Interview mit Erkan Yanar

Docker – Kubernetes – Knative: Wie ist der Stand der Dinge?

Hartmut Schlosser

© Shutterstock / lazy clouds

Docker hat sich als Container-Standard etabliert. Kubernetes ist als Orchestrierungsschicht darüber gesetzt. Die Plattform Knative könnte sich bald zum dritten Standbein für Container-Profis entwickeln. Wir haben uns mit Erkan Yanar, DevOps-Experte und Trainer des Docker Kuberneter Camps, über den aktuellen Stand der Dinge in den Projekten unterhalten.

Wo steht Docker?

JAXenter: Docker – Kubernetes – Knative: So eskaliert sozusagen das Programm deines DevOps Kubernetes Camps. Bring uns doch mal ein bisschen auf den aktuellen Stand! Wir beginnen mit Docker: Als etablierter Container-Standard bietet Docker die Grundlage für vieles. Welche Weiterentwicklung gibt es hier noch?

Die Zukunft von Docker Swarm Mode ist  – gelinde gesagt – unklar.

Erkan Yanar: Das ist keine einfache Frage. Derzeit liegt der Fokus von Docker darauf, den Entwicklern ein schönes Tooling in die Hand zu drücken. Wir sehen eher, wie die Zukunft von Docker Swarm Mode  – gelinde gesagt – unklar ist.

JAXenter: Dann fragen wir anders: Welche Weiterentwicklung wünschtest du dir? Oder ist es eher so, dass Docker, so wie es ist, gar nicht mehr verändert wird – oder gar nicht mehr verändert werden sollte?

Erkan Yanar: Gegenwärtige Entwicklungen wie z.B. bei Docker Desktop sind technisch nicht so interessant und austauschbar. Die sonstige Entwicklung ist eher solide. Sprich: Das Kerngeschäft ist zur Ruhe gekommen und optimiert sich.

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Kubernetes Status Quo

JAXenter: Dann Kubernetes: Hat sich mittlerweile auch als Standard etabliert, könnte man sagen. Obwohl es mit Docker Swarm ja auch eine Alternative gab. Oder gibt?

Erkan Yanar: Docker Swarm (Mode) führt ein Schattendasein, dessen Zukunft nicht wirklich klar ist. Es ist noch immer die einfachste Cluster-Lösung für Docker-Container.

Im Docker-Camp haben wir ja einen Tag Docker Swarm Mode, in dem wir zudem Logging, Reverse-Proxy, Monitoring (die gleichen Programme wie bei Kubernetes) behandeln. Wir schaffen es in etwa vier Stunden, Teilnehmer dazu zu bringen, ihre Container deklarativ in einem Docker Swarm Mode Cluster zu betreiben, bei dem – ähnlich wie bei Kubernetes – alles dabei ist.

JAXenter: Wer mit Kubernetes beginnen möchte, wo sollte der anfangen? Hast du da vielleicht einen Tipp für die Leser parat?

Ich würde spontan keine Hemmungen haben Kubernetes, für „alles“ zu verwenden.

Erkan Yanar: Kommt darauf an, was das Ziel ist. Wenn Interesse daran besteht, wie und warum etwas funktioniert, selbstredend das Kubernetes-Camp. Sonst einfach ein paar Einsteiger-Vorträge auf einer Videoplattform anschauen – gerne auch von mir, aber es gibt sicher bessere.

Sonst so schnell wie möglich anfangen. Docker Desktop kann einen Kubernetes Single-Node Cluster erstellen. Das ist vielleicht ein guter Anfang. Sonst würde ich empfehlen, mit kind oder k3d auf dem eigenen Rechner einen Kubernetes-Cluster aufzubauen.

Das ist erschreckend einfach und setzt lediglich Docker voraus.

JAXenter: Aus deiner Erfahrung: Welche typische Falle gibt es bei der Arbeit mit Kubernetes, die die Leute unbedingt vermeiden sollten?

Erkan Yanar: Meiner Meinung nach geht es weniger um Vermeiden als um Ändern des Mindsets. Applikationen müssen resilient sein. Kubernetes hat keine Orchestrierung im Sinne von Abhängigkeiten. Wenn sowas ignoriert wird, klappt es mit Kubernetes nicht.

Daher würde ich spontan keine Hemmungen haben Kubernetes, für „alles“ zu verwenden. Die Summe der Vorteile (automatisches Logging, Monitoring, Hochverfügbarkeit etc.) ist zu verlockend.

Was kann Knative?

JAXenter: Und zu guter Letzt: Knative. Für wen und was ist dieses Tool gemacht? Kannst du mal einen sinnvollen Use Case aufzeigen?

Erkan Yanar: Oh schwierige Frage. Wir reden hier ja von Serving, Eventing und Tekton. Erst mal die Funktionalität: Wir bekommen bessere Upgrademethoden oder zum Beispiel Canary-Deployments abhängig vom Header sowie automatische Skalierung (auch auf und von null). Dies geht mit Kubernetes so nicht.

Zudem wird dem Entwickler (bei Serving) viel von Kubernetes weg abstrahiert. Das alleine ist schon nett. Hier vielleicht ein ungewöhnliches Beispiel: das Encodieren von Filmen. Filme sollen in verschiedene Formate encodiert werden. Die Anfragen kommen spontan. Mit Eventing/Serving kann man das einfach und skalierend implementieren.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Interview!

Erkan Yanar beschäftigt sich seit dem letzten Jahrtausend mit Linux. Er ist freiberuflicher Consultant mit den Schwerpunkten MySQL, Containervirtualisierung, DevOps und OpenStack. Wenn er nicht bei einem Kunden ist, veröffentlicht er in Fachzeitschriften oder hält Vorträge auf Konferenzen.

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Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. #java #eclipse #devops #machinelearning #seo. Zum Lächeln bringen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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