DemoCamp-Tour durch "Kasselfornia" und "Mainhatten"

Developer Café: Tech-Talks auf der Eclipse DemoCamp-Tour

Sophie Hollmann

An neuen Ideen, Technologien und Tools fehlt es nicht in der IT – was die Szene ja auch so sympathisch macht! Wer die Ideen-Werdung ganz hautnah miterleben möchte, kann dies zum Beispiel auf den zahlreichen Community-Treffen tun. Welche heißen Themen auf den aktuellen Eclipse DemoCamps diskutiert werden, lesen Sie in dieser Folge der Kolumne „Developer Café.“

Es ist wieder Eclipse DemoCamp-Zeit. Nach den letzten Camps zum Neon-Release in Pune und Trondheim trafen sich Software-Entwickler und Eclipse-Enthusiasten nun in Kassel und Frankfurt am Main. Beide AbYatta Veranstaltung 79ende boten spannende Tech-Demos aus dem Java-/Eclipse-Ökosystem und warteten mit einem neuen Veranstaltungskonzept auf.

Eclipse DemoCamps haben bei Yatta schon Tradition: Bereits zum dreizehnten Mal lockte ein spannendes Programm die Community nach „Kasselfornia“; in „Mainhattan“ traf man sich zum siebten Mal. Erstmalig wurde das Format um eine Ausstellung erweitert. Die Besucher konnten sich so in der Pause und im Anschluss an das DemoCamp an den Ständen der Speaker über die präsentieren Technologien im persönlichen Gespräch austauschen.

Das Konzept ging auf. Indem das kostenfreie Veranstaltungsformat um ein Ausstellungbereich ergänzt wurde, wurden weiteDemoCamp Kassel - Vortragre Berührungspunkte zwischen Besuchern und Speakern geschaffen. Ziel ist es, mit diesem Schritt einen Beitrag zur Stärkung der Eclipse-Community zu leisten.

Natürlich blieb am Abend auch noch Zeit für geselliges Networking. Die Kasseler Veranstaltung endete mit heißen Würstchen vom Grill. Wer das DemoCamp in Frankfurt besuchte, genoss ein Bier im nahe gelegenen Pub und den Ausblick auf die Skyline.

Doch werfen wir nun einen Blick auf die spannendsten Themen der beiden DemoCamps!

Developer Café

In der Kolumne Developer Café stellen Sophia Hollmann und Frederic Ebelshäuser von Yatta Solutions innovative Projekte, neue Tools und faszinierende Tricks für das Eclipse Framework vor. Sie haben das Ohr nah am Puls der Szene und berichten von Vortragsreihen und Conventions.

 

Bisher erschienen:

Highlights

ScenarioTools – Modeling and Analysis of Scenario-based Specifications in Eclipse

Der Scenario-basierte Ansatz erlaubt es Ingenieuren, Spezifikationen so zu formulieren, wie sie es auch in der frühen Entwicklungsphase tun würden.

Direkt aus der Forschung berichtete Prof. Dr. Joel Greenyer von der Universität Hannover. Mit den ScenarioTools stellte er einen Ansatz zur effizienten Entwicklung komplexer Softwaresysteme vor.

Softwareentwicklung lässt sich längst nicht mehr auf das Schreiben einzelner Programme beschränken, sondern beinhaltet Softwaresysteme mit vielen Komponenten, vielen interagierenden Benutzern und komplexen Prozessen, die sich zur Laufzeit verändern. Am Beispiel eines Car-to-X-Szenarios mit autonom fahrenden Fahrzeugen an einer Baustelle erklärte Joel, wie wichtig ein systematischer Entwurf für solche Systeme ist – besonders, wenn sie sicherheitskritische Funktionen umfassen. Dabei gilt es, komplexes Verhalten sowohl intuitiv als auch präzise zu formulieren. ScenarioTools nutzt dafür szenariobasierte Spezifikationen, durch die auch spätere Entwurfsmodelle und sogar Programmcode automatisch generiert werden können sollen. Zudem können die ScenarioTools automatisch potenzielle Fehlersituationen erkennen, sodass Entwickler ihnen schon in der Konzeptionsphase entgegenwirken können.

Eclipse Vorto

Natürlich muss immer noch jemand eine Gerätebeschreibung erstellen, aber mit Vorto schafft man das Technologie-agnostisch.

Auch das viel diskutierte Internet der Dinge blieb nicht unerwähnt. Jeroen Laverman (Bosch Software Innovations GmbH) gab eine Einführung in das Open-Source-Projekt Eclipse Vorto. Gerätehersteller, Plattformbetreiber und Endanwender stehen gleichermaßen vor dem Problem, dass die Integration neuer Geräte in bestehende Plattformen und Systeme sich als schwierig herausstellen kann. Mit sogenannten Informationsmodellen bietet Vorto die Möglichkeit, abstrakte und damit Technologie-unabhängige Gerätebeschreibungen zu erstellen. Diese können dann in das Vorto Repository (http://vorto.eclipse.org/) hochgeladen werden, sodass auch Dritte sie nutzen können. Dabei verfolgt Vorto einen Single-Source-Ansatz: Mit Code-Generatoren lassen sich die abstrakten Gerätebeschreibungen in andere Formate überführen, zum Beispiel in Dokumentation. So will Vorto für mehr Interoperabilität im Internet der Dinge sorgen.

Eclipse on Steroids – Boost your Eclipse and Workspace Setup

Wer sich damit auskennt, wird sich jetzt wahrscheinlich wundern: Kann das wirklich so einfach sein? Die Antwort ist: Ja, es kann!

