EclipseCon 2011 Highlights

Die Top-3-Technologien auf der EclipseCon

Del Myers

Nach fast zehn Jahren des aktiven Arbeitens mit Eclipse konnte ich in diesem Jahr zum ersten Mal die EclipseCon besuchen. Den größten Teil meiner professionellen Karriere habe ich in einem akademischen Umfeld verbracht und kann sagen, dass diese Konferenz für mich wirklich herausragend war. Das Open-Source-Konzept bietet beste Voraussetzungen dafür, interessante und dauerhafte Verbindungen zu knüpfen. Und obwohl die Teilnehmer der EclipseCon von den unterschiedlichsten Software-Unternehmen stammen, versammeln sich alle mit dem Ziel um die Plattform, Eclipse gemeinsam und zum gegenseitigen Nutzen weiterzuentwickeln.

Dieser Ansatz führt zu einigen wirklich großartigen Innovationen und auch in diesem Jahr zu vielen aufregenden Neuigkeiten. Ich möchte hier kurz einige der interessantesten Top-Innovationen der diesjährigen EclipseCon vorstellen. Im Vorfeld der Konferenz hatte ich von diesen zwar bereits gehört, aber vor Ort mit den Menschen zu sprechen, die so hart für den Erfolg der Technologien arbeiten, hat mich weitaus mehr beeindruckt als das ein Blog oder Wiki jemals könnte.

Aber ohne weitere Umschweife zur Sache – hier sind meine Top 3 Innovationen der EclipseCon 2011:

  1. Orion

    Orion ist noch ein sehr junges Projekt, das ich aber definitiv im Auge behalten werde – obwohl ich gestehen muss, dass ich nicht wirklich ein Web-Entwickler bin. Was Eclipse und die Unterstützung für die Webentwicklung anbelangt gibt es zwar bereits die hervorragenden Eclipse Web Tools, und auch die Leute von Aptana bringen weiterhin großartige Tools für die Technologien auf den Markt, die für das Web wesentlich geworden sind. (PyDev hat übrigens mein eigenes Diver Tool dieses Jahr bei den Community Awards in der Kategorie „Best Developer Tool“ geschlagen, und ich bin sicher verdienterweise.) Dennoch muss man sagen, dass Eclipse als IDE in seinem Web Support eher etwas hinterher hinkte.
    Möglicherweise verändert nun Orion die Art und Weise, wie die Web-Entwicklung vonstatten geht. Orion hat das Potential zu einer Plattform, die die Vielzahl an Erweiterungsmöglichkeiten einer Plug-in-Architektur kombiniert mit den spezifischen Verhaltensmustern des Web. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich das Orion-Projekt in der Zukunft weiterentwickelt.

  2. Tasks

    Aus irgendeinem Grund war der Ausdruck „Application Lifecycle Management“ (ALM) eines der Schlagwörter in allen meinen Gesprächen auf der EclipseCon. Zwar legen viele kommerzielle Werkzeuge wie IBM´s Rational Team Concert einen Schwerpunkt auf ALM. Doch war dies im Open-Source-Bereich gewöhnlich nicht unbedingt der Fall. Umso interessanter war es deshalb, Tasktop-Gründer Mik Kersten über Pläne sprechen zu hören, ALM durch die Mylyn Tools besser in die Eclipse IDE zu integrieren. In diesem Zusammenhang hielt auch die Doktorantin Michaela Greiler von der technischen Universität in Delft einen Vortrag über die Einschätzung vieler Eclipse-Entwickler, dass sich derzeit im Tooling-Support für Software-Entwicklungsprozesse insbesondere in den Bereichen der Integrations- und Systemtests eine Lücke auftut. Mylyn war definitiv eine der Killer-Apps für Eclipse. Interessant wird es zu verfolgen sein, wohin der Weg des Mylyn-Projektes noch führt.

  3. e4

    Vor der EclipseCon war e4 für mich eine weit entfernte Vision von der Zukunft von Eclipse. Die Konferenz aber hat mir die Neuerungen und Verbesserungen von e4 deutlich vor Augen geführt. Die erste Session, die ich besucht habe, war ein Tutorial über Rich-Application-Entwicklung mit e4. Nach diesem Tutorial stand mir der Sinn danach, soviel wie möglich über e4 zu erfahren. Das neue Modell-gesteuerte Design der Workbench und die Nutzung von Dependency Injection versprechen ein viel schnelleres und einfacheres Schreiben von RCP-Anwendungen mit Eclipse. Ich denke aber auch, dass es im Tooling-Bereich noch viel zu tun gibt. Die Modellierungswerkzeuge sind hervorragend aber bei der Unterstützung für Dependency Injection ist sicher noch Raum für Verbesserungen. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, Synergien mit dem Guice-Team von Google zu nutzen?

Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung: Ich war von den Rückmeldungen der Teilnehmer auf meinen eigenen Vortrag „Put it in Reverse: Using Eclipse to Understand Code that has Already Been Written“ sehr beeindruckt. Wo immer ich mich auf der EclipseCon aufhielt traf ich auf eine Menge Enthusiasmus und Begeisterung. Danke an alle für ihren Input. Ich freue mich auf ein weiteres großartiges Jahr voller Innovationen bei Eclipse.

Del Myers ist Master-Student der Informatik an der Universität Victoria in British Columbia, Kanada. Er verfügt über mehrjährige Erfahrungen sowohl in der Industrie als auch im akademischen Bereich. Sein jüngstes Forschungsprojekt zielt darauf ab, angehende Programmierer in ihrem Lernprozess zu unterstützen und über Software-Tags die Nachvollziehbarkeit und Kommunikation im Entwicklungsprozess zu verbessern.
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Del Myers
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