Die Zukunft von GWT liegt in den Händen der Community

Hartmut Schlosser

Das Google Web Toolkit (GWT), mit dem sich bekanntlich Webanwendungen in Java schreiben lassen, die dann automatisch nach JavaScript gebracht werden, wurde im Juni 2012 von Google an ein unabhängiges Komitee übertragen. Fortan bestimmt eine Gruppe von GWT-Nutzern, neben Google beispielsweise Vaadin, Sencha und RedHat, in welche Richtung GWT weiterentwickelt werden soll. Um die Interessen der breiteren GWT-Community besser berücksichtigen zu können, haben Komitee-Mitglieder eine GWT-Umfrage gestartet, dessen Ergebnisse nun vorliegen.

Zunächst einige Fakten für Statistiker:

  • 80% der über 1300 Teilnehmer nutzen GWT für Business-Anwendungen
  • 54% stammen aus Europa (nur 29% aus Nordamerika)
  • 98% der GWT-Anwendungen unterstützen Desktop-Browser, 36% Tablets und 26% Smartphones
  • Unter den GWT-Frameworks für die Mobile-Entwicklung stechen PhoneGap (55%) und mGWT (42%) heraus
  • 44% fühlen sich durch den GWT-Einsatz „sehr produktiv“, 16% sogar „extrem produktiv“
  • Als Problemfelder nennen 49% die Compile-Zeit, 34% unzureichende Widgets, 27% die Refresh-Zeiten im Dev-Modus
  • Besonders geschätzt werden hingegen die Cross-Browser-Kompatibilität (60%), die Anwendungsgeschwindigkeit (25%), die Modularität (21%) und die Entwicklertools des GWT-Ökosystems (19%)

So richtig interessant wird es bei den Fragen um die Zukunft von GWT.

Zunächst einmal bezeugen die 88% der Ja-Sager auf die Frage „Würden Sie GWT im nächsten Projekt wieder verwenden?“, dass GWT alles andere als ein todgeweihtes Projekt ist. Die größten Technologie-Konkurrenten zu GWT werden mit JavaScript + REST, ExtGWT/GXT, SpringMVC und Vaadin identifiziert. Genannt werden hier auch Dart, JSF und Play!

Die Haltung zur Überführung von GWT in ein unabhängiges Komitee ist noch abwartend: 50% können dazu noch keine Aussage treffen. 38% sagen, GWT werde noch lange Bestand haben. 36% meinen, dass GWT noch besser werden wird. 4% denken, GWT sei bereits tot.

Was setzen GWT-Entwickler auf ihre Wunschliste für zukünftige Versionen?

  • Performance-Verbesserungen bei der Compile-Zeit
  • CSS3 Parser
  • CSS-Optimierungen
  • ein gutes AST Transformations API im GWT
    Generator Framework
  • Verbesserungen des Datenmanagement auf der Server-Seite

Weitere Punkte werden in Kürze unter https://vaadin.com/gwt/report-2012/wishlist veröffentlicht.

Das GWT der Zukunft

Welches Fazit ziehen wir aus diesem Datenset? Das Google Web Toolkit ist weiterhin ein lebendiges Projekt mit einer aktiven Community, die bemüht ist, die nächsten Schritte zu machen. Ob die GWT-Community angesichts der starken konkurrierenden Ansätze indes in der Lage sein wird, weiter zu wachsen, muss sich erst noch zeigen.

Die Umfrage selbst stellt heraus, dass die Zukunft von GWT vor allem durch eine Tatsache geprägt sein wird: Dadurch nämlich, dass die GWT Codebasis frei verfügbar und offen für jegliche Beiträge ist, liege die Zukunft ganz in den Händen der Community!

Der komplette „The Future of GWT Report“ kann gegen Hinterlassung einer E-Mail-Adresse unter https://vaadin.com/blog/-/blogs/the-future-of-gwt-report-2012 angefordet werden.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
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