Andreas Scharf (Yatta Solutions GmbH) lieferte nicht nur ein Update zu Profiles for Eclipse und dem Yatta Launcher, sondern gab auch eine kurze Einführung in die Cloud-IDE Eclipse Che. Denn Che Server und Workspaces können seit neuestem auch über den Yatta Launcher gestartet werden.

Mit Eclipse-Profilen und dem Yatta Launcher lassen sich komplette Projektsetups als „Schnappschuss“ speichern und teilen. Inzwischen kann man Eclipse Profile für sich selbst als Backup hinterlegen oder den Zugriff über Gruppen-Profile auf ausgewählte Nutzer beschränken.

Interessante Information am Rande – auch Eclipse Vorto steht inzwischen in drei Varianten als Profil zur Verfügung: Vorto IDE for Device Manufacturers, Vorto IDE for Solution Developers, Vorto IDE for Platform Developers

Testing multi threaded Java with Eclipse and vmlens

In der Realität laufen Operationen nicht immer synchron.

Thomas Krieger stellte vmlens vor, ein Eclipse-Plug-in zum Testen und Debuggen von nebenläufiger Java-Software. Zunächst adressierte er zwei Schwierigkeiten beim Testen von nebenläufiger Software: Zum einen kann je nach Hardware unterschiedliches Verhalten auftreten, zum anderen kann es zu Synchronitätsproblemen kommen, wenn Operationen nicht in der beabsichtigten Reihenfolge ablaufen. In seiner Demo zeigte Thomas Krieger, wie Deadlocks und Race Conditions, die beim Debuggen oft durchs Raster fallen, sich mit vmlens automatisiert aufspüren lassen.

Eclipse jetzt mit neuem Hibernate 5 Tooling & Java Cloud

Wenn Sie Java-Einsteigern sagen, sie sollen sich mal ein Eclipse einrichten, erleben Sie nach zwei Tagen pure Verzweiflung.

Vor allem für Java-Einsteiger ist das Formulieren von Datenbankabfragen in Java mitunter eine verzwickte Angelegenheit. Markus Kett (XDEV Software Corp. Deutschland GmbH) führte vor, dass die Entwicklung von Java-(Web)Anwendungen mit Datenbankanbindung mithilfe von RapidClipse und Hibernate-Tooling für Ein- und Umsteiger ein ganzes Stück einfacher wird. Zum Beispiel durch einen grafischen Editor zum Erstellen von Entities sowie einen speziell für JPA entwickelten SQL-Editor. Änderungen an Abfragen werden ebenfalls in SQL-Code vorgenommen und im Hintergrund auf Basis des JPA-Criterial API automatisch in Java-Code umgewandelt. So sollen auch Ein- und Umsteiger von Vorteilen von JPA und Hibernate, wie Typensicherheit, Refactoring und Datenbankunabhängigkeit, profitieren, ohne sich selbst in das JPA-Criteria API einarbeiten zu müssen.

Orchestrating the Build Process in a large Project Environment (OSBP) with Tools & Brain

Dann schlägt plötzlich der Build-Job fehl … und man sucht sich einen Wolf.

Ralf Mollik (Compex Systemhaus GmbH) schilderte die Erfahrungen seines Teams mit dem Aufbau einer Build-Infrastruktur für große Eclipse-Projekte und mit der Entwicklung der Open Standard Business Platform (OSBP). Dabei erklärte er, wie sich ein komplexer Build-Prozess automatisieren, beschleunigen und zugleich besser kontrollieren lässt. Das präsentierte Beispiel beinhaltete unter anderem Maven, Nexus, Jenkins, Gerrit, Sonar sowie viele dutzende Repositories. Ralf zeigte ebenfalls, wie eine Visualisierung eines so komplexen Build-Prozesses die Abhängigkeiten der einzelnen Jobs übersichtlicher macht und die Fehlersuche bei fehlschlagenden Builds deutlich beschleunigt.

Skalierbare, toolunabhängige funktionale Tests

Tester haben viele Freiheitsgrade.

Alexandra Schladebeck und Felix Ziesel (BREDEX GmbH) präsentierten eine Methodik zur Erstellung automatisierter funktioneller UI-Tests. Das Konzept zur besseren Trennung von fachlicher und technischer Ebene wird von entsprechenden Tools bisher nicht ausreichend oder gar nicht unterstützt. Stattdessen sprechen Testing-Tools UI-Komponenten nur technisch an. So mancher attestiere GUI-Tests daher einen schlechten Ruf, denn die Ergebnisse von schlecht konzipierten Tests seien oft nicht hilfreich: Es geht nicht darum, dass ein Test funktioniert, sondern darum, dass er sinnvolle Informationen liefert. Die Demo betonte ausdrücklich die Wichtigkeit von gut durchdachten Tests, egal, ob mit Jubula, Selenium oder einem anderen Tool getestet wird. Alexandra und Felix zeigten eine toolunabhängige Methode, um technische Aktionen in fachliche zu überführen. Das verhindere sinnlose „Spaghetti-Tests“, auch und gerade wenn funktionale Tests von Fachfremden durchgeführt werden.

Geschrieben von
Sophie Hollmann
Sophie Hollmann
Sophie Hollmann ist Technische Redakteurin und bei Yatta mit der umfassenden Dokumentation von Yatta Profiles for Eclipse betraut. Die Spezialistin in Sachen strukturierter Text ist für die knackige Aufbereitung wichtiger Informationen zuständig. Die vielen verschiedenen Informationen und technischen Daten in ihrem Kopf hält sie in der Freizeit mit Cellospielen und Radtouren unter Kontrolle.
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