Software von der Stange?

DevOps als Heilsbringer: Die Digitale Transformation verlangt schnellere Softwareupdates

Nigel Kersten

© Shutterstock.com / Kalakruthi

 

Die Digitale Transformation stellt immense Herausforderungen an die Bereitstellung neuer und aktualisierter Software. Unternehmen nehmen diese Entwicklung an, indem sie DevOps-Prozesse implementieren. Das lässt sie schneller und besser auf den Bedarf von Software reagieren. Einfache Softwarelösungen – sozusagen von der Stange – lassen sich einfacher und schneller anpassen und bereitstellen. Das spart Kosten.

Es sollte sich bereits bis in das letzte Rechenzentrum und jedes CEO-Büro herumgesprochen haben: Die Digitale Transformation ist tatsächlich mehr als nur ein Buzzword, das in der Szene kursiert. Die sich bietenden technologischen Vorteile der Digitalisierung sind einfach zu groß, um sie zu ignorieren und zahlreiche Unternehmen haben zumindest begonnen, digital zu transformieren. Zu den sichtbaren Veränderungen im Unternehmen zählen Cloud-Computing, die Virtualisierung der IT oder Mobile Computing. Weniger sichtbar sind hingegen die Veränderungen bei der im Unternehmen eingesetzten Software. Dabei ist es gerade Software, die die Prozesse eines Unternehmens am Laufen hält.

Was nicht passte wurde passend gemacht

Ein Großteil, der von Unternehmen genutzten Software wurde bisher oft einfach von externen Anbietern eingekauft und von der IT an die Nutzer verteilt. War die Software nicht von vornherein nutzbar, so wurde sie von Experten passend gemacht. So wurde sie umprogrammiert, um für genau diesen einen Fall im Unternehmen zu funktionieren. Seit dem Beginn der Digitalen Transformation ändert sich die IT jedoch kontinuierlich und Software muss, anders als Hardware, die meist viele Jahre läuft, oft an die sich ändernden Bedingungen angepasst werden. Das stellt natürlich alle Unternehmen vor Probleme. Vor allem aber die, die zu einem Großteil auf Software setzen, die individuell auf sie zugeschnitten und für die Anforderungen zu einem bestimmten Zeitpunkt programmiert worden ist. Ändern sich das System oder die Anforderungen, funktioniert diese spezielle Software nicht mehr. Dieser Ansatz der Softwarebereitstellung funktioniert in der modernen Welt natürlich so nicht mehr, weil dies zu langsam und zu teuer ist. DevOps ist hier ein moderner Lösungsansatz.

DevOps-Praktiken helfen Fehler bei der Softwarebereitstellung zu vermeiden

DevOps wird benötigt, um einerseits die Infrastruktur effizient zu verwalten, was DevOps mit dem Ansatz „Infrastructure as Code“ leistet, andererseits, um ständig aktuelle Software bereitzustellen. Außerdem verbindet DevOps als ganzheitliches Konzept die Arbeit von Softwareentwicklern, die Software programmieren, und der IT, die ihren Anwendern die Software zur Nutzung verfügbar macht. Ziel von DevOps ist es also, den kompletten Prozess der Softwarebereitstellung auf jeder Ebene des Unternehmens zu verbessern und an das hohe Tempo der Digitalen Transformation anzupassen.

Bei dieser Aufgabe hindert die Entwickler zu häufig starre, proprietäre Software. Meist vor dem Zeitalter der Digitalen Transformation erworben und von Externen brauchbar gemacht – auch mit dem Gedanken an ein folgendes Updategeschäft. Leider entscheiden sich Unternehmen immer noch zu häufig für komplizierte Software mit einem immensen und nur in Teilen voll genutzten Funktionsumfang. Dabei unterscheiden sich die Funktionen sich ähnelnder Softwarelösungen im Allgemeinen gar nicht allzu sehr voneinander – und nur wenige Extra-Funktionen werden mit einem exponentiell höheren Preis berechnet. Die Unternehmen wähnen sich auf der sicheren Seite – erwerben sie doch ein scheinbar zukunftssicheres Highend-Produkt mit vielen Funktionen. Um die wichtigsten Funktionen abzudecken, reicht jedoch meist auch eine einfache, nicht speziell angepasste Lösung aus. Jetzt machen diese komplexen oder individualisierten Softwarelösungen das Unternehmen unflexibel und abhängig vom Anbieter der Software.

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Aus einer Vielzahl von Produkten wählen zu können, die in etwa die gleiche Funktionalität bieten, ist ja generell eine gute Sache. Im Sinne der neuen Anforderungen der Digitalen Transformation wäre es sinnvoll, wenn sich die einfachste Lösung auswählen ließe, die nicht nur geringere Anschaffungs- und Betriebskosten bedeutet, sondern die sich einfach und ohne Modifikationen vom DevOps-Team in die Infrastruktur einfügen lässt. Software „von der Stange“ sozusagen nach dem Grundgedanken WYSIWYG (What You See Is What You Get) oder der „No Frills“-Option.

Software von der Stange zu nutzen bedeutet, weniger für unnütze Funktionen zu bezahlen. Und da es die Funktion von DevOps ist, Software schnell anzupassen, zu testen und zu warten, geschieht dies umso einfacher, je unkomplizierter die Software ist. Umfangreiche Anpassungen kommerzieller Software drängen Unternehmen in eine Position, in der automatisiertes Testen und Bereitstellen schwierig werden.

DevOps macht die Nutzung von Software von der Stange möglich

Unternehmen, die sich auf dem kontinuierlichen Weg der Digitalisierung befinden, müssen früher oder später DevOps-Praktiken im Unternehmen einführen, um Software schneller und einfacher bereitstellen zu können. Dazu bedarf es Softwareentwicklern, die im Tandem mit der traditionellen IT das DevOps-Team bilden. Ausgestattet mit einem solch integrierten Team, können Unternehmen schneller reagieren und das Talent ihres Unternehmens nutzen, um es für Innovationen zu nutzen anstatt unnötig an komplexen Softwarelösungen herumzuschrauben. Zu guter Letzt spart das Unternehmen an komplexen und individuell programmierten Softwarelösungen von Drittanbietern, die durch Software von der Stange ersetzt werden können.

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Geschrieben von
Nigel Kersten
Nigel Kersten
Nigel Kersten ist Chief Technical Strategist bei Puppet und war, seitdem er bei Puppet ist, bereits in verschiedenen Funktionen tätig, unter anderem als Produktleiter, CTO und CIO. Kersten war bei Puppet unter anderem für die Entwicklung der ersten Versionen von Puppet Enterprise verantwortlich und beteiligt sich intensiv an vielen DevOps-Initiativen. Vor Puppet war Kersten bei Google beschäftigt, wo er unter anderem am Unternehmenssitz in Mountain View für das Design und die Implementierung einer der größten Puppet-Einsätze der Welt verantwortlich war.
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2 Kommentare auf "DevOps als Heilsbringer: Die Digitale Transformation verlangt schnellere Softwareupdates"

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TestP
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„DevOps als Heilsbringer“

Da ist Gartner derzeit anderer Meinung. die meinen, DevOps funktioniert nicht und die Mehrzahl der Unternehmen, die es machen sind unzufrieden damit.

Grüße

Dr. Nils Jena
Gast

Wie passt diese Meldung dazu? https://heise.de/-4072904