Das EclipseSource Oomph Profile

Eclipse Insights: Ein fertig konfiguriertes Eclipse

Jonas Helming, Maximilian Kögel

(c)  Shutterstock / Fernando Batista

In dieser neuen Kolumne präsentieren Jonas Helming und Maximilian Kögel Praxistipps aus dem Eclipse-Universum. Den Anfang macht das Aufsetzen einer idealtypischen Eclipse-Distribution mit dem Oomph-Projekt, so wie sie bei EclipseSource zum Einsatz kommt – und wie sie auch Ihnen als Basis Ihrer eigenen Distribution dienen könnte!

Das EclipseSource Oomph Profile

Die großen Stärken der Eclipse IDE war schon immer ihre Anpassungsfähigkeit und ihre Erweiterbarkeit. Schon ohne neue Plug-ins hinzuzufügen, lässt sich beinahe alles über benutzerspezifische Einstellungen personalisieren. Zusätzlich gibt es ein großes Plug-in-Ökosystem für jede vorstellbare Aufgabe, an der ein Entwickler arbeiten könnte. Die Unterstützung erstreckt sich vom Support für Programmiersprachen, über SCM-Integrationen, statische Code-Analysen bis hin zu Anbindungen von Task- und Bug-Trackern. Die offene Architektur der Eclipse-Plattform und die Open-Source-Lizenz erleichtern es, die IDE für bestimmte Zwecke zu erweitern und zu adaptieren.

Wenn dann doch noch einmal etwas fehlen sollte, wird der Entwickler dabei unterstützt, eigene Plug-ins zu entwickeln und damit Eclipse noch besser zu machen. Hunderte von Projekten und Entwickler haben genau das im Laufe der letzten 15 Jahre getan.

Diese Stärke und Vielfalt bringen aber auch ein Problem mit sich: Entwickler – vor allem wenn sie neu in Eclipse einsteigen – werden leicht von der Masse an Optionen überwältigt. Das Eclipse Packaging Project (EPP) leistet zwar bereits eine gute Arbeit dabei, vordefinierte Eclipse Distributionen zu erstellen. Wer allerdings nach einer einfachen IDE sucht, die zum eigenen Anwendungszweck passt (welcher auch immer das sein mag) und die persönlichen Plug-in- und Einstellungs-Präferenzen berücksichtigt, muss typischerweise die Standard-Downloads selbst anpassen. So werden einige großartige Tools (noch) nicht bei Eclipse gehostet und können darum nicht Teil eines EPP-Downloads sein. Zudem sind Default-Einstellungen Gegenstand langer Diskussionen, sodass es schwer ist, sie für alle zu ändern. Während es immer möglich ist, das eigene Eclipse zu verändern und anzupassen, kann es aber ziemlich müßig sein, das für jeden Entwickler und jede neue Version zu wiederholen.

Doch Eclipse wäre nicht Eclipse, wenn die Community nicht eine Lösung für dieses Problem entwickelt hätte. Das Oomph-Projekt stellt die Technologie zur Verfügung, die notwendig ist, um Profile anhand von persönlich angepassten Eclipse-Instanzen zu definieren. Dazu gehören installierte Plug-ins, aber auch Einstellungen. In Oomph können sogar Projekt-Spezifikationen beschrieben werden, etwa Repositories und Projekte, die noch ausgecheckt werden müssen.

Doch selbst wenn Oomph verwendet wird, müssen immer noch einige Entscheidungen über die zu verwendenden Plug-ins und Standard-Einstellungen der IDE getroffen werden. Um das Leben der Anwender zu erleichtern, möchten wir von EclipseSource unsere Standard-Einstellungen und installierten Plug-ins mit Ihnen teilen. Natürlich weichen wir manchmal für bestimmte Projekte selbst davon ab. Unsere hier vorgestellte Auswahl ist also eine Art gemeinsamer Nenner und Ausgangspunkt für neue Projekte. Um das Ganze noch nützlicher zu machen, beschreiben wir außerdem in dieser Serie die Einstellungen, die wir vornehmen, und die Plug-ins, die wir installiert haben.

Um unsere Standard-Auswahl für jeden benutzbar zu machen, haben wir ein Oomph-Profil erstellt. Mit diesem Profil können Sie eine Eclipse IDE mit allen Plug-ins und Einstellungen mit einem einzigen Klick installieren. Wir werden das Profil außerdem aktuell halten, falls es Neuerungen gibt oder Einstellungen angepasst werden müssen. Wenn Sie dieses Profil verwenden, können Sie also kontinuierlich von unseren Ideen profitieren, wie eine Standard-IDE am Besten eingestellt werden sollte. Selbst, wenn dieses Profil Ihren Bedürfnissen nicht zu 100 % entspricht, können Sie es immer noch als Basis verwenden und Ihre eigenen Anpassungen hinzufügen.

