Eclipse gewinnt ACM-Award: Erich Gamma´s "Built to Last" comes true

Hartmut Schlosser

Eclipse wurde von der renommierten Association for Computing Machinery (ACM) mit dem Software System Award 2011 ausgezeichnet. Der Preis wird seit 1983 an Institutionen oder Einzelpersonen für die Entwicklung von Software-Systemen vergeben, die einen bleibenden Einfluss auf die IT-Industrie ausgeübt haben. Dotiert ist der Preis mit 35.000 US-Dollar.

Im Einzelnen werden neun Personen geehrt, die maßgeblich an der Entwicklung der Eclipse-Plattform beteiligt gewesen sind. Die ausgezeichnete Kerngruppe um die erste Eclipse-Plattform, die 1999 bei IBM konzipiert und 2001 als Open-Source-Projekt der Öffentlichkeit präsentiert wurde, besteht aus John Wiegand, Dave Thomson, Gregory Adams, Philippe Mulet, Julian Jones, John Duimovich, Kevin Haaland, Stephen Northover und Erich Gamma.

In der Laudatio heißt es:

Für die Eclipse-Plattform und ihr visionäres Design einer universellen IDE (Integrated Development Environment), die Entwicklern eine erweiterbare Plattform für Application Development Tools bereit stellt, und eine beeindruckende, weltweite Open-Source-Community um sich versammelt.

Eclipse habe die Art und Weise verändert, wie Entwickler ihre Tools konzipierten: Eclipse definiere eine Menge von Interaktionsparadigmata, für die domänen-spezifische Varianten per Plug-in-Mechanismus eingebunden werden. Eclipse habe dadurch den Begriff der integrierten Entwicklungsumgebung revolutioniert, indem ein konzeptueller Kern identifiziert wurde, der jeder IDE unterliege.

Mike Milinkovich, Exekutiv-Direktor der 2004 gegründeten Eclipse Foundation, bezeichnet die Auszeichnung als große Ehre, stelle es Eclipse doch an die Seite von prestigiösen Preisträgern wie Java, Apache, Mosaic, das World Wide Web, Smalltalk und UNIX. Milinkovich hebt zusätzlich die Bedeutung von Eclipse als Katalysator für Java hervor, da es IBM mit Eclipse gelang, das fragmentierte Tooling für Java zu konsolidieren und in das führende Ökosystem zu verwandeln, das es heute darstellt.

Auch die Bedeutung von Eclipse für den Open-Source-Bereich könne nicht hoch genug eingeschätzt werden. Eclipse habe bewirkt, dass selbst große und konservativ agierende Unternhemen den Business Value erkannten, den Open-Source-Plattformen und -Communities in sich bergen. Zum ersten Mal sei mit der Eclipse Foundation bewusst ein Open-Source-Konsortium geschaffen worden, nach einem Modell, das heute von anderen Institutionen wie OpenStack aufgenommen wird.

Wir von JAXenter, dem Java Magazin und Eclipse Magazin gratulieren Eclipse herzlich für diesen verdienten Meilenstein der Anerkennung. Die Eclipse-Plattform hat sich in der Tat durch sein offenes, moduar angelegtes Architekturmodell sowohl als stabil wie auch als flexibel genug erwiesen, den Veränderungen der letzten Dekade standzuhalten. Gleichzeitig ist es der Eclipse Foundation gelungen, die Balance zwischen einer Open-Source-Bewegung mit offenen Partizipationsbedingungen und kommerzieller Verwertbarkeit zu halten.

Erich Gammas berühmtes Design-Prinzip „Built to Last“ wurde mit der Eclipse-Plattform auf exemplarische Art und Weise umgesetzt. Mit dem anstehenden Generationswechsel hin zur Eclipse-Plattform 4.2 stellt die Eclipse-Community zurzeit die Weichen, damit Eclipse auch in zehn Jahren noch eine ebensolche Marktrelevanz besitzt.

Wir wünschen Eclipse viel Erfolg dabei!

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Hartmut Schlosser
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