Das Programm der JAX 2016

JAX 2016: Digitale Transformation – vorne mit dabei sein!

Sebastian Meyen

Eine (gar nicht allzu) neue Sau wird mit viel Getöse durchs digitale Dorf getrieben: die „Digitale Transformation“. Wer sie nicht ernst nimmt, ist schon jetzt verloren, sagen die Propheten.

Kodak oder Nokia sind warnende Beispiele, die belegen, wie schnell es gehen kann, dass ein etabliertes Business im Nu den digitalen Bach herunter geht. Bemerkenswert ist dies insbesondere in einem Land, das zwar für seine Ingenieurskunst bekannt und für seinen technischen Qualitätsanspruch gelobt wird, in dem ansonsten aber eher Technik-Pessimismus als -Optimismus regiert: Handy-Benutzer wurden vor nicht allzu langer Zeit als Wichtigtuer ausgelacht, Smartphone-User wegen der schlechten Akkulaufzeiten ihrer Geräte bemitleidet, und Smartwatch-User müssen sich bis zum heutigen Tag Fragen nach dem Sinn stellen lassen und warum sie sich überhaupt für derlei Geräte interessieren. Und die Forderung nach absoluter Sicherheit droht praktisch jede Innovation im Keim zu ersticken.

Dass das Internet und mit ihm die Digitalisierung aller Dinge – das Internet of Things – die globale Ökonomie in atemberaubendem Tempo verändern, steht außer Zweifel. Wohin die Reise gehen wird, wissen dabei selbst die digitalen Utopisten nicht so genau. Wir sollten auf jeden Fall offen sein für die Veränderungen, die da kommen – und neugierig.

Nun sollen wir uns alle ganz schnell digital transformieren, sagen die Berater. Der Witz dabei ist, dass die Botschaft für Softwareentwickler im Kern nichts Neues bedeutet: im Agilen Manifest von 2001 steht eigentlich schon alles Wichtige dazu geschrieben. Wenn Sie also Erfahrungen haben mit dem ein oder anderen agilen Ansatz, betrachten Sie sich  als Speerspitze der Innovation und nicht als die träge Masse, die zum Umdenken überzeugt werden muss!

Allerdings sollten Entwickler nicht in der (agilen) Komfortzone verweilen, denn die Dinge können sich heute schneller ändern als manchem lieb ist. Und falls Sie sich bisher über verkrustete Strukturen und mangelnde Flexibilität in Ihrer Organisation geärgert haben, ergreifen Sie die Gelegenheit beim Schopfe. Noch nie ist die Bereitschaft zur Veränderung so groß gewesen wie derzeit!

In diesem Sinne gibt es bei der JAX 2016 viele Vorträge, die sich in der einen oder anderen Form mit diesem Wandel beschäftigen. Denn er vollzieht sich stets auf mehreren Ebenen zugleich: Technologien und Tools, Prozesse und Strukturen und nicht zuletzt der gesamten Unternehmenskultur.

Von der Theorie in die Praxis

Mit den Themenkomplexen Continuous Delivery, DevOps, Microservices, die in diesem Jahr einen besonders großen Raum einnehmen, adressieren wir diesen neuen Typus an Technologien, Architekturen und Vorgehensweisen mit einer noch nie da gewesenen Fülle an Programmpunkten.

In unseren parallelen Business Technology Days, für alle JAX-Teilnehmer frei zugänglich und bereits seit Jahren der Ort, an dem wir uns mit den Auswirkungen moderner digitaler Ansätze auf ganze Organisationen beschäftigen, finden Sie ebenfalls eine Vielzahl an Impulsen. Nicht zuletzt unser neuer „New Work Day“ thematisiert bemerkenswerte Arbeitsformen, die helfen können, die neuen digitalen Herausforderungen zu meistern.

Lesen Sie auch: Das Transformation Triangle: IT und Business erfolgreich transformieren

Letztlich jedoch handelt alles von einer immer stärkeren Tendenz, Software nicht als Zulieferer für traditionelle Industrien zu sehen, sondern als Herzstück modernen Wirtschaftens. Und das, liebe Softwareexperten, ist eine gute Nachricht für Sie und uns alle. Packen wir’s also an, bauen wir noch bessere Software und stellen uns proaktiv auf die Veränderungen ein, die in vielen Bereichen kommen werden oder schon herannahen.


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Sebastian Meyen
Sebastian Meyen
Sebastian Meyen ist Chefredakteur des Java Magazins sowie des Eclipse Magazins. Außerdem trägt er die Verantwortung für Programm und Konzept sämtlicher JAX-Konferenzen weltweit. Er begleitet so die Java-Community journalistisch schon fast seit ihren Anfängen. Bevor er zur Software & Support Media GmbH kam, studierte er Philosophie in Frankfurt.
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