E-Health auf Rezept?

Digitalisierung: Sozial- und Gesundheitsbranche liegt zehn Jahre zurück

Karsten Glied

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Eine digitale Transformation im Pflegebereich wird mit großer Skepsis betrachtet. Dabei kann sie das Personal entscheidend entlasten und mehr Zeit für den Patienten schaffen. Notwendig dafür ist Förderung durch den Staat sowie eine gute Planung. Nicht nur in der Verwaltung, sondern auch im häuslichen Alltag der Patienten kann eine Digitalisierung sowohl für das Pflegepersonal als auch für die Patienten eine Bereicherung sein. Die Deutsche Pflegebranche hat an dieser Stelle großen Nachholbedarf.

Der Megatrend „Digitalisierung“ macht auch vor der Sozial- und Gesundheitswirtschaft nicht halt. Gerade in dieser Branche führt kein Weg am digitalen Wandel vorbei. Eine Umstellung auf vermehrt digitale Prozesse kann den Gesundheitssektor signifikant voranbringen und letztlich für „mehr Hände am Bett“ sorgen. Allerdings schwingt beim Stichwort Digitalisierung häufig die Angst vor Wegrationalisierungen mit. Beim digitalen Wandel in der Sozialwirtschaft geht es allerdings nicht darum, Arbeitskräfte zu ersetzen, sondern, im Gegenteil, Pflegekräfte zu entlasten. Dadurch soll mehr Zeit für den Dienst am Menschen geschaffen werden. Die Zahlen sprechen für sich: Bis 2030 steigt bedingt durch den demografischen Wandel der Bedarf an Pflegeplätzen von derzeit 2,7 auf über 3,4 Millionen. Es wären 620 000 weitere qualifizierte Mitarbeiter nötig, um das aktuelle Niveau der Versorgung zu halten. Besonders in der Pflege- und Gesundheitsbranche führt solch ein Fachkräftemangel möglicherweise zu Lücken in der Betreuung. Denn den Grundstein für eine solide, menschenwürdige Pflege, sowohl im Krankenhaus als auch in der Pflegeeinrichtung, legt in erster Linie motiviertes und qualifiziertes Personal. Auch der belastende Zuwachs an Bürokratie wird wohl in den nächsten Jahren zunehmen – zielgerichtetes Handeln zur Erfüllung der Auflagen mit geringstem Aufwand lautet das Gebot der Stunde. Deshalb sollten Einrichtungen auf digitale Mittel zurückgreifen, um die Prozesse zu optimieren: Eine höhere Vernetzung verbessert die Kommunikation und verhindert doppelte Arbeit. Nur dann bleibt die Zeit der Mitarbeiter dort, wo sie hingehört: in der Pflege selbst. Dabei fängt Digitalisierung im ganz Kleinen an, beispielsweise bei einer schnellen Internetverbindung oder dem automatischen Staubsauger, der zusätzliche Arbeit abnimmt. Kleine Veränderungen, die Großes bewirken können.

Ohne Strategie – kein Plan

IT und Telekommunikation gehören heute zu den fundamentalen Arbeitsmitteln, auch in der Sozialwirtschaft. Sie müssen zuverlässig und sicher arbeiten, zudem einfach sowie intuitiv bedienbar sein. In diesem Bereich hat die gesamte Branche allerdings noch immensen Nachholbedarf. Denn nach dem digitalen Wirtschaftsindex ist die Gesundheitsbranche das Schlusslicht beim Thema Digitalisierung. Die Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie entstand, zeigt deutlich, dass der Sozial- und Gesundheitssektor noch stark unterdurchschnittlich digitalisiert ist. Bis 2022 wird die Branche mit 39 von 100 möglichen Punkten voraussichtlich weiterhin stark unterdurchschnittlich aufgestellt sein. Die strategische Ausrichtung auf den digitalen Wandel erfolgt eher langsam. Fatal, denn um die richtigen Schritte in Richtung Digitalisierung zu gehen, ist eine durchdachte Strategie vonnöten. Nur wenn sich Einrichtungen und Verbände fragen, was sie wirklich brauchen, wie dies zu erreichen ist und ob die Anpassungen von den Mitarbeitern mitgetragen werden, kann ein Digitalisierungsvorhaben gelingen. Die Verantwortlichen müssen sich aktiv um eine Strategie bemühen, denn der digitale Wandel muss auch im Gesundheitssektor als strategisches Thema begriffen werden. Die Nutzung digitaler Dienste sowie die Nutzungsintensität smarter Geräte und Infrastrukturen sind hier soweit noch deutlich ausbaufähig. Obwohl die befragten Gesundheitsunternehmen von der Wichtigkeit der Digitalisierung überzeugt scheinen, bieten lediglich acht Prozent entsprechende Angebote an. Mehr als die Hälfte halten den Einfluss der Digitalisierung auf den Unternehmenserfolg sogar für gering, nur 40 Prozent schätzen ihn dagegen als stark ein.

