Eclipse Community-Umfrage: Git und Mobile Apps sind im Kommen, Eclipse leidet unter langsamem Juno

Eric Herrmann

Die jährliche Umfrage der Eclipse-Gemeinde wurde veröffentlicht und fördert besonders in Sachen Versionskontrolle und Deployment-Betriebssystem Spannedes zutage: Bei ersterem summieren sich Git und GitHub auf 36,3 Prozent, was sie fast gleichwertig mit Subversion (37,8 Prozent) macht. Dabei ist anzumerken, dass in den vergangenen vier Jahren der Umfrage die Nutzung von SVN rapide gesunken ist, und Git(/Hub) die Anteile für sich zu verbuchen scheint: Lag die Verbreitung von Subversion im Jahr 2010 noch bei 58,3 Prozent, standen ihnen dazumal nur 6,8 Prozent Git-Nutzer gegenüber. Für GitHub konnte man erst im Jahr 2012 abstimmen. Letzteres erhielt damals 4,4 Prozent der Stimmen, dieses Jahr erhält die Social Coding Plattform immerhin 6,0 Prozent Anteil.

Auch die Landschaft der Betriebssysteme, gegen die entwickelt wird, ändert sich zusehends. Immer mehr Anwendungen landen auf Android- oder Embedded-Systemen. Sämtliche Desktop- und Server-Betriebssysteme wie Windows, Linux, Unix und Co. verlieren Anteil. Auch im Release Management gibt es etliche Verlierer: Ant (2012: 50,8 %; 2013: 38,3 %), PDE Build (11,6; 6,5) und Hudson (20,1; 12,7) verlieren, während Maven (42,3; 41,3) seine Führung behält und Jenkins (29,8; 35,3) seine Anhängerschaft vergrößert (insbesondere bemerkenswert, da das Eclipse-gehostete Hudson gegenüber dem Fork Jenkins zusehends das Nachsehen hat). Einen guten Start legt Tycho hin, mit dem schon 9,7 Prozent der Umfrageteilnehmer arbeiten.

In Sachen Cloud-Deployment haben sich die Zahlen kaum verändert: Noch immer ist knapp die Hälfte der Eclipse-Entwickler nicht motiviert, auch nur einen Teil ihrer Anwendungen bei Amazon, Google oder nur einer privaten Cloud zu hosten. Doch ein Blick auf die interessierte Minderheit offenbart, dass der Anteil derer gestiegen ist, die eine Mehrheit ihrer Anwendungen in die Cloud verlagern wollen: Waren es im Jahre 2012 zwischenzeitlich nur 6,4 Prozent, sind es jetzt immerhin acht Prozent – was wieder dem Wert von 2011 entspricht. Übrigens lagen Eclipse auch Zahlen für Deutschland vor. Hier scheint die Cloud-Müdigkeit besonders groß zu sein, denn 59,5 Prozent haben einen Umzug in die Wolken gar nicht auf ihrem Plan stehen.

Ebenfalls zögerlich reagieren die Eclipse-Entwickler auf Cloud-IDEs. Nur 2,6 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, eine webbasierte Entwicklungsumgebung für den Großteil ihrer Arbeit zu nutzen. Immerhin jeder zehnte hat mit Orion, Cloud 9, CodeEnvy oder Co. experimentiert. Jeweils rund ein Drittel hat entweder kein Interesse an solchen Angeboten, oder hat sich noch nicht mit dem Thema befasst, um eine Meinung dazu zu äußern. Um genau zu sein wählten 36,7 Prozent die Option „I don’t know enough to have an opinion.“

Doch auch die Offline IDE Eclipse 4.2 Juno hatte Startschwierigkeiten. Während im vergangenen Jahr die damals aktuelle Version 3.7 von 76,9 Prozent der Teilnehmer verwendet wurde, schaffte es Version 4.2 dieses Jahr nur auf 56 Prozent. Eclipse Release-Manager Ian Skerrett befürchtet in seinem Kommentar, dass dies mit den Performanceproblemen von Eclipse 4.2 Juno zusammenhängen könnte. Das könnte auch die gesunkene Zufriedenheit mit Eclipse erklären: Statt wie im Jahr 2012 noch 39 Prozent, sind dieses Jahr nur noch 29 Prozent der Eclipse-Nutzer „sehr zufrieden“, circa sechs Prozent sind sogar (sehr) unzufrieden (im Vorjahr waren es nur zwei Prozent).

Anders sieht es bei der Entwicklung von Mobile-Apps aus. Auch hier (wie beim Deployment-OS) weisen alle Tendenzen darauf hin, dass mehr Entwickler sich mit Anwendungen für Smartphones und Tablets beschäftigen werden. Nur noch jeder fünfte Entwickler habe diesbezüglich keine Pläne; vor zwei Jahren war es noch jeder dritte. Auf die Frage, wie die Entwickler das technisch angehen, weiß jeder dritte gar keine Antwort: 34,3 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzte die neue Anwortmöglichkeit „Don’t know“; welche sämtlchen anderen Optionen (Native SDKs (40,1 %), jQuery Mobile (24,4 %); Apache Cordova(11,2 %)) Anteile raubte. Sehr suspekt…

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Eric Herrmann
Eric Herrmann
Eric Herrmann war von 2012 bis 2013 als Redakteur bei Software & Support Media tätig. Sein Themenschwerpunkt liegt bei Webtechnologien, insbesondere PHP und JavaScript. Vor seiner Zeit als Online-Redakteur hat er Wissenschaftsjournalismus (B. A.) an der Hochschule Darmstadt studiert.
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