Hardware im Internet der Dinge

Die Software treibt IoT voran – Wirklich?

Melanie Feldmann

©Shutterstock/a-image

Dass die Software die Allmacht hinter dem Trend IoT ist, hört man – naturgegebenermaßen – vor allem aus Software-Kreisen gerne. Doch manchmal schleicht sich auch etwas Lob für die Hardware in die Preisungen der Software ein.

In einem Blogbeitrag von Jonah Kowall, Vice President Market Development bei AppDynamics auf DZone.com finden sich drei Trends, die IoT befeuern sollen: Günstige Sensoren, das allgegenwärtige, überall verfügbare Internet und die Cloud. Günstige Sensoren lassen die Invesitionshürde für neue Anwendungen sinken, die Amortisationszeit ist kürzer. Neue Anwendungen werden dadurch überhaupt erst möglich. Und ein flächendeckendes bereitbandiges Internet ist die Basis für die notwendige Datenkommunikation von Geräten untereinander oder in die Cloud. Die Cloud – last but not least – schafft neue Möglichkeiten, Daten zu speichern und zu analysieren.

Laut Kowall ist das Bindeglied zwischen all diesen Technologietreibern eines: nämlich die Software. Hier sei die große Herausforderung, die Komplexität und die schiere Größe von IoT-Anwendungen sowohl in der Cloud als auch bei den Geräten selbst in den Griff zu bekommen.

Hinter jeder Software steht eine starke Hardware

Die Schlussfolgerungen von Kowall sind auf keinen Fall falsch. Aber kann man die Software wirklich als das one and only herausstellen? Er selbst nennt Hardware als einen der Haupttreiber von IoT: Die Sensoren, die in Autos oder Kleidung verbaut werden, die kleiner und günstiger werden. Gleiches gilt aber auch für den zweiten Trend des Überall-Internets.

Der Autor des Blogbeitrags nennt hier standardisierte Protokolle wie Bluetooth oder WLAN als treibende Kräfte. Damit hat er nicht Unrecht. Kommunikation zu standardisieren bringt immer einen Innovationsschub. Das beste Beispiel dafür ist das Internet selbst, das ein großer Haufen an standardisierter Kommunikation ist. Aber vor allem Nahbereichs-Protokolle wie Bluetooth oder NFC existieren nur, weil es die passende Hardware dazu gibt. Auch die Kommunikationschips sind kleiner und günstiger geworden. Damit finden sich die Chips in Geräten, für die früher eine Kommuniaktionsschnittstelle schlicht zu teuer gewesen wäre.

Quelle: de.statista.com

Quelle: de.statista.com

Und auch bei der Cloud sind Soft- und Hardware Brüder im Geiste. Schnelles Internet geht ohne Glasfaser genauso wenig, wie ohne schnelle Routing-Prozesse. Ohne günstige Speichermedien läuft heute allgemein im Computing nichts mehr und erst recht ohne Software, die das alles managed.

Ohne also nach dem Henne/Ei-Prinzip darüber zu diskutieren, was zuerst da war und wer denn nun wichtiger ist, sollte man einfach eines im Hinterkopf behalten: Der eine kann ohne den anderen nicht.

Aufmacherbild: Internet oft Things von Shutterstock / Urheberrecht: a-image

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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