Interview mit Mike Milinkovich zur Gründung der ECD WG

Eclipse Cloud Development Tools Working Group: „Heute scheint die Antwort auf jede Frage eine Kombination aus Kubernetes und Cloud Native zu sein“

Dominik Mohilo

© Shutterstock / Romolo Tavani

Eine neue Working Group wurde von der Eclipse Foundation ins Leben gerufen. Unter dem Schirm der Eclipse Cloud Development Tools Working Group (ECD WG) sollen zukünftig sämtliche Eclipse-Projekte für die Cloud-Entwicklung angesiedelt sein. Wir sprachen mit Mike Milinkovich, Executive Director bei der Eclipse Foundation, über die Ziele der neuen Working Group und darüber, welche Projekte sie nun unter sich vereint.

JAXenter: Hallo Mike und nochmals danke, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Die Eclipse Foundation hat gerade die Gründung der neuen Eclipse Cloud Development Tools Working Group (ECD WG) bekannt gegeben. Meine erste Frage ist daher natürlich: Welche Ziele werden mit dieser Working Group verfolgt?

Mike Milinkovich: Die ECD WG legt, wie der Name schon sagt, einen Fokus auf die Evolution der Entwicklung von Tools für und in der Cloud. Ein Freund, der als Analyst arbeitet, und ich haben letztens gescherzt, dass die Antwort auf jede Frage heutzutage eine wie auch immer geartete Kombination aus „Cloud Native“ und „Kubernetes“ zu sein scheint. Das klingt erstmal wie eine maßlose Übertreibung, ist aber vielleicht näher an der Realität dran, als man meint. Immerhin hat eine unserer Umfragen ergeben, dass über 80 Prozent der Entwcikler Pläne haben, Cloud-native Anwendungen in den nächsten 12 bis 18 Monaten zu enwickeln. Als wir das gesehen haben, haben wir entschlossen, unsere Bemühungen dahingehend zu priorisieren.

Mit Projekten wie Eclipse Che und Eclopse Theia wollen wir die Nutzung einer IDE im Browser ermöglichen.

Wichtig ist auch zu wissen, dass die IDE praktisch das letzte Glied der Tool Chain für Entwickler ist, die wirklich noch auf dem Desktop angesiedelt ist. Entwickler nutzen immer mehr ihren Browser, egal ob sie sich mit Continuous Integration / Continuous Delivery, Bug Reporting oder der Verwaltung von Quellcode beschäftigen. Für alles, außer dem Code selbst, wird heutzutage der Browser verwendet. Mit Projekten wie Eclipse Che und Eclopse Theia wollen wir auch diesen letzten Schritt, also die Nutzung einer Entwicklungsumgebung, im Browser ermöglichen.

JAXenter: Wer ist an der neuen Working Group – von der Entwickler-Community einmal abgesehen – beteiligt?

Mike Milinkovich: Die Gründungsmitglieder der ECD WG sind unter anderem Broadcom, EclipseSource, Erisson, IBM, Intel, Red Hat, SAP, Software AG und TypeFox. Alle Mitglieder sind Vorreiter und Experten in ihrem jeweiligen Fachgebiet und wir haben einen gesunden Mix aus großen und kleineren Unternehmen. Da bereits jetzt ein ziemlich großes Engagement und Interesse besteht, habe ich keinen Zweifel daran, dass das Ökosystem schnell wachsen wird.

JAXenter: Welche Projekte bzw. welche Art von Projekten sind in der (nahen) Zukunft zu erwarten?

Mike Milinkovich: Die Working Group wird die Verwendung von integrierten Entwicklungsumgebungen in der Cloud und des Container-basierten Workspace Managements vorantreiben. Passieren soll dies durch die Nutzung von Standards, der Zusammenarbeit mit Drittanbietern von Entwickler-Tools und die Verbreitung von Eclipse-Projekten unter Cloud-Entwicklern. Wir wollen zudem die technische Evolution und eine breite Annahme von aufkommenden Standards für Cloud-basierte Entwickler-Tools vorantreiben, inklusive entsprechender Sprachunterstützung, Erweiterungen, Marktplätze und Enwickler-Workspace-Definitionen.

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JAXenter: Gibt es auch Tools, die bereits existieren und nun unter den Schirm der neuen Working Group wandern werden?

Mike Milinkovich: Definitiv! In Einheit mit der neuen Working Group werden die folgenden Projekte vom Eclipse Cloud Development Top-Level-Projekt unterstützt und promotet, die für die Entwicklung für und in der Cloud ausgelegt sind: Eclipse CheEclipse TheiaEclipse CodeWindEclipse Dirigible und Eclipse Sprotty, um nur einige zu nennen. Das Steering Committee der ECD WG wird nach und nach neue Projekte hinzufügen.

JAXenter: Werden die Tools, die in der Working Group erschaffen weden, Open Source (unter der Eclipse Public Licence (EPL) verfügbar sein?

Mike Milinkovich: Auf jeden Fall. Das ist unser Grundsatz, der bei der Eclipse Foundation immer im Vordergrund steht.

JAXenter: Wie können interessierte Entwickler sich beteiligen?

Wir wollen die technische Evolution und eine breite Annahme von aufkommenden Standards für Cloud-basierte Entwickler-Tools vorantreiben.

Mike Milinkovich: Nutzt die Tools! Probiert sie aus und gebt in den Projekten Feedback zu ihnen ab. Und damit sind an dieser Stelle nicht nur Bug-Meldungen gemeint, sondern auch Anfragen nach bestimmten Funktionen und Features. Wenn ihr die Funktionalität von Tools wie Che oder Theia mögt, dann schreibt Blogs darüber und Tweeted, welche Erfahrungen ihr mit ihnen gemacht habt.

Entwickler können außerdem der ECD-Tools-Mailing-Liste beitreten und der Working Group auf Twitter unter dem Handle @ECDTools folgen. Sollte ein bestimmtes nternehmen die Initiative unterstützen wollen, sollten die Verantwortlichen die Projekt-Charta und das ECD Working Group Participation Agreement (WPGA) lesen. Alternativ können wir auch jederzeit unter der Adresse membership@eclipse.org erreicht werden.

JAXenter: Vielen Dank für das Interview, Mike!

Mike Milinkovich has been involved in the software industry for over thirty years, doing everything from software engineering, to product management to IP licensing. He has been the Executive Director of the Eclipse Foundation since 2004. In that role he is responsible for supporting both the Eclipse open-source community and its commercial ecosystem. Prior to joining Eclipse, Mike was a vice president in Oracle’s development group. Other stops along the way include WebGain, The Object People, IBM, Object Technology International (OTI) and Nortel. Mike sits on the Executive Committee of the Java Community Process (JCP), and is a past member of the Boards of the Open Source Initiative (OSI), and the OpenJDK community.
Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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