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Docker EE – Die Enterprise Edition von Docker

Dominik Mohilo

© 2017 Docker Inc.

Angular 4, Spring 5, Java 9 – das Jahr 2017 wartet mit einer beachtlichen Anzahl an neuen Major Releases auf. Und auch Docker hat sich für 2017 etwas Besonderes einfallen lassen: Die Aufteilung der Docker Plattform in die Docker Enterprise Edition (EE) und die Docker Community Edition (CE). Was das bedeutet und welche Änderungen es mit sich bringt, haben wir uns angesehen.

Docker erfindet sich neu – jedenfalls ein bisschen. Ab sofort gibt es Docker in zwei unterschiedlichen Versionen, nämlich als Docker Enterprise Edition (EE) und Docker Community Edition (CE). Wie die Namen bereits hergeben, richtet sich Docker EE dabei vor allem an Unternehmen, Docker CE enthält die kostenfreien Produkte des Docker-Ökosystems.

Damit Docker bei dieser Umstellung nicht die Konsistenz ihrer Versionen gefährdet, sind die aktuellen Versionen von Docker nun als Docker CE 17.03 und Docker EE 17.03 veröffentlicht worden. Damit führt Docker zugleich das neue Versionierungsschma YY.MM ein.

Docker EE vs. Docker CE

Dieses System, das unsere Leser womöglich von der Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA kennen, hat natürlich einen kommerziellen Hintergrund. Während die Community Edition weiterhin frei verfügbar bleibt, wartet die Enterprise Edition mit auf Unternehmen zugeschnittenen Features auf, die sich Docker Inc. in Zukunft bezahlen lassen will:

Docker Community Edition

Docker Enterprise Edition

Features Features
Die neueste Version der Docker Container Engine für eine verfügbare Infrastruktur Die neueste Version der Docker Container Engine auf zertifizierten Infrastrukturen (Enterprise OS & Cloud-Provider)
Zugriff auf neueste Features mit einer regelmäßigen Veröffentlichungsfrequenz Zertifizierte Container von dritten ISV-Anbietern
Unlimitierte öffentliche Repos as a Service, ein kostenfreies privates Repository as a Service Zertifizierte Plug-ins von Netzwerk- und Storage-Anbietern
Automatisierte Builds as a Service Docker Datacenter für integriertes Container-Management und Security
Image Security Scanning as a Service Ein intuitives und leicht zu nutzendes Web UI
Mandantenfähigkeit mit rollenbasierter Zugriffskontrolle (RBAC) und LDAP/AD-Integration
End-to-End-Security mit Secrets Management, Image Signing, Image Scanning und Policy
Image Management mit privater Registry, Storage und Caching
Support Support
Monatliche Edge-Releases für neueste Edge-Features Vorhersehbare, vierteljährliche Releasezyklen mit einem Jahr Maintenance pro Release
Vierteljährliche Stable-Releases mit viermonatiger Maintenance Support auf Unternehmensebene mit definierten SLAs und privaten Support-Channels
Support durch die Community in den Foren und Bugfixes für die aktuellste Version Rückportierte Hotfixes und Patches für alle unterstützten Versionen
Kollaborativer Support und Absicherung für zertifizierte Plug-ins und Container von Drittanbietern

Das neue Versionsschema passt in den neuen Plan für die vierteljährlichen Releases der Docker-Versionen, im Juni kann man somit vermutlich das nächste Release beziehen (Docker EE/CE 17.06).

Docker EE

Die Docker Enterprise Edition ist eine integrierte und zertifizierte Container-Plattform mit Support seitens der Entwickler. Sie wurde speziell für Teams konzipiert, die unternehmenskritische Anwendungen der Produktion angemessen erstellen, liefern und ausführen möchten.

Docker EE wird dafür in drei verschiedenen Paketen angeboten: Basic, Standard und Advanced. Mit der Basic-Version bekommen Unternehmen die Docker-Plattform, eine zertifizierte Infrastruktur und zertifizierte Container sowie Plug-ins aus dem Docker-Store. Zudem enthält Basic den Support durch Docker Inc. und ist für 750 US-Dollar pro Jahr verfügbar.

Die Standard-Version hat für 1500 US-Dollar pro Jahr zusätzlich ein verbessertes Image- und Container-Management, LDAP/AD Nutzerintegration und eine rollenbasierte Zugriffskontrolle (Docker Datacenter) an Bord. Die Advanced-Version kostet 2000 US-Dollar und fügt der Liste an Features noch das Docker Security Scanning und ein Continuous Vulnarability Monitoring hinzu.

Docker EE Overview / Quelle: Docker Inc.

Docker EE Overview / Quelle: Docker Inc.

Verfügbar ist die Docker EE für zahlreiche Systeme, unter anderem läuft sie auf CentOS, Red Hat Enterprise Linux, Ubuntu, Oracle Linux und Windows Server 2016. In der Cloud fühlt sich Docker ebenfalls wohl – AWS und Azure sind als Provider möglich. Für diese Systeme bietet Docker mit der Enterprise Edition exklusiv zertifizierte Features an: Die Docker Certified Infrastructure, Docker Certified Containers und Docker Certified Plugins.

Die Certified Infrastructure lässt sich auf den entsprechenden Systemen (Linux, Windows, Cloud) fest integrieren. Als Certified Container werden vertrauenswürdige ISV-Produkte zur Verfügung gestellt, die als Docker-Container zusammengepackt und verteilt werden. Zu guter Letzt werden unter dem Namen Certified Plugins eine Reihe von leicht zu installierenden Plug-ins und Containern vertrieben.

Docker CE

Wie oben bereits erwähnt, werden unter der Bezeichnung Docker Community Edition (CE) ab sofort sämtliche kostenfreie Docker-Produkte zusammengefasst. Die Docker CE umfasst die gesamte Docker-Plattform und eignet sich für einzelne Entwickler und kleinere (Ops)-Teams, die mit dem Erstellen von Container-Anwendungen starten wollen.

Zudem lässt sich die Docker CE lmit kostenfreien und bezahlpflichtigen Add-ons erweitern, die über Docker Cloud geladen werden. So können sich Nutzer Cloud-basierte Services herunterladen, die beispielsweise automatisierte Builds, Continuous Integration, private oder öffentliche Docker-Repositories und Security Scanning enthalten.

Docker Release Cycle / Quelle: Docker Blog

Docker Release Cycle / Quelle: Docker Blog

Wie man in diesem Schema sieht, wird es auch die Docker CE in verschiedenen Versionen geben. Docker CE Stable wird, genau wie Docker EE, in einem vierteljährlichen Turnus veröffentlicht. Jede Stable-Version wird für ein volles Jahr von Docker supported und Sicherheitsupdates und Bugfixes werden für alle noch unterstützten Versionen rückportiert.

Die Edge-Versionen der Community Edition hingegen erhalten nur in dem Monat Bugfixes und Sicherheitsupdates, in denen sie aktuell sind. Der Vorteil im Vergleich zu den Stable-Versionen ist der sofortige Zugriff auf die neuesten Features.

Docker hoch 5

Docker wird nun also in fünf unterschiedlichen Varianten angeboten. Das klingt erst einmal kompliziert. Wer sich nun fragt, wie diese neue Entwicklung seine eigene Docker-Nutzung beeinflusst, für den hat Docker ein Video veröffentlicht, in dem genau diese Frage beantwortet wird:

Eine Übersicht über die aktuelle Veröffentlichung von Docker EE und CE gibt es auf dem Blog von Docker. Wer sich für die Docker Community Edition interessiert, findet hier nützliche Informationen, über Docker EE kann man sich hier informieren. Auf der Downloadseite erfährt man alles, was man für die Installation benötigt.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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