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Private Anbieter am Zug

Trotz einiger Bemühungen von Krankenkassen, Krankenhäusern und Ärzten ist Deutschland hinsichtlich elektronischer Patientenakte und Telemedizin von einem vollständig interoperablen und digitalisierten Gesundheitssystem noch weit entfernt. Das liegt einerseits daran, dass die Interessen der einzelnen Akteure sehr unterschiedlich sind, andererseits scheitert ein übergreifendes, einheitliches System an der Skepsis gegenüber einer zentralen Speicherung von Patientendaten. Da die Bundesregierung den Moment zur Einführung der elektronischen Patientenakte verpasst hat, breiten sich nun private Anbieter auf dem Markt aus. Krankenkassen und Start-ups nehmen sich der Marktlücke an: Sie entwickeln und testen bereits die digitale Verarbeitung von Patientendaten, um diese etwa in Apps für den Verbraucher nutzbar zu machen. Hieraus könnten sich Monopolstellungen einzelner Anbieter entwickeln, die sich Marktvorteile aus den sensiblen Daten sichern wollen. Die einzige Lösung: Die Bundesregierung muss zeitnah mit eigenen Angeboten beherzt durchgreifen und einen Maßnahmenkatalog mit sinnvollen Vorgaben liefern. Wer letztlich federführend die Software zur digitalen Akte bereitstellt, ist nur zweitrangig. Entscheidend ist jedoch, dass es sich um eine offene und staatlich unterstützte, DSGVO-konforme Plattform mit flexiblen Schnittstellen handelt. Nur so lassen sich verschiedene Systeme kombinieren und die Vorteile der elektronischen Patientenakte allen Akteuren zur Verfügung stellen. Damit nicht ausschließlich private Anbieter den Markt dominieren, müssen Staat und Selbstverwaltung zusammenarbeiten. Durch die staatliche Förderung und Bereitstellung digitaler Angebote eröffnen sich viele Chancen, um die Digitalisierung in der Sozialbranche voranzutreiben.

Digitale Klassiker

Gerade in stationären Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen können vernetzte IT- und Kommunikationslösungen das Personal unterstützen und Zeit für das Wesentliche schaffen: die Pflege direkt am Menschen. Eine verlässliche Kommunikation und Planung sowie Dokumentation sind entscheidend für die Prozesse in sozialen Einrichtungen. Gerade digitale Lösungen für den Verwaltungsbereich, wie etwa die elektronische Pflegedokumentation oder Dienstplanung, erleichtern den Arbeitsalltag enorm. Weniger Verwaltung, mehr Zuwendung – das sollte das Motto der Branche sein.

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Auch in der ambulanten Pflege kann die Digitalisierung für ein effizienteres Arbeiten und damit für mehr Zeit bei den Hausbesuchen sorgen. Ein mobiler Zugriff auf Klientendaten, Dokumentation, Tourenplanung und Kalender ermöglichen ein flexibles und sicheres Arbeiten. Des Weiteren können die Daten bereits MDK-konform nach einem Hausbesuch erfasst und zugänglich gemacht werden, wodurch das Personal nicht extra ins Büro zurückkehren muss. Die Kostenträger fordern schon lange „ambulant vor stationär“ – dies bedarf effizienter Lösungen, die den Verwaltungsaufwand minimieren und so für mehr Spielraum beim Hausbesuch sorgen. Entscheidend bei der Auswahl digitaler Lösungen sollten immer die sichere und komfortable Bedienung sowie der Nutzen für den Tagesablauf des Pflegepersonals sein. Ein solches System muss alle Leistungen komplett und übersichtlich erfassen und eine minutengenaue Dokumentation der Pflegezeiten zur Abrechnung ermöglichen.