Im ersten Post erklären wir, wie unser Profil mit Oomph verwendet wird, um eine vorkonfigurierte Eclipse IDE zu installieren. In den folgenden Wochen werden wir die enthaltenen Plug-ins sowie die vorgenommenen Einstellungen im Detail vorstellen.

Installation

Unser allgemeines Profil (das EclipseSource Oomph Profile) ist auf GitHub zu finden. Um es zu benutzen, muss es in Oomph hinzugefügt werden. Danach kann es verwendet werden, um das vorkonfigurierte Eclipse-Profil zu installieren und Updates davon abzurufen. Um das Profil zu verwenden, müssen einmalig die folgenden Schritte ausgeführt werden:

  1. Den Oomph Installer herunterladen und installieren.
  2. Nach dem Start von Oomph in den „advanced mode“ wechseln (in der oberen rechten Ecke des Fensters).
  3. Das „+“-Zeichen neben dem Filter-Dialog oben auswählen und die folgende URL hinzufügen: https://raw.githubusercontent.com/eclipsesource/oomph/master/EclipseSource.setup
  4. Die JVM und die Bundle Pool Location auswählen. Alle Bundles werden in den Bundle Pool geladen und mit allen mit Oomph verbundenen Eclipse-Instanzen geteilt. Auf „next“ klicken.
  5. Die nächste Seite überspringen (project specific setups) und auf „next“ klicken
  6. Die Variablen ausfüllen. Wir empfehlen:
    • Einen individuell benannten Ordner im Root-Ordner installieren
    • Name des Installations-Ordners: Entweder der gewünschte Projektname, der von Eclipse verwendet werden soll, oder bei geteilten Eclipse-Installationen: „EclipseSourceProfile“
    • Root Installations-Ordner: Dieser Ordner wird wiederverwendet, falls eine zweite Eclipse-Instanz hinzugefügt wird
    • Workspace: Nach Wahl.
  7. Auf „next“ und „finish“ klicken

 

Nach dem Klick auf „finish“ lädt Oomph alle notwendigen Bundles herunter, nimmt die vorgegebenen Einstellungen vor und startet die IDE. Ab jetzt muss der Oomph Installer nicht mehr verwendet werden, außer um eine weitere Installation zu erstellen. Um diese IDE erneut zu starten, kann einfach der Eclipse Launcher aus dem gewählten Installationsordner gestartet werden (unter Windows: eclipse.exe).

Um eine weitere, unabhängige Eclipse-Instanz zu installieren, werden alle oben genannten Schritte wiederholt. Nur unter Schritt 6 muss ein anderer Name für den Installations-Ordner gewählt werden. Die zweite Installation geht übrigens deutlich schneller, weil Bundles über den Bundle Pool mit mehreren Installationen geteilt werden.

Jetzt können Sie die IDE verwenden und prüfen, ob die Plug-ins und Einstellungen Ihren Bedürfnissen entsprechen. Wenn Sie etwas vermissen, können Sie es jederzeit über den üblichen Weg in Eclipse installieren (Help => Install new Software). Es ist außerdem möglich, dauerhafte Änderungen vorzunehmen. Darauf gehen wir in einem späteren Beitrag ein. Sollten Sie Probleme bemerken oder etwas vermissen, was auch anderen Nutzern nützlich sein könnte, kontaktieren Sie uns einfach, wir freuen uns über Feedback in unserem GitHub-Projekt.

Sobald eine Präferenz verändert wird, fragt Sie ein Fenster, ob die Änderung aufgenommen werden soll. Wenn Sie das machen, wird sie in allen ihren künftigen Installationen erscheinen, aber nur in Ihren. Noch einmal – wenn Sie denken, dass etwas für alle Nutzer interessant sein könnte, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung, sodass wir überlegen können, ob wir es dem Original-Profil hinzufügen.

In den nächsten Teilen dieser Serie werden wir unser Standard-Set aus Bundles und Einstellungen im Detail beschreiben.

Bis dahin, viel Spaß mit dem EclipseSource Oomph Profile!

entwickler.tutorial - Microservices

Microservices mit Spring Boot, Spring Cloud und Docker

Eberhard Wolff

In diesem Tutorial wird man auf den Umgang mit Microservices vorbereitet. Eberhard Wolff erklärt zunächst, was Microservices eigentlich sind und mit welchen Chancen und Herausforderungen die Arbeit mit ihnen verbunden ist. Nachdem die Grundlagen etabliert wurden, erklärt er den Umgang mit der Container-Sofware Docker und den Umgang mit dem Spring Framework, die anhand eines Micoservices-Beispiels in der letzten Lektion noch einmal praktisch angewendet werden.

