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Die Zukunft von Open Source: 7 Wege zum Glück?

Michael Thomas

Linux, Eclipse, WordPress, OpenOffice… diese Namen stehen stellvertretend für die unzähligen Open-Source-Projekte, die sich in den vergangenen Jahren zu ernstzunehmenden und weit verbreiteten Alternativen gegenüber ihrer kostenpflichtigen Konkurrenz gemausert haben; sowohl im privaten wie im geschäftlichen Bereich.


Den zahlreichen Vorteilen von Open Source wie der freien Verfügbarkeit, der transparenten Entwicklung oder der Möglichkeit der individuellen Anpassung stehen allerdings auch Nachteile gegenüber, welche die Entwickler selbst betreffen. So können in erster Linie Projekte, die nicht zu den „Big Playern“ gehören, gerade aufgrund nicht erhobener Lizenzgebühren mitunter an mangelnden Ressourcen – sowohl menschlichen als auch finanziellen – leiden. Im schlimmsten Fall droht dann das vorzeitige Aus.

Eigentlich Grund genug, sich wieder einmal die Möglichkeiten der Unterstützung von Open Source vor Augen zu führen.
 Simon Phipps, Urgestein der Open-Source-Community und aktueller Präsident der Open Source Initiative, tut genau dies: In einem kürzlich erschienenen Beitrag stellt er Unternehmen, die freie Software nutzen, die Frage, ob sie einen Beitrag zur Zukunftssicherheit von Open Source leisten. Sollte deren Antwort darauf „nein“ lauten, benennt er sieben – teils mit mehr, teils mit wenig Aufwand zu realisierende – Ansätze, die Abhilfe schaffen können:


1. Von Community-Mitgliedern kaufen


Phipps empfiehlt, vor der Erteilung eines Auftrags zu überprüfen, ob der ins Auge gefasste Anbieter an der genutzten Software mitarbeitet, ob er ein offizielles Community-Mitglied ist oder eine Zertifizierung besitzt.

2. Für das Projekt werben


Als einfachsten Weg beschreibt Phipps die Nennung von Software und ihren Einsatzzweck auf der Firmenhomepage. Mitarbeiter sollen darüber hinaus ermutigt werden, Artikel und Fallbeispiele zu veröffentlichen.

3. Sich in die Community einbringen


Mitarbeiter sollen dazu ermuntert werden, an Meet-ups oder Konferenzen teilzunehmen, da diese Events beim Aufbau und manchmal auch bei der Finanzierung der Community helfen.

4. Direkt am Projekt mitwirken


Dinge, die auch im Privatgebrauch wahrscheinlich viel zu häufig vernachlässigt werden: Bug Reports, kleinere Patches oder interne Dokumentationen und Fallbeispiele nennt Phipps als kleine, aber nichtsdestotrotz hilfreiche Beiträge.

Forderten die bisherigen Ideen höchstens etwas größere Sorgfalt beziehungsweise „indirekte“ Kosten (z.B. Arbeitszeit der Mitarbeiter), setzen die folgenden Punkte dagegen tatsächliche Zahlungsbereitschaft voraus:

5. Verbesserungen in Auftrag geben


Falls der verwendeten Software Funktionen fehlen, die das Unternehmen braucht, sollen Core-Entwickler beauftragt werden, diese zu implementieren, was natürlich wiederum der gesamten Community zugute kommen würde.

6. Direkt einstellen


Dieser Punkt ist wahrscheinlich am seltensten realisierbar: die direkte Einstellung eines Core-Entwicklers als Mitarbeiter des Unternehmens. Allerdings hat Phipps recht, wenn er sagt, dass dies einen sehr bedeutsamen Beitrag zur Community darstellen würde, vorausgesetzt der Entwickler erhält genug Raum, um auch weiterhin seine Verpflichtungen gegenüber der Community zu erfüllen.

7. Geldspenden leisten


Während Direkteinstellungen nur für wenige und eher große Unternehmen in Frage kommen dürften, so ist der letzte Vorschlag leichter zu erfüllen: monetäre Beiträge zu den laufenden Kosten eines Projekts. Allerdings lehnt Phipps punktuelle Geldspenden im Grunde ab und sieht sie höchstens als den ersten Schritt auf dem Weg zu intensiverer Beteiligung, zum Beispiel als Sponsor oder Beiratsmitglied.

Alles in allem kann man sagen, dass eigentlich jedes Unternehmen in der Lage sein sollte, zumindest einen der gemachten Vorschläge umzusetzen. In den meisten Fällen ist nur etwas guter Wille und eine gewisse Kooperationsbereitschaft vonnöten. Und diese sollte doch eigentlich jeder besitzen…

Geschrieben von
Michael Thomas
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