Do it "The JBoss Way": Red Hats neue Open-Source-Initiative

Hartmut Schlosser

Viele Ankündigungen und Neuversionen wurden uns auf dem zurückliegenden Red Hat Summit in der letzten Woche präsentiert: Die JBoss Enterprise Platform 6, JBoss Developer Studio 5, dazu neue Versionen der Enterprise Data Services und Enterprise SOA Plattformen, der OpenShift Support für Java EE 6 und dann die spektakuläre Übernahme des Apache-Middleware-Spezialisten FuseSource.

Den Abschluss macht nun eine neue Initiative, die quasi Red Hats Leitideen der letzten Monate zusammenfasst: Mit „The JBoss Way“ stellt der Open-Source-Gigant einen konzeptionellen Ansatz vor, um mittels JBoss-Open-Source-Technologien auf produktive Art und Weise moderne Anwendungsentwicklung zu betreiben.

„The JBoss Way“, das klingt erst einmal irgendwie nach Marketing. Steckt vielleicht doch mehr dahinter?

Auf der Technologie-Seite besteht „The JBoss Way“ aus einer Zusammenstellung von Frameworks, Tools und Architektur-Designs, die insbesondere zeitgemäße Anwendungsfälle wie Cloud und Mobile abdecken soll. Der Technologie-Mix besteht u.a. aus Java EE 6, Arquillian, Hibernate 4, AeroGear, Errai, RichFaces, JBoss Forge, TorqueBox und Red Hat OpenShift, alle mehr oder minder vereint im JBoss Developer Studio 5 und der JBoss Enterprise Application Platform 6. Trends wie HTML5, Mobile, Web-Browser Events, Cloud Deployment und In-Container Testing sind Teil des JBoss-Konzepts für moderne Anwendungen.

Auf methodologischer Seite werden Nutzungsempfehlungen, Tutorials, Best Practices, inklusive Maven Archetypen, Architektur-Anleitungen, Screencasts und Quick-Start-Guides bereit gestellt. Eine Referenz-Anwendung namens TicketMonster demonstriert verschiedene Architektur-Ansätze. In folgendem Video stellt JBoss die Initiative vor:

Bei RedHats Mark Little hört sich das so an:

Over the past 10 years, through efforts such as Hibernate, JPA, Seam, CDI and JBoss Developer Studio, we’ve ensured that our focus on improving developer productivity has remained core to everything we do, including our work with the standards.

Projects such as Drools, Switchyard, Errai and Infinispan take this emphasis beyond Java EE so that whatever your area of interest, JBoss tools offer the solutions you need to develop and deploy your applications. We care about developers and I believe we’ve shown that time and time again, with innovation throughout our projects and our products. We expect that the momentum we’ve built up is only going to increase through The JBoss Way initiative and collaborative projects.

Was ist also „The JBoss Way“?

Im Grunde handelt es sich um eine Umbenennung des vor kurzem angekündigten JBoss Developer Framework, angereichert durch Dokumentationsmaterial und eingen Architektur-Empfehlungen. Aufgrund der mannigfaltigen Kombinationsmöglichkeiten der JBoss-Technologien ist ein klar identifizierbares Entwicklungs- bzw. Architekturmodell allerdings nicht auszumachen – außer der Tatsache, dass es sich um Open-Source-Technologien für die Java-Plattform handelt, die für den professionellen Einsatz konzipiert sind.

„The JBoss Way“ soll denn auch als Anspielung auf Marc Fleurys Terminus „JBossian“ gewählt worden sein, mit der der JBoss-Gründer seine Philiosphie „Professional Open Source“ beschrieben hatte – eine Philisophie, die damals einen klaren Antagonismus beschrieb.

Ist „The JBoss Way“ also für eingefleischte Java-Entwickler nicht mehr als eine nette Zusammenstellung bekannter Technologien samt Dokumaterial, bezeichnet die neue Marke gegenüber proprietären Plattformen eine kohärente Alternative. In diesem Sinne ist „The JBoss Way“ ein Mittel, die Open-Source-Entwicklung auf der Java-Plattform weiter salonfähig zu machen – und wer könnte dem nichts Positives abgewinnen?

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Hartmut Schlosser
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