Eclipse goes Cloud: Codenvy steuert Projekt Flare bei

Redaktion JAXenter
© shutterstock.com/Sinelyov

Vom Desktop in den Browser: Mit Orion und Flux gibt es bereits zwei Projekte bei der Eclipse Foundation, die der Eclipse-IDE Flügel verleihen und sie peu à peu in die Cloud befördern könnten. Falls die Zukunft der Entwicklungswerkzeuge tatsächlich im Web liegt, passt die noch ganz frische strategische Mitgliedschaft von Codenvy hervorragend ins Konzept. Die Firma hinter der gleichnamigen Software-as-a-Service-(SaaS-)Entwicklungsumgebung, die 2009 unter dem Namen „eXo“ ins Leben gerufen wurde, hat in ihre Ehe mit der Eclipse Foundation eine wertvolle Mitgift eingebracht: das gerade vorgeschlagene Projekt Flare. In dessen Rahmen steuert Codenvy nun seine SDK-Repositories der Eclipse Foundation bei.

Java auf der Server-, JavaScript auf der Clientseite

Laut Exposé soll Flare eine Plattform für SaaS-Entwicklungsumgebungen bereitstellen. Server- und clientseitige Erweiterungen (Extensions), eine Reihe von REST-APIs für den Zugriff auf Entwicklungsworkflows sowie Sprach- und Toolinganbindungen für Java, Git & Co. sind vorgesehen. Verwaltet werden die Erweiterungen in einem Kernel: der Flare Web Client Platform (WCP). Java auf der Serverseite, JavaScript auf der Clientseite, lautet hier die Devise. Der clientseitige JavaScript-Code soll auch fit für mobile Endgeräte sein.

Des Weiteren wird ein SDK zum Paketieren von Java-Erweiterungen, um diese in der Flare WCP zu deployen, zur Verfügung gestellt. Pate stehen hierbei die entwicklerfreundlichen APIs der Eclipse Rich Client Platform.

Eine PaaS-(Platform-as-a-Service-)-Lösung zur Verwaltung und Konfiguration von Entwicklungsumgebungen inklusive Analytics-Funktionalität ist ebenfalls in Planung. Der Name dieser Multi-Server-Architektur: Flare Enterprise.

Die Vorteil einer solchen Cloud-basierten IDE werden an einer Stelle im Projektvorschlag auf den Punkt gebracht:

Centralized cloud development systems, which orchestrate all of a developer’s activity such as project creation, builders, debuggers, editors, and code assistants, offer a way for environment configuration to be automated by the centralized system or offloaded to third parties such as system administrators. 

Flare, Flux, Orion

Im Projektvorschlag wird Flare als komplementäres Geschwisterprojekt der Cloud-IDE Orion bezeichnet. In der Anfangsphase wollen die Projektteams gemeinsam APIs für die Kommunikation zwischen Browser-Clients und Serversystemen erarbeiten und sich um Interoperabilität in puncto Plug-ins, Editoren und Workspace bemühen. Flare wird den Orion-Editor verwenden – ein erster Vorgeschmack darauf, wie sich die Projekte gegenseitig befruchten und beflügeln könnten. Auch Flux könne von den Infrastruktur-Komponenten profitieren, die im Rahmen von Flare entwickelt werden, heißt es im Exposé. Mit Flare, Flux und Orion setzt sich bei Eclipse also ab sofort ein vielversprechendes Dreigestirn an Projekten für einen sanften Übergang zwischen Desktop- und Browser-Entwicklung ein.

Codenvy hat weltweit 125.000 Anwender und setzt bereits stark auf Eclipse-Technologien wie die Eclipse Java Development Tools (JDT). Ein ausführliches Porträt der Firma lesen Sie auf JAXenter.com unter dem Titel Spotlight on: Codenvy, the cloud IDE. Die aktuelle Ausgabe des Eclipse Magazins mit dem Schwerpunktthema „Vom Desktop in den Browser“ beleuchtet die Projekte Flux und Orion. Zu Flux stand uns Projektinitiator Martin Lippert auf der JAX Rede und Antwort (s. Video).

Aufmacherbild: „setting sun over ripe cereals field“ von shutterstock.com / Urheberrecht: Sinelyov

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