dominieren den Markt und der Fokus der IoT-Entwicklung liegt nach wie vor auf der Sicherheitssteigerung. Die einzelnen Ergebnisse sind unter anderem in einem Blogeintrag von Benjamin Cabé, dem IoT Program Manager der Eclipse Foundation, zu finden.

Die beliebtesten Cloud-Plattformen

Wie in jedem Jahr wurden die Entwickler auch 2018 gefragt, welche Cloud-Plattform sie zum Aufbau ihrer IoT -Produkte bzw. Lösungen verwenden. Die Antwort ist eindeutig: Amazon AWS und Microsoft Azure sind die Top 2 Clouds für IoT. Seit seiner Einführung 2016 wird Amazon AWS jährlich zur beliebtesten Cloud-Plattform gewählt, gefolgt von Azure und Google Cloud Plattform.

Amazon AWS zeigt noch immer einen deutlichen Aufwärtstrend. Der Einsatz von AWS bei der Erstellung von IoT-Lösungen ist seit 2017 um 21 Prozent gestiegen. Derzeit wird die Cloud-Plattform von 51,8 Prozent der IoT-Entwickler verwendet. Auch Microsoft Azure erhielt in diesem Jahr Zugkraft und wird von 31,21 Prozent der IoT-Entwickler genutzt, 17 Prozent mehr als im Vorjahr.

Während AWS und Azure sich zunehmender Beliebtheit erfreuen, kämpft Google Cloud Plattform um die Anerkennung der IoT-Entwickler. Google Cloud Plattform wird lediglich von 18,8 Prozent genutzt und verzeichnet damit einen Rückgang von 8 Prozent gegenüber 2017.

IoT vor der Trendwende

Laut Cabé, sind es in diesem Jahr hauptsächlich Befragte aus den Bereichen industrielle Automatisierung, Energieverwaltung und Smart Cities, die an der Erfassung und Analyse von IoT-Daten beteiligt waren. 23 Prozent der Umfrageteilnehmer aus diesen Bereichen nannten Data Collection & Analytics als eines ihrer wichtigsten Interessen bei der Entwicklung von IoT-Lösungen. Dies sei eine Steigerung von 50% gegenüber dem Vorjahr und stelle dieses Thema auf Platz 2. Nummer eins bleibt das Thema Sicherheit, während sich Connectivity und Hardwareintegration den dritten Platz teilen.

Trend des IoT-Messaging Standard

Laut des Surveys 2018 wird MQTT in 62 Prozent der IoT-Lösungen eingesetzt und bleibt das meist genutzte IoT-Messaging-Protokoll. Laut Cabé zeigt dieses Ergebnis bzw. die jährlich wachsende Popularität des MQTT-Projekts, das Open Source gewinnt. Zudem könnte MQTT zukünftig mit MQTT 5 den IoT-Messanging-Standard ausbauen. Auch AMQP konnte mit 18,2 Prozent gegenüber 13,9 Prozent im letzten Jahr die Zahl seiner Nutzer erhöhen.

Obwohl HTTP mit 54,1 Prozent den zweiten Platz belegt, ist seine Nutzung rückläufig. Laut Cabé kann der Rückgang von HTTP auf die Verwendung von HTTP/2 (24,9 Prozent vs. 16,8 Prozent im letzten Jahr) zurückgeführt werden. Auch XMPP kämpft mit 4,3 Prozent um seine Akzeptanz und verzeichnet seit 2016 einen kontinuierlichen Rückgang.

Herausforderung Sicherheit

Seit Beginn der Umfrage im Jahr 2015 ist Sicherheit das Thema Nummer eins für IoT-Entwickler. Auch in diesem Jahr sehen 46,7 Prozent der Befragten Sicherheit wieder als größte Herausforderung.

Die Maßnahmen, die der Studie zufolge, von den Entwicklern selbst am häufigsten eingesetzt werden, sind Ansätze zur Kommunikationssicherung (insgesamt 57,3 Prozent), wie beispielsweise TLS und DTL, und Datenverschlüsselung (45,1 Prozent). Hardware-orientierte Sicherheitsmaßnehmen, wie beispielsweise Trusted-Platform oder Hardwaresicherheitsmodule, sind mit jeweils ca. 10 Prozent eher gering verbreitet.

Open-Source-Databases dominieren den Markt

Um besser nachvollziehen zu können, welche Art von IoT-Daten gesammelt und gespeichert werden, wurde der Survey in diesem Jahr um eine Frage erweitert, nämlich „What type of IoT data are you storing in a database or data store?“. 61,9 Prozent der erfassten Daten sind Time Series Data (z. B. Sensordaten), aber fast ebenso wichtig sind Device Information (60,4 Prozent) und Log Data (54,1 Prozent).

Vor diesem Hintergrund wurden die IoT-Entwickler zu ihren verwendeten Datenbanken und Datenspeicher befragt. MySQL führt mit 44,6 Prozent die Tabelle der meist verwendeten Datenbanken an. Anschließend folgen MongoDB (29,8 Prozent) und InfluxDB (15,7 Prozent) für die Speicherung nicht-relationaler IoT-Daten (z.B. Zeitreihen).

Hervorzuheben ist, dass 93 Prozent der Entwickler für IoT Open Source Datenbanken verwenden. Amazon DynamoDB (6,9 Prozent) stellt die einzige Ausnahme dar.

IoT-Betriebssystem

Das beliebteste Betriebssystem für IoT-Geräte, Gateways und Cloud-Backends des IoT, ist Linux (71,8%). Meistgenannte Linux-Distribution war Raspbian mit 45,5 Prozent, das Betriebssystem des Raspberry Pi. Anschließend folgen Ubuntu, das 44 Prozent der Linux-Nutzer verwenden.

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie in der Redaktion der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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