Geschützt und unterstützt

Schon heute könnte die Digitalisierung Teile des Ressourcen- und Personalmangels in der Pflege auffangen: In der Nachtbesetzung etwa geben Lichtrufanlagen mit Aufschaltung der Telefone eine Übersicht über mehrere Flure. Deren Eskalationsfunktion ruft im Notfall eine zweite Fachkraft hinzu, wodurch Patienten doppelt abgesichert sind. Denn eine schnelle, sichere Patientenversorgung steht in der Pflege grundsätzlich an erster Stelle. Die Sensorik in der Sturz- oder Nässemeldung leistet da beispielsweise einen wichtigen Beitrag. Ein intelligentes Pflegebett schaltet etwa automatisch das Licht an, wenn der Pflegebedürftige nachts aufsteht, oder informiert das Personal, wenn der Betreffende nicht mehr ins Bett zurückkehrt. Ebenso unterstützen Kamerasysteme, Türsteuerungen und Wegläuferschutz den Empfangsbereich. Im besten Fall laufen alle Informationen zentral zusammen und speisen automatisch die Pflegedokumentation. Die digitalen Systeme entlasten die Mitarbeiter und helfen ihnen, motiviert zu bleiben und ihre Tätigkeit langfristig, professionell und effizient zu verrichten.

Unterstützung für den Alltag

Lange eigenständig und selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben – diesen Wunsch begünstigen alltagsunterstützende Assistenzlösungen und bieten Sicherheit und Freiheit für den Menschen und seine Angehörigen. Diese digitalen Lösungen sind ein wichtiger Baustein in der Betreuung von Bedürftigen: Sie unterstützen Bewohner und Pflegepersonal beispielsweise bei der Sturzerkennung, setzen einen automatischen Notruf ab, lösen einen mobilen Alarm mit GPS-Ortung aus oder schalten automatisch den Herd aus. Eingebunden in qualifizierte Pflege und/oder Betreuung, können sie den Wechsel in stationäre Einrichtungen erheblich verzögern. Teil eines digitalen Ausbaus sind auch passgenaue technische Lösungen wie Bewohnertelefonie, intelligente Lichtrufanlagen bis hin zu integrierten Hinläuferschutzlösungen. Auch sogenannte Wearables, die intelligenten Helfer in Form von smarten Endgeräten, unterstützen Pflegebedürftige auf Wunsch im Alltag. So ein Wearable ähnelt einem kleinen Handy, das mit einem 3-D-Bewegungssensor sowie einer Zwei-Wege-Kommunikation ausgestattet ist. Es erkennt einen Sturz und sendet daraufhin ein Notrufsignal ab. Falls die gestürzte Person auf Anfrage keine Auskunft über ihren Standort geben kann, lässt sich mithilfe von GPS- oder GSM-Ortung die Position des Sturzdetektors ermitteln. Weitere Haushaltshilfen wie smarte Abschaltsysteme sorgen dafür, dass Herd oder Ofen nicht die Höchsttemperatur oder die einprogrammierte Nutzzeit überschreiten. Somit können Gefahrenquellen im Haushalt eingedämmt werden.

Hintergrundsysteme vernetzen

In der Regel ist die Akzeptanz gegenüber digitalen Assistenzsystemen unter Pflegebedürftigen sowie Angehörigen und Pflegekräften sehr hoch, sodass eine Implementierung voraussichtlich positiv aufgenommen würde. Doch Vorsicht vor Stand-alone-Lösungen, diese sollten Interoperabilität zu anderen Systemen aufweisen, um die fachliche Spezifikation dieser Insellösungen nutzen zu können. Beispielsweise bietet es sich an, die Sensorik im Bett mit weiteren Systemen wie etwa dem Bewegungsmelder zu verknüpfen und die Informationen in einer Plattform zu sammeln. Auch die nachträgliche Erweiterung durch andere Assistenzsysteme bleibt so jederzeit möglich. Die Vernetzung pflegerischer Versorgung mit verschiedenen Dienstleistungen bietet sich in diesem Zuge ebenfalls an. Stehen Liefer-, Pflege- und Fahrdienste sowie Freizeitangebote in einem Pool abrufbereit zur Verfügung, profitieren Pflegebedürftige von mehr Eigenständigkeit im Alltag.