Aufmacherbild: The eye of God Solar Eclipse von Shutterstock / Urheberrecht: Fernando Batista

Im englischen Original erschienen auf dem EclipseSource Developer Blog, einem Blog über Eclipse-Technologien, Modellierung, RAP, Mobile-Entwicklung, sowie allgemeine Entwicklerthemen aus dem Java- und JavaScript-Umfeld.
Geschrieben von
Jonas Helming
Jonas Helming
Dr. Jonas Helming ist Geschäftsführer der EclipseSource München GmbH sowie Consultant, Trainer und Software Engineer im Bereich Eclipse-Technologie. Seine Schwerpunkte liegen neben Java auf den Technologien Eclipse RCP, Eclipse-Modellierung und Eclipse 4. Weiterhin verfügt er über mehrjährige Erfahrung in der Etablierung und Anwendung von agilen Prozessen. Jonas ist aktives Mitglied der Eclipse-Community, leitet mit der EMF Client Plattform und dem EMFStore zwei bei der Eclipse Foundation gehostete Open-Source-Projekte und ist in einigen weiteren aktiv beteiligt. Als Berater und Trainer verfügt er über mehrjährige Erfahrung in der Vermittlung von Themen rund um Java und Eclipse sowie agilen Prozessen und hält einen Lehrauftrag der Technischen Universität München. Darüber hinaus ist er als Speaker regelmäßig auf Kernkonferenzen wie der JAX oder der EclipseCon. Kontakt: jhelming@eclipsesource.com
Maximilian Kögel
Maximilian Kögel
Dr. Maximilian Kögel ist Geschäftsführer der EclipseSource München GmbH und arbeitet als Senior Software Architect im Bereich Eclipse- und Web-Technologie. Neben seiner Fokussierung auf das Eclipse Modeling Framework und Eclipse RCP ist er auch mit der Entwicklung von Webapplikationen mit AngularJS, Web Components und JSON Schema vertraut. Ein Kernthema seiner Arbeit ist das Erstellen von Modellierungswerkzeugen basierend sowohl auf einem Eclipse- als auch einem Web Technologiestack. Er ist ein aktives Mitglied der Eclipse-Community, regelmäßiger Sprecher auf EclipseCons, Leiter und Committer bei mehreren Eclipse Projekten, u.a. EMFForms und EMF Core und nicht zuletzt Mitglied im Eclipse Architecture Council. Auch außerhalb des Eclipse Ökosystems ist er in Open-Source-Projekten aktiv und leitet z.B. das JSONForms-Projekt zur Entwicklung von Web-Applikationen. Als Berater und Trainer verfügt er über langjährige Erfahrung in der Anwendung und Vermittlung von Expertenwissen rund um Java, Eclipse und Web-Technologien sowie agilen Prozessen.
Kommentare

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4 Kommentare auf "Eclipse Insights: Ein fertig konfiguriertes Eclipse"

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Manuel Bork
Gast

Lieber Max, lieber Jonas,

danke für den schönen Artikel über Eclipse Oomph. Wir arbeiten ja neben Oomph auch an Profiles – deshalb habe ich auf Basis eurer Konfiguration ein Profile angelegt. Zum Ausprobieren ist der Link hier: http://profiles.yatta.de/CT1u

Profiles verwendet Oomph um Profile vollautomatisch zu erstellen, und bei Profil-Updates werden alle Follower informiert. Fallen euch hierbei ggf. Unterschiede zu eurer Konfiguration auf?

Freue mich auf euer Feedback,
Manuel

Sven Hofrichter
Gast
Hallo, welch interessanter Artikel, der mal wieder etwas mehr Licht in die „Finsternis“ bringt. Ich finde es aber auch immer wieder interessant, dass nicht selten die IDE in den Vordergrund geschoben wird. Ja gut, ich befinde mich gerade auf einer solchen Seite, die das schon von ihrem Wesen her macht 😉 Das ist in festen Entwicklerteams auch durchaus sinnvoll, wird aber zu einem starken Hemmschuh, sobald man externe Unterstützer (Entwickler) ins Boot holt, die ggf. auf andere IDEs und Werkzeuge „eingeschossen“ sind. Eine Einarbeitung ist zwar möglich, kostet aber auch Zeit, die man nicht hat, wenn man externe Resourcen anzapfen… Read more »
Jonas Helming
Gast

Hallo Herr Hofrichter,

die Antwort auf Ihre Frage lautet nein und ja.
Oomph erlaubt es ganz prinzipiell eine Eclipse Instanz vorzukonfigurieren und sogar nach der Installation weitere typische Einrichtungsschritte zu automatisieren. Der Import von Maven Projekten kann einer dieser Schritte sein. Oomph verbessert damit nicht direkt das Zusammenspiel von IDE und Maven, kann aber die dazu notwendigen Schritte automatisieren.

Mit den besten Grüßen
Jonas Helming

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[…] unterstützt, von Versionsverwaltung über Bug-Tracker bis hin zu statischer Codeanalyse [2]. Dadurch lässt sich die IDE so anpassen, dass sie die jeweiligen Projektanforderungen optimal […]