Eclipse befragt die Basis: Wie soll Eclipse Luna aussehen?

Hartmut Schlosser

Die Verbesserung der Eclipse IDE soll wieder stärker in den Fokus der Eclipse Community rücken. Das ist der Grundtenor der Diskussionen, die in den letzten Tagen auf der dev-ide Mailing-Liste der Eclipse Foundation stattgefunden haben. Hatte man vor der EclipseCon Europe die Idee einer IDE Working Group erwogen, in deren Rahmen Konzept wie Ressourcen für die Weiterentwicklung der IDE gefunden werden sollen (wir berichteten), drehen sich die aktuellen Debatten um weniger ambitionierte Ziele: Es soll zunächst einmal die Meinung der Community zu ganz konkreten Verbesserungen der IDE eingeholt werden, die dann auch realistischerweise im Luna Release (Eclipse 4.4, Juni 2014) umgesetzt werden können.

Statt also eine Experten-Gruppe zu etablieren, die die Richtung (oder „Vision“) der zukünftigen Eclipse IDE vorgibt, geht man ganz basisdemokratisch mit einem öffentlichen Survey vor. Allerdings konnte man sich in dieser ersten Runde nur auf zwei Fragen einigen:

1.)  Soll das Lineal zur Anzeige der Zeilennummern in der IDE per Default aktiviert sein oder nicht?

2.)  Soll der Compiler per Default alle möglichen Code-Analysen durchführen und potentielle Probleme im Quellcode melden?

Geben Sie also Ihre Stimme in dieser Survey-Monkey-Umfrage ab – wo sonst können Sie so direkt über Features eines Software-Projektes mitbestimmen! 

Diese Web-basierten Schnellumfragen (weitere könnten folgen) haben den Hintergrund, dass sich Committer-Diskussionen um konkrete Punkte oft im Kreis drehen und nur schwer ein Konsens zu erzielen ist. In diesen Fällen die Community zu fragen, hebt den Entscheidungsprozess auf ein demokratisches Niveau – allerdings nur, wenn sich auch viele Community-Mitglieder an der Umfrage beteiligen (also nochmal: abstimmen!).

Ein durchschnittlicher Eclipse-User verfolgt typischerweise aber nicht unbedingt die Ankündigungen der Eclipse Foundation oder gar die Debatten auf Mailing-Listen – und so stellt sich die Frage, wie repräsentativ diese Webumfragen wirklich sind. Auch das Problem, inwieweit dieser Ansatz skalierbar ist, steht im Raum. Diese Einwände sehen natürlich auch die Eclipse-Verantwortlichen und erwägen für Releases nach Eclipse Luna direkt in der IDE eingebaute Mechanismen, über die man mehr über das Nutzungsverhalten der Masse in Erfahrung bringen kann.

Nicht aufgehoben ist bei diesem Feedback-Prozess indes die Frage nach der IDE Working Group – also das Problem der übergreifenden Konzeption samt Ressourcen-Gewinnung für die Umsetzung der dafür notwendigen Arbeiten. Wir sind gespannt, wie es hier weiter geht.  

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
Kommentare
  1. Trepper2013-11-27 15:45:16

    Ist diese Abstimmung lächerlich! Die Usability von Eclipse ist teilweise katastrophal und dann darf man über zwei Kleinigkeiten abstimmen. Ich fasse es nicht!

    Das ganze Eclipse-Projekt ist soweit abgedriftet, dass man nur noch zu NetBeans oder IntelliJ IDEA wechseln kann. Eclipse sieht den Wald vor Bäumen nicht mehr.

  2. Harry2013-11-27 23:51:45

    Eclipse sollte sich erstmal darum kümmern die laufenden Abstürze in den Griff zu bekommen. Es macht nicht viel Spaß eine größere App zu entwickeln wenn man laufend neu Starten muss

  3. hää2013-11-29 09:53:14

    "wo sonst können Sie so direkt über Features eines Software-Projektes mitbestimmen! "

    aha kommerzielle Softwarehersteller hören also nie auf die Meinungen/Wünsche ihrer User

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