Suche
Game Over

Docker goes Minecraft: Container spielend verwalten mit Dockercraft

Dominik Mohilo

(c)Shutterstock / gyn9037

Die Arbeit mit großen Datenmengen kann ziemlich eintönig sein. Immer das gleiche Interface, immer die gleichen Befehle und wenig Abwechslung. Mit Dockercraft kommt nun Farbe ins Container-Management.

Es klingt, wenn man ehrlich ist, ein wenig wie Science-Fiction: Mit Dave Tuckers Docker-Client Dockercraft steuert man seine Spielfigur in klassischer First-Person-Perspektive durch eine virtuelle Welt und verwaltet so seine Docker-Container. Was zunächst irgendwie merkwürdig klingt, sieht in der Praxis recht praktisch aus.

Natürlich gibt es eine Konsole, über die nach wie vor Befehle eingegeben werden müssen, doch die Visualisierung ist alles andere als eintönig. Dazu später mehr.

Bevor man durchstarten kann, muss man das Indie-Open-World-Spiel Minecraft installieren (sofern das nicht schon längst passiert ist). Doch keine Sorge: Der Minecraft Client wird nicht modifiziert oder verändert, alle Operationen laufen serverseitig. Durch ein spezielles Dockercraft-Image wird Docker kompatibel mit Minecraft, anschließend muss man den Dockercraft-Container starten. In Minecraft wird dann der entsprechende Server ausgewählt und nach dem Verbinden kann es losgehen.
Eine genaue Anleitung zur Einrichtung findet sich in auf der GitHub-Seite des Projektes.

Ist man schließlich mit dem Server verbunden – Dockercraft nutzt standardmäßig Cuberite, einen mit Minecraft und Lua-Plug-ins kompatiblen offenen Server –, findet man sich auf einer kleinen Plattform im großen, weiten Meer wieder. Ein blauer Container, pixelig und selbstverständlich ganz im Minecraft-Stil, erwartet den „Spieler“ bereits. Dies ist der Dockercraft-Server, der mit dem Host verbunden ist. Am Container sind drei Plaketten angebracht, eine gibt ID und Namen des Containers sowie des Images an. Die anderen beiden informieren den Nutzer über Prozessor- sowie Speicher-Auslastung.

Solange der Container blau ist, ist er aktiv. Will man ihn deaktivieren, gibt es die Möglichkeit, ihn zu betreten. Im Inneren findet sich, neben einer Fackel, die das Innere beleuchtet, ein Hebel mit der Aufschrift „Start/Stop“. Betätigt man diesen, wird der Container abgeschaltet und verfärbt sich automatisch rot. Auch ein Knopf zum Löschen des Containers ist im Inneren desselben zu finden, somit sind die Grundfunktionen für das Management abgedeckt.

Die Entwickler haben für das unter der Apache-2.0-Lizenz stehende Tool große Pläne, die über die derzeitigen Grundfunktionen weit hinausgehen. So sollen bald mehr Docker-Befehle unterstützt und Docker-Logs für jeden Container per Knopfdruck angezeigt werden.

Ob dies schon das Ende der Fahnenstange ist? Weit gefehlt. Auf verschiedenen Newsportalen wurden schon die Möglichkeiten einer Verbindung von Dockercraft mit dem VR-Device Oculus Rift besprochen: Entwickler könnten somit quasi selbst virtuell durch ihre Container-Welt spazieren.

Aufmacherbild: Stack of Cargo Containers at the docks von Shutterstock.com
Urheberrecht: gyn9037

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: