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Interview mit David Messina, CMO bei Docker

„Docker war die treibende Kraft hinter der Container-Bewegung“

Gabriela Motroc

David Messina

Docker ist vor Kurzem fünf Jahre alt geworden! Anlässlich dieses Meilensteins haben wir mit David Messina, CMO bei Docker, über die letzten fünf Jahre in der Container-Welt gesprochen. Im Interview gibt David Einblicke in die aktuellen Entwicklungen bei Docker, erinnert sich, wie Docker zum Aushängeschild für Container wurde, und gibt einen kleinen Ausblick auf das, was für 2018 geplant ist.

JAXenter: Wie hat sich Docker seit seiner Gründung vor 5 Jahren verändert?

David Messina: Seit der Einführung von Docker im Jahr 2013, liegt ein langer Weg hinter uns. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Entwicklung Dockers an den Bedürfnissen unserer Anwender und Kunden orientiert, um die Innovation in den Bereichen Sicherheit, Orchestrierung und Vernetzung noch weiter voranzutreiben. Das hat dazu geführt, dass das Docker-Team für sämtliche Schritte einer Software-Lieferkette fortschrittliche Sicherheitsfunktionen entwickelt und neben Swarm für die Orchestrierung von Containern ein unmodifiziertes Kubernetes integriert hat. Wir haben unser Angebot an kommerziellen und Community-Produkten um Docker für Mac/Windows erweitet, außerdem bieten wir eine unternehmensfertige Container-Plattform, die Docker Enterprise Edition (EE). Und diese Entwicklungen sind nur ein Bruchteil der geleisteten Arbeit.

Als Docker fünf wurde, hatten wir bereits über 450 gewerbliche Kunden für die Container-Plattform Docker Enterprise – allein im letzten Jahr konnten wir also unsere Akquisezahl verdoppeln. Es gibt Millionen von Docker-Nutzern, 3,5 Millionen „dockerisierte“ Anwendungen und eine Milliarde Container-Downloads alle zwei Wochen. Diese Zahlen zeigen, dass die Dynamik in der Community und in den Unternehmen neue Höhen erreicht. Für Unternehmen ist die Überlegung, eine Container-Strategie umzusetzen, keine Frage nach dem „Ob“ mehr, sondern nach dem „Wann“. Viele der größten Unternehmen der Welt – etwa ADP, GlaxoSmithKline und MetLife – haben in unsere Container-Plattform als Grundlage für ihre digitalen und Multi-Cloud-Initiativen investiert.

Wir haben unserer unbeschreiblichen Community und unseren Kunden für die bisherige Reise zu danken.

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JAXenter: Was sind die größten Meilensteine in Dockers Entwicklung?

David Messina: Die vergangenen fünf Jahre waren eine unglaubliche Zeit. Wir verbinden mit diesen Jahren viele bemerkenswerte Entwicklungen und Meilensteine, die uns zu dem gemacht haben, was wir heute sind. Nach fünf Jahren hat Docker Millionen von Benutzern und 37 Milliarden Container-Downloads, mit einer Milliarde Downloads alle zwei Wochen. Im Jahr 2017 haben wir eine enorm ansteigende Nachfrage nach unserem Unternehmen erlebt – die Kundenzahl hat sich verdoppelt und die kommerziellen Kunden der Container-Plattform Docker Enterprise Edition (Docker EE) hat die Marke von über 450 kommerziellen Kunden geknackt – mit Hunderten der globalen Top 2000 an Bord.

Die vergangenen fünf Jahre waren eine unglaubliche Zeit.

Im vergangenen Jahr haben wir die Innovation im Container-Ökosystem durch Anwendungsmodernisierung, Orchestrierung, Sicherheits-Features und vieles mehr weiter vorangetrieben. Wir haben die Kampagne Modernnize Traditional Applications (MTA) gestartet, um Unternehmen einen klaren Weg in die Cloud – und letztlich hin zu Microservices – zu ermöglichen und das Budget für weitere Innovationen frei zu machen.

Auf der DockerCon EU in Kopenhagen haben wir die Integration von unmodifiziertem Kubernetes für die Docker-Container-Plattform angekündigt, um den Anwendern die Wahl zwischen Docker Swarm oder der Orchestrierung mit Kubernetes je nach ihren Bedürfnissen zu ermöglichen und gleichzeitig eine einfache Möglichkeit zu bieten, Kubernetes zu deployen. Im Laufe des Jahres haben wir unsere fortschrittlichen Sicherheitsfunktionen weiter ausgebaut, um jede Phase des Application Lifecycles mit Funktionen wie dem Secrets-Management, Image-Scanning und rollenbasierter Zugriffskontrolle (role-based access control = RBAC) abzudecken.

Dies hat dazu geführt, dass heute Hunderte der weltweit größten Unternehmen die Container-Plattform Docker EE als Kernkomponente für ihre IT-Strategie nutzen. Mit Docker EE können sich Unternehmen während des gesamten Delivery-Prozesses auf die gleiche Nutzungserfahrung mit Docker verlassen, egal ob sie mit großen oder kleinen, alten oder neuen Anwendungen beginnen, egal welches Betriebsmodell, welches Betriebssystem oder welche Infrastruktur sie nutzen und unabhängig davon, ob die Anwendung lokal oder über mehrere Clouds hinweg läuft.

JAXenter: Wie wurde Docker zum Aushängeschild für Container?

Docker revolutionierte die Art und Weise, wie Entwickler und System- administratoren Anwendungen erstellen, sichern und verwalten.

David Messina: Das geht auf die Pycon 2013 zurück. Gründer Solomon Hykes enthüllte Docker während eines Lightning Talks und unmittelbar nach der Session gab es einen elektrisierenden Buzz rund um das Projekt. Das liegt daran, dass Docker die Lösung für ein großes Problem fokussiert hat, das alle Entwickler betrifft: Es eliminiert das „Matrix aus der Hölle“-Problem für jede Anwendung, auf jedweder Infrastruktur. Docker bot eine Möglichkeit, die Unabhängigkeit zwischen der Anwendung und der Infrastruktur durch ein standardisiertes Container-Format zu schaffen, das mit einfach zu bedienenden Werkzeugen erstellt werden konnte.

Die positive Resonanz zur neuen Technologie schaffte von Anfang an eine unglaubliche Akzeptanz bei den Entwicklern und förderte die Open-Source-Zusammenarbeit rund um das Projekt. Docker ist die treibende Kraft hinter der Containerisierungsbewegung und steht seither im Zentrum dieses Ökosystems; es revolutionierte die Art und Weise, wie Entwickler und Systemadministratoren Anwendungen erstellen, sichern und verwalten.

JAXenter: Warum hat sich Docker entschieden, nativen Kubernetes-Support anzubieten? Bedeutet das, dass Kubernetes den sogenannten Orchestrierungskrieg gewonnen hat?

David Messina: Flexibilität und eine Wahl zu haben, waren schon immer das Fundament von Docker. Dies ist bis heute eine unserer Kernkompetenzen und ist natürlich auch in die Docker Enterprise Edition eingeflossen. So wie unsere Enterprise-fähige Container-Plattform Multi-Linux, Multi-OS und Multi-Cloud unterstützt, wollten wir diese Entscheidungsfreiheit auch auf die Orchestrierung übertragen, weshalb wir die Option bieten, Kubernetes oder Swarm zu nutzen.

Die Entscheidung, Kubernetes unmodifiziert in die Docker-EE-Plattform einzubinden, basiert auf dem Interesse der Anwender und Kunden, Kubernetes einfacher zu verwalten, gleichzeitig aber die Vorteile der erweiterten Möglichkeiten von Docker EE in Bezug auf integrierte Sicherheit, Automatisierung und Auswahl nutzen zu können. Mit der Integration können Anwender die Komplexität des Deployments von Kubernetes abstrahieren und je nach Bedarf zwischen zwei sehr guten Orchestrierungstools wählen. Swarm und Kubernetes können nebeneinander im gleichen Docker EE Cluster laufen, und Unternehmen können das Orchestrierungstool zum Zeitpunkt des Anwendungs-Deployments auswählen, da beide verfügbar sind.

Die Orchestrierung ist ein wichtiger Teil des Puzzles, aber es ist auch wichtig zu bedenken, dass viele andere Funktionen für eine Container-Plattform unerlässlich sind, einschließlich Features in Sachen Sicherheit, Automatisierung, Vernetzung und so weiter. Die Docker-Container-Plattform wurde entwickelt, um all diese Funktionen abzudecken und einen durchgängigen Workflow über die gesamte Software-Lieferkette hinweg zu ermöglichen.

JAXenter: Welchen Docker-Tipp kannst du jedem ans Herz legen?

David Messina: Einer meiner Lieblingstipps ist, dass Docker einfachste Wege bietet, für Kubernetes zu entwickeln und es zu deployen. Mit Docker EE kann man einen Kubernetes Cluster entweder mit traditionellen Kubernetes-YAML-Dateien oder den intuitiveren Docker-Compose-Dateien einrichten. Ressourcen können zudem zwischen verschiedenen Orchestratortypen aufgeteilt werden. Auch Docker für Mac und Windows kann sehr einfach eingerichtet werden und wird jetzt mit einem voll funktionsfähigen Kubernetes Stack ausgeliefert.

JAXenter: Welche Herausforderungen sollte Docker im Jahr 2018 angehen?

David Messina: CIOs stehen weiterhin vor der allgemeinen Herausforderung, Innovationen voranzutreiben und gleichzeitig bestehende Technologien und Investitionen zu nutzen. Da jedoch die Wartung von Legacy-Anwendungen etwa 80 % des IT-Budgets ausmacht, bleiben nur 20 % für Innovationen übrig. Diese Botschaft hören wir immer wieder von unseren Kunden und deshalb haben wir das MTA-Programm eingeführt.

CIOs stehen weiterhin vor der allgemeinen Herausforderung, Innovationen voranzutreiben und gleichzeitig bestehende Technologien und Investitionen zu nutzen.

Legacy-Anwendungen stellen die Mehrheit der Anwendungen innerhalb eines Unternehmens. Was Unternehmen lernen, ist die Tatsache, dass es eine Menge Wert gibt, der durch die Containerisierung dieser Anwendungen freigesetzt werden kann. Mit dem MTA-Ansatz können Unternehmen einen sofortigen ROI nachweisen, da die Anwendungen sicherer, kosteneffizienter und portabler für hybride Cloud-Umgebungen werden. Dies bietet nicht nur einen klaren Weg in die Cloud, sondern liefert auch die Voraussetzungen für die Realisierung von Microservices und die Finanzierung weiterer Innovationen.

MetLife beispielsweise nutzt Docker EE, um seine Legacy-Anwendungen zu modernisieren und erzielt dabei Einsparungen von 66 % innerhalb von ungefähr 600 Anwendungen – so kann das 150 Jahre alte Unternehmen Innovationsprojekte selbst finanzieren. Die Erschließung des Wertes dieser Legacy-Anwendungen stellt eine enorme Marktchance dar, auf die wir uns auch im Jahr 2018 konzentrieren werden.

JAXenter: Die der Docker-Plattform zugrunde liegende Innovation, wurde im vergangenen Jahr in Bereichen wie Orchestrierung (Swarm + Kubernetes), Sicherheit, App-Modernisierung und weiteren vorangetrieben. Wohin geht es nun mit Docker? Was steht für 2018 an?

David Messina: Wir werden weiterhin eng mit unseren Kunden zusammenarbeiten, um die Möglichkeiten der Docker-Container-Pplattform zu erweitern und zu verbessern und Unternehmen auf dem Weg zur Anwendungsmodernisierung und Hybrid/Multi-Cloud zu begleiten. Da Docker so konzipiert ist, dass es mit den bereits vorhandenen Technologien der Nutzer zusammenarbeitet, können Unternehmen die Container-Plattform als Grundlage für neue Multi-Cloud-Initiativen und digitale Initiativen mit jedem Technologie-Stack oder -Anbieter nutzen. Die Auswahl der Docker-Plattform bietet diesen Unternehmen die Flexibilität, zukünftige Innovationen in ihrem eigenen Tempo zu unterstützen. Dies wird auch bei der Entwicklung neuer Technologien eine unserer Prioritäten bleiben. So gibt es etwa bereits Anwendungsfälle, bei denen Serverless und Edge Computing von Containern angetrieben werden – und wir arbeiten mit Kunden zusammen, um Prioritäten zu setzen.

Gleichzeitig befassen wir uns weiterhin mit der Förderung von Innovation und Zusammenarbeit innerhalb der Community und werden uns auch weiterhin stark in Organisationen wie der Open Container Initiative und der Cloud Native Computing Foundation engagieren.

Wir freuen uns auch, die DockerCon im kommenden Juni wieder nach San Francisco zu bringen. An der DockerCon werden mehr als 6.000 IT-Leiter, Entwickler, Architekten und Systemadministratoren aus der ganzen Welt teilnehmen und Docker wird seinen Partnern, Anwendern und Kunden mehr als 120 Sessions präsentieren – mit den neuesten Innovationen und digitalen Initiativen, die in der Containerisierung verankert sind. Große Unternehmen wie GE und McKesson werden während der Messe Einblicke in ihre jeweiligen Reisen hin zu Containern und ihre Erfahrungen mit der Docker Enterprise Edition geben. Die DockerCon setzt einen weiteren Meilenstein auf dem Weg ins sechste Jahr.

David Messina ist CMO bei Docker Inc.
 
 
 
 
Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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