Ziel ist ein reibungsloser Übergang

Auch an der Schnittstelle zwischen ambulanten und stationären Gesundheitsdiensten können digitale Prozesse erheblich zur reibungslosen Kommunikation beitragen. Die Brisanz dieser Schnittstelle ergibt sich aus dem Wechsel zwischen verschiedenen Versorgungsbereichen und -arten, deren strukturelle, institutionelle und personelle Bedingungen und Kooperationsformen sich stark unterscheiden. Unregelmäßigkeiten an diesen Übergängen können eine kontinuierliche sektorübergreifende Versorgung erheblich behindern. Immer mehr ältere Patienten wechseln mehrmals zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen hin und her. Innerhalb dieses Übergangs ist die Wahrscheinlichkeit für Versorgungslücken deutlich erhöht – einerseits bedingt durch eine fehlende oder fehlerhafte Kommunikation der Sektoren und andererseits durch die nicht ausreichende Ausstattung mit allen benötigten Informationen. Von der Schnittstellenproblematik ist besonders der Übergang des Patienten vom Krankenhaus in die ambulante Weiterversorgung betroffen. Lösungen für die Schnittstelle kann hier die Digitalisierung bieten.

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Der Schlüssel liegt im reibungslosen, sicheren Datenfluss, auch wenn unterschiedliche Fachanwendungen für ambulant und stationär bei den verschiedenen Beteiligten genutzt werden. Oberstes Ziel sollte ein digitaler Standard, leitliniengerechte Behandlungspfade und eine sichere Austauschplattform sein. Ohne echte Interoperabilität der dafür genutzten Systeme lässt sich keine effektive Zusammenarbeit zwischen den Sektoren erreichen. Andere digitalisierte Branchen zeigen bereits den Weg: Nur die Nutzung professioneller Anbieter von digitalen Schnittstellen als neutrale Instanz zwischen den großen Softwareanbietern und die Aufbereitung der Daten mit Smart Data und KI sind hierfür sinnvoll. Eine Win-win-Situation für alle Anbieter: Mit offenen Schnittstellen ist der Weg frei für den Austausch mit anderen Systemen von Unternehmen, die eine unterschiedliche Sparte mit einer anderen Software ausstatten. Um das über einen anderen Weg als die Gesundheitskarte oder die digitale Patientenakte zu erreichen, bedarf es allerdings eines mühsamen und langwierigen marktwirtschaftlichen Wettbewerbs verschiedener Systeme, bei denen sicherlich auch viele Datenschutz-, Vertrauens- und Sicherheitsfragen ungeklärt bleiben würden.

Mehr Hände ans Bett

Erste Projekte von Seiten des Bundes haben zum Ziel, die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation voranzutreiben. Auch die aktuellen Bestrebungen der Minister für Gesundheit, Familie und Arbeit der Bundesregierung für Entlastung in der Pflege zu sorgen und den Fachkräftemangel abzumildern, sind löblich, aber nicht wirklich zukunftsorientiert. Das Potenzial der Digitalisierung zur langfristigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen wird noch unterschätzt. Dabei sind digitale Prozesse kein Feind der Pflege – sie sollen keine Arbeitskräfte ersetzen, sondern die Fähigkeiten der Mitarbeiter erweitern und sie bei der täglichen Arbeit entlasten. Das sogenannte informelle Pflegepotenzial, also die Bereitschaft beziehungsweise die Möglichkeit, Angehörige zu pflegen, sinkt. Alle Möglichkeiten der Mitarbeitergewinnung sollten deshalb unter Berücksichtigung der voranschreitenden Digitalisierung schon heute von Pflegeeinrichtungen ausgeschöpft werden. Den Kern bildet dabei die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, damit sich Fachkräfte auch hierzulande langfristig für einen Beruf in der Pflege entscheiden. Vereinfachte Prozesse sowie unterstützende Pflege- und Warnsysteme entlasten die Mitarbeiter physisch und psychisch. Eine digitale Dienstplanung sorgt für ein transparentes Dienstmodell, verlässliche Schichten und gleichmäßige Belastung. Einrichtungen sollten sich für die Zukunft rüsten und schon jetzt auf digitale Hilfsmittel zurückgreifen, um ein effizientes Arbeiten zu ermöglichen und den Mitarbeitern Frust aufgrund zunehmender Bürokratie zu ersparen.

