DynamoDB: NoSQL in der Amazon-Cloud

Eric Herrmann

Amazon hat mit dem Datenbank-Service DynamoDB einen neuen Cloud-Dienst im Programm, der in seiner Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit nicht übertroffen werden soll, will man Amazons Technologie-Chef Werner Vogels glauben. DynamoDB folgt dem NoSQL-Trend und erbt viel Know-how vom gleichnamigen Dateisystem Dynamo. Die einfache Handhabung der bisherigen SimpleDB habe man allerdings erhalten.

Laut Vogels wurden mit DynamoDB folgende vier Schwächen von SimpleDB aufgegriffen:

  • Eine SimpleDB-Datenbank lässt sich nur in 10-Gigabyte-Schritten um weitere Datensatz-Container (Domänen) erweitern.
  • Die Attribute jedes Items einer Domäne müssen indiziert werden. Jeder Schreibvorgang aktualisiert daher die basic record und zusätzlich sämtliche Indizes des Attributs. Dadurch entstehen immer größere Latenzen.
  • Die konsistente Darstellung der Daten dauert bis zu einer Sekunde.
  • Die Berechnung des Preises nach Rechenstunden hat sich als zu komplex erwiesen.

Wer also den neuen Service DynamoDB nutzen möchte, der wird nicht länger auf Volumen-Beschränkungen stoßen. Dadurch, dass bei Schreibvorgängen nur noch der Primär-Index aktualisiert werden muss, verkürzt sich überdies die Latenz. Für die neuen Datenbanken wurden Rechenzentren mit Solid State Drives ausgestattet. Sämtliche Daten werden umgehend gespiegelt und in der Welt verteilt, um allen Katastrophen standzuhalten.

Amazon verspricht, mit seiner nicht-relationalen Datenbank einen entscheidenden Flaschenhals beseitigt zu haben. Das hat allerdings auch seinen Preis: Jedes Gigabyte Speicher in DynamoDB kostet einen US-Dollar; Schreibzugriffe werden stundenweise in Zehnerpaketen reserviert, Lesezugriffe stundenweise in Fünfzigerpaketen zu je einem Cent. Zusätzliche Kosten entstehen bei großem ausgehenden Traffic. Rechenbeispiele helfen Kosten kalkulieren.

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Eric Herrmann
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