Dolmetscher in IT-Babel

Am Ende jedes Zyklus steht die Überprüfung des Projektfortgangs und die Abnahme fertiger Teilbereiche durch das Projektsteuerungsteam, zu dem auch ein Vertreter der Business-Seite gehört. So lassen sich Fehlentwicklungen vermeiden und veränderte Anforderungen der Fachabteilung berücksichtigen. Einen Haken hat die Sache jedoch: Sie sieht auf dem Papier gut aus, gelingt aber in der Praxis leider nur bedingt. Denn moderne IT-Projekte sind so umfangreich und die projektimmanenten Abhängigkeiten einzelner Bereiche und Projektteile so kompliziert, dass Entwickler und Fachabteilungen doch wieder aneinander vorbeireden.

Spiralmodell der Softwareentwicklung nach Barry W. Boehm
Transparenz durch Messbarkeit

Zwar haben viele Unternehmen ihre Standards und Vorgaben für Softwareentwicklung, Tests sowie Qualitäts- und Performance-Sicherung ihrer Projekte bereits zentral festgelegt und verfolgen ein iteratives Entwicklungsmodell, doch schaffen sie es nicht, ein für alle Beteiligten verständliches Gesamtbild zu erzeugen. Die Folge ist, dass Missverständnisse erst in den Projektmanagement-Meetings zu Tage treten. Eine weitere Optimierung des gesamten Projektablaufs tut Not, die Steuerung des Projektfortschritts muss in kürzeren Abständen erfolgen.

Ziel eines umfassenden Application Delivery Management ist die Überwachung von Projektfortschritt und Performance der noch in Entwicklung befindlichen Applikationen in Echtzeit. Das setzt voraus, dass die erfolgskritischen Parameter eines Entwicklungsprojekts klar definiert werden und ihr Erreichungsgrad möglichst automatisiert laufend gemessen wird. Auf oberster Ebene bedeutet das, dass an ein IT-Projekt ganz konkrete Business-Ziele geknüpft werden, aus denen sich die Anforderungen an das Projekt ableiten. Im Umkehrschluss lässt sich aus dem Projektstatus auf IT-Seite die Auswirkung auf die Business-Seite in harten Zahlen messen.

Eine Application-Delivery-Management-Lösung schafft also Transparenz, indem sie die IT-Leistung über den gesamten Projektverlauf hinweg messbar macht und technische Parameter in die Sprache übersetzt, die das Management versteht: Leistungskennzahlen in Euro und Cent.

Mehr Aussagekraft durch Konsolidierung von Projektinformationen
Moderne Application-Delivery-Management-Systeme sind mehr als nur ausgefeilte Projektverwaltungstools. Schließlich gilt es, nicht nur Statusmeldungen über den Fortgang einzelner Projektteile zentral zu verwalten, sondern möglichst konkret den Wertbeitrag jedes Projektteils zum Geschäftserfolg zu erfassen. In einem laufenden Entwicklungsprojekt funktioniert das durch die Verknüpfung von Tools zur Performance-Messung und Qualitätssicherung sowie für das Anforderungsmanagement. Die Informationen aus diesen drei Disziplinen werden mithilfe eines zentralen ADM-Servers zusammengeführt. Er kommuniziert mit den zu integrierenden Anwendungen mithilfe von Web Services. Dadurch können alle in einem Entwicklungsprojekt ohnehin auflaufenden Informationen zentral konsolidiert werden und erhalten durch einen automatischen Abgleich mit den Soll-Zahlen der Business-Seite eine Aussagekraft, die sie ohne die Verknüpfung nicht hätten.

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