Investition in die Zukunft

Künftig sind im Gesundheitssektor auch Veränderungsfähigkeit und Agilität gefragt. Noch immer dominieren in der Branche traditionelle Denkweisen und -muster. Zwar verfolgen nach eigener Aussage 60 Prozent der Krankenhäuser eine Digitalisierungsstrategie, allerdings fließen gerade einmal zwei Prozent des Jahresumsatzes tatsächlich in intelligente Technologien. Die Frage nach dem Warum wird häufig mit den Investitionskosten begründet oder es fehlt der nötige Anreiz, um smarte Strategien umzusetzen. Bei der Verteilung von Geldern investieren Unternehmen der Sozial- und Gesundheitsbranche oft getrennt in die Sektoren Instandhaltung, Personal und Digitalisierung. Bei der Frage der Investition sollte es aber keinesfalls um eine Entweder-oder-Entscheidung gehen. Die Digitalisierungsstrategie muss den Weg weisen, bei jeder Renovierung auch für geringe Mehrkosten die Infrastruktur für Digitalisierung mitzuverbauen – sonst entstehen doppelte Kosten. Sind diese Voraussetzungen geschaffen, besteht das Potenzial, Arbeitsbedingungen zu verbessern und nachhaltig für Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung zu sorgen. Langfristiges Ziel der Gesundheitsbranche muss der Ausbau digitaler Strukturen und eine gut aufgestellte IT-Abteilung sein, die die Maßnahmen steuert und umsetzt. Das wirkt sich positiv auf alle Bereiche einer Einrichtung aus. Denn ein Ende der Einsatzmöglichkeiten digitaler Hilfsmittel in der Gesundheits- und Sozialbranche ist nicht in Sicht: vom flächendeckenden WLAN über digitale Assistenzsysteme bis hin zu Pflegerobotern. Vielmehr tragen sie ihren Teil dazu bei, das bestehende Fachkräftepotenzial jetzt und in Zukunft vollends auszuschöpfen und damit einem Mangel an Fachkräften in der Pflege entgegenzutreten. Der Gesundheits- und Sozialsektor muss die Chancen des digitalen Wandels erkennen, sonst gerät die Branche bald weit mehr als nur zehn Jahre ins Hintertreffen.

Geschrieben von
Karsten Glied
Karsten Glied
Karsten Glied ist Geschäftsführer der Techniklotsen GmbH, die sich auf IT- und Techniklösungen für die Sozial- und Gesundheitswirtschaft spezialisiert hat. Als studierter Diplom-Betriebswirt entwickelte er schon lange vor dem Megatrend Digitalisierung Strategien für eine bessere Verzahnung von IT mit den fachlichen und wirtschaftlichen Anforderungen eines Unternehmens. Zudem tritt er als Vortragender auf internationalen Konferenzen auf und referiert rund um die Themen Digitalisierung und IT Business Alignment. Weiterhin publiziert Karsten Glied Beiträge mit dem Schwerpunkt IT und Digitalisierung.
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1 Kommentar auf "Digitalisierung: Sozial- und Gesundheitsbranche liegt zehn Jahre zurück"

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Hi, so einfach ist das in der Gesundheitsbranche jetzt auch nicht. Denn sobald Menschenleben von Technik abhängen nimmt man lieber die Lösungen, die man hat. Ansonsten darf man wieder endlos zertifizieren und div. Studien finanzieren, die belegen, dass die neue Trchnik auch wirklich immer das tut was sie soll. Und das kann schnell Millionen € verschlingen.

MfG