Was zur Hölle ist es?

Hinter den Kulissen: Duke das Java-Maskottchen

Natali Vlatko

© Oracle PR

Haben Sie sich je gefragt, was es mit Duke, dem Java-Maskottchen (nicht zu verwechseln mit dem Duke!) auf sich hat? Ist es die verunglückte Nachbildung eines Sternenflottenkommunikators? Vielleicht ein anthropomorphisierter Dinosaurierzahn? Was auch immer: höchste Zeit, es herauszufinden!

Die Ursprünge des Dukes als Java-Maskottchen waren lange Zeit von einem Dickicht aus Geheimnissen  und Verwirrungen  umwuchert. Was genau ist der Duke? Was stellt er dar? Und wie um alles in der Welt wurde er zum Repräsentanten einer der populärsten Programmiersprachen aller Zeiten?

Der Ursprung des Duke

Ob Sie es glauben oder nicht: Der Duke wurde ursprünglich als „Software-Agent“ entworfen. Java.net enthüllt folgendes:

Duke was the interactive host that enabled a new type of user interface that went beyond the buttons, mice, and pop-up menus of the desktop computing world.

Augenblick … das klingt irgendwie vertraut.

Das Green Project-Team von Sun Microsystemts machte Duke zum Star der ersten funktionsfähigen Demo ihrer Touchscreen-Benutzerschnittstelle. Die interaktive Home-Entertainment-Steuerung trug den Namen Star7.

Was das künstlerische Verdienst anbelangt, so kann man seine Dankesworte an Joe Palrang richten. Nachdem er den Blob-artigen Duke aus der Taufe gehoben hatte, machte er sich auf, um für DreamWorks an Animationsfilmen wie „Shrek“, „Antz“ und „Flutsch und weg“ zu arbeiten. Während seiner Zeit bei Sun arbeitete Palrang als Artdirector für Demo-Animationen bzw. -Anwendungen sowie die ursprüngliche Java-Technologie. Auch für diese frühe Konzeptzeichnung des Duke, die insbesondere auf das Green Project-Team abzielte, war Palrang verantwortlich.

Als für Java das gute alte Kaffeetassen-Logo in Auftrag gegeben wurde, mauserte sich der Duke zum offiziellen Maskottchen der Sprache. Wie Java.net schreibt, wurde der Duke von der Community sofort ins Herz geschlossen und hatte bereits den Gipfel dessen erreicht, was er werden konnte. Mit „den Gipfel erreicht“ meinen wir: Er bekam seinen eigenen Comic! „The Amazing Adventures of Duke“ wurde im Jahre 1996 veröffentlicht und machte den Duke zum “Net’s Smoothest Code Man”. Ja, wir können es bestätigen, der Duke ist ein Mann.

Der Comic weist eine beeindruckende Handlung auf, in der Java-Patriarch James Gosling höchstselbst einen Auftritt hat. Comic-Fans aufgepasst: Das Heft stammt aus der Feder von Neal Adams, der immerhin an der Ausarbeitung der modernen Bildsprache von DC-Charakteren wie Superman, Batman und Green Arrow mitwirkte und darüber hinaus auch einige X-Men-Ausgaben zeichnete. Allerdings blieb es bei dieser einen, 16-seitigen Ausgabe.

Der Duke wird quelloffen

Im Jahr 2006 wurden die graphischen Spezifikationen des Dukes unter einer BSD-Lizenz quelloffen gemacht. Das heißt, von nun an konnte jeder seine ganz eigene Interpretation des Duke über duke.kenai.com mit der Welt teilen. Von schräg bis großartig ist alles dabei:

  • Ein T-Shirt, das den Duke dabei zeigt, wie er auf der großen Welle vor Kanagawa surft  ist heute denn gar nichts mehr heilig?
  • Der Duke, wie er zusammen mit Tux, dem Linux-Maskottchen, den Tod von Sun Microsystems betrauert.
  • Der Duke, wie er es mit Godzilla aufnimmt
  • Ein schnorchelnder Duke obwohl er weder Augen noch Mund hat
  • Und noch einmal Duke und Tux vereint, diesmal im erbitterten Schwertkampf gegen einige Büroklammer-Krieger (ganz offensichtlich Anhänger des allmächtigen Karl Klammer)

Mit der wachsenden Beliebtheit des Duke dauerte es natürlich nicht lange, bis auf den JavaOne-Entwicklerkonferenzen auch lebensgroße Versionen anzutreffen waren:

Oracle

Duke at JavaOne 2011 © Oracle PR

Um den Status des Dukes als Maskottchen zu feiern, verpasste ihm Oracle, nachdem es das Zepter von Sun übernommen hatte, nach und nach einige neue „Persönlichkeiten“. Für den „Java Road Trip: Code to Coast“ schlüpfte er in dir Rolle des „Surfing Duke“, 2011 verwandelte er sich in den „Future Tech Duke“ und 2013 wandelte er als „Adventure Duke“ in den Fußstapfen von Indiana Jones.

Während der Duke als Repräsentant der Java-Technologie und von Innovationsawards allgemein bekannt ist, gab sein äußeres Erscheinungsbild lange Zeit Anlass für ein lebhaftes Rätselraten in der Community. Ist er ein alkoholkranker Pinguin oder ein Metronom? Vielleicht der Zeiger eines Hexenbretts? Oder stellt er den Weisheitszahn dar, der in der Frühzeit der Java-Entwicklung verloren wurde? Was wäre, wenn das Maskottchen eine etwas konventionellere Form erhalten hätte?

Das Maskottchen, das es nicht schaffte

Meine Damen und Herren, darf ich vorstellen: Der Java Bear ein Spielzeugteddy, komplett mit Oldschool-Logo, der aufzeigt, dass in den Frühzeiten von Java durchaus Potential für eine Maskottchen-Rivalität vorhanden war:

© K W Reinsch from flickr.com

© K W Reinsch from flickr.com

Mit seinem niedlichen grünen Pullover und den knuddeligen Knopfaugen gewährt der Java Bear einen seltenen Einblick in Suns Vorstellungswelt in Bezug auf Maskottchen und Merchandising. Was, wenn die Aufgabe als Java-Maskottchen in die plüschigen Hände eines unscheinbaren Teddybären gelegt worden wäre? Wir wissen es nicht, aber eines ist klar: Dieses Möchtegern-Maskottchen wird immer im Schatten von Duke dem Blob verharren.

Kurz gesagt, der Duke bleibt rätselhaft: Einerseits sofort erkennbar, andererseits unergründlich.

Bleibt eine Frage: Was macht der Duke in einem Java-DeLorean?

Aufmacherbild: Duke, the Java Mascot @ JavaOne 2011 © Oracle PR

Geschrieben von
Natali Vlatko
Natali Vlatko
An Australian who now calls Berlin home, via a two year love affair with Singapore. Natali was an Editorial Assistant for JAXenter.com (S&S Media Group).
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Marc Teufel

…und ich dachte immer, der Duke ist einem Toaster nachempfunden 😉