Wo steht das Linux-Tools-Projekt?

Eclipse für Linux: Status Quo

Der Eclipse-Katalog enthält auch ein Projekt, in dem Eclipse-Technologien für Linux-Anwender bereitgestellt wird: das Linux-Tools-Projekt. Projekt-Leiter Andrew Overholt berichtet vom Stand der Dinge im aktuellen Indigo-Release.

JAXenter: Kannst du das Linux-Tools-Projekt in einigen Worten beschreiben?

Andrew Overholt: Das Linux-Tools-Projekt zielt darauf ab, auf dem CDT-Projekt aufsetzend eine vollwertige C/C++-Entwicklungsumgebung für Linux-Entwickler bereit zu stellen. Das Projekt ist auch ein Ort für Linux-Distributionen, um gemeinsam Lösungen für die Bereitstellung von Eclipse Packages für Linux zu finden.

JAXenter: Im letzten Jahr konntet Ihr zum ersten Mal auch ein eigenes Linux-Paket zur Verfügung stellen. Wie war diesbezüglich das Feedback aus der Community?

Overholt: Wir haben nicht sehr viel direktes Feedback erhalten, aber 54 588 Downloads ist meiner Meinung nach eine ziemlich gute Leistung. Diese Zahl mag zwar niedriger als bei manch anderer Eclipse-Distribution ausfallen, aber wir stellen ja nur Archive für Linux (32- und 64-Bit) zur Verfügung, sodass wir von Beginn an über ein kleineres Zielpublikum verfügen.

JAXenter: Was gibt’s zum Indigo-Release Neues vom Linux-Tools-Projekt zu berichten?

Overholt: Interessanterweise wurden einige unserer Tools, die ursprünglich nur für Linux erhältlich waren, für die Arbeit mit Windows-Systemen erweitert. Das umfasst die GNU-Auto-Tools-CDT-Builder-Integration, die jetzt auch Teil des allgemeinen Pakets für die C/C++-Entwicklung ist. Die Plug-ins für die Zusammenarbeit mit LTTng Traces haben zahlreiche Performanceverbesserungen erfahren und ermöglichen nun auch die Arbeit mit Kernel Traces auf Remote-Systemen. Durch einen Communitybeitrag von IBM konnte unser Valgrind-Feature um die Unterstützung des Helgrind-Tools erweitert werden. Und schließlich ist nun die Hover-Hilfe für Funktionsaufrufe für alle APIs im devhelp-API-Browser verfügbar.

JAXenter: Im Eclipse-Community-Survey gab es zum ersten Mal einen Rückgang von Linux als präferiertes OS zu verzeichnen. Spiegelt das die reale Situation wider?

Overholt: Die Linux-Toolscommunity wächst weiterhin, sowohl was Anwender als auch Contributor und Committer anbelangt. Ich kann hier zwar nicht für das ganze Ökosystem sprechen, aber von unserem Standpunkt aus wird die Situation immer besser.

JAXenter: Welche nächsten Schritte stehen nun für das Linux-Tools-Projekt an?

Overholt: Der wichtigste Punkt auf dem Plan für Juno ist wahrscheinlich die Emanzipation des Projekts mit einem 1.0-Release. Wir werden viel Zeit mit der Stabilisierung unserer APIs und der Bereinigung der Verwendung interner Klassen in unseren Abhängigkeiten verbringen. Das ist sehr wichtig für uns, da die Menge der Produkte, die auf Basis des Linux-Tools-Plug-ins entstehen, weiter zunimmt. Im Juno-Release werden wir auch eine einheitlichere Oberfläche für unsere Profiling-Tools sehen. Vele Communitymitglieder interessieren sich auch für die Arbeit mit Remote-Systemen. Wir hoffen also, dass viele unserer Tools transparent mit Remote-Maschinen zusammenarbeiten werden.

JAXenter: Vielen Dank für das Gespräch!

Andrew Overholt arbeitet bei Red Hat an den Eclipse-Tools for C/C++ Developers. Er ist Project Lead des Eclipse-Linux-Toolsprojekts.

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