Durchführung von Softwareprojekten über die Unternehmensgrenzen hinweg

Wie kann die Projektarbeit mit einem solchen virtuellen Unternehmen funktionieren?

Ein Rezept, wie in Projekten mit virtuellen Unternehmen gearbeitet werden kann und wie ich meine Planungen darauf aufbaue, kann es nicht geben. Je nach Projektmethode, nach vorhandenen Teammitgliedern, nach Art der Flexibilität und Know-how, das ich für mein Projekt benötige, gibt es immer ein individuelles Muster meines Vorgehens. Generell lassen sich aber folgende Aussagen treffen, die für mich als Projektleiter eine Bewertung meines Vorgehens ermöglichen. Lassen Sie uns auf die verschiedenen Faktoren blicken und wie eine Strategie in diesem Zusammenhang aussehen kann.

PM-Methoden

Wende ich klassische PM-Methoden (Wasserfall) an und plane ich generell das Gesamtprojekt im Vorfeld durch, so kann zu Beginn des Projekts eine Anfrage an den Information Broker des VU gehen, um mir eine entsprechende Ressource zu benennen, mit der ich dann den Kontakt aufnehmen kann, um die Zeit- und Budgetplanung für mich zu ermöglichen. Auch in diesem Modell habe ich natürlich die Möglichkeit mit einem Ressourcenpool zu planen, wenn ich mich nicht auf einen einzelnen Mitarbeiter festlegen möchte. In diesem Fall vereinbare ich mit dem Pool eine lose Vereinbarung, dass ich zu dem genannten Zeitraum jemanden aus dem Teil des Netzwerks benötigen werde. Das ist damit noch keine Reservierung, sondern erst eine Ankündigung, die sicherstellen soll, dass bei möglichen Terminkollisionen durch andere Projekte eine Abstimmung stattfindet. Im Laufe der Zeit wird die Anzahl der verfügbaren Mitarbeiter geringer, da in der Regel irgendwann feste Buchungen anstehen. Ich als Projektleiter muss für mich definieren, ab wann ich die feste Bindung eines externen Mitarbeiters für mein Projekt bevorzuge, um so das Risiko zu senken.

Nutze ich agile Vorgehensweisen z. B. nach Scrum, so bietet es sich an, die Aufgaben in das Netzwerk über das Pull-Prinzip zur Verfügung zu stellen. Auch hier würde ich mich nicht an eine feste Ressource binden, sondern die Aufgabe ähnlich einer Auktion dem VU zur Verfügung stellen. In der Regel wird hier ein Information Broker Unterstützung leisten, um die Aufgabe entsprechend zu platzieren. Mitglieder aus dem Netzwerk können sich dann auf die Aufgabe „bewerben“ und würden sich dann auch an die Aufgabe binden.

Spezialität des Themas

Je spezieller das Thema, desto weniger Spezialisten wird es natürlich geben, die dieses Thema beherrschen. Damit muss ich in der Planung die Frage beantworten, wann ich Ressourcen festbinde. Gerade bei sehr speziellen Themen ist daher eine frühe Verbindlichkeit beider Parteien hilfreich. Hier ist das Risiko abzuwägen, das ich eingehen möchte. Je später ich die Spezialisten einbinde, desto flexibler bin ich in der Planung, verbunden mit dem Risiko, dass die Spezialisten vielleicht ausgebucht sind. Je größer das virtuelle Unternehmen, desto flexibler kann ich in der Regel agieren. Da virtuelle Unternehmen, wie hier beschrieben, auf persönlichen Kontakten beruhen, kann ich mit den Spezialisten anders kommunizieren. Es wäre denkbar, sich eine frühe lose Verbindlichkeit abzuholen, die dann zu einem späteren Zeitpunkt hinsichtlich Einsatzzeit konkretisiert wird. Auch das ist ein denkbarer Weg, um Risiken zu minimieren.

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