Die sichere Leitung für das globale Netzwerk

Dieses Beispiel beschreibt treffend das grundsätzliche Dilemma, in dem sich Unternehmen heute wiederfinden. Firmen, die in großem Umfang mit Partner- und Zulieferfirmen Daten austauschen, in denen wiederum eigene Sicherheitsrichtlinien existieren, haben mit zum Teil unüberwindbaren Hürden zu kämpfen, denn die Nichtakzeptanz der jeweils anderen Vorgaben führt im schlimmsten Fall zu einer Patt-Situation. Die Kommunikation liegt brach. Hier hilft nur noch die Einführung international anerkannter Standards.

Die standardisierte Branchenlösung

Als zukunftsweisende Lösung erweisen sich standardisierte Branchennetzwerke, wie sie bereits im Bankenbereich (SWIFT – Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications) und im Automobilbereich (ENX – European Network Exchange) existieren. Innerhalb dieser Branchen hat man sich auf einen von allen Nutzern akzeptierten Netzwerkstandard geeinigt, in dem die Infrastruktur und die Sicherheit inklusive der Verschlüsselung einheitlich geregelt sind. Diese Unternehmensnetzwerke funktionieren quasi wie ein „privates Internet“. Nur autorisierte Nutzer innerhalb einer geschlossenen Nutzergruppe haben Zugang.

ENX – der Standard in der Automobilbranche

Das ENX-Netzwerk verkörpert den gemeinsamen Standard, auf den sich die europäische Automobilindustrie Mitte der 90er-Jahre zum Zweck der Konsolidierung von Datenaustauschmethoden geeinigt hat. Bis zu diesem Zeitpunkt existierten zwar eine Reihe national betriebener Projekte, eine Harmonisierung des branchenweiten Datenaustauschs auf eine einheitliche Plattform gab es jedoch noch nicht. Vorrangiges Ziel war es deshalb, einen gemeinsamen Standard für den Datenaustausch zu erreichen, der die Komplexität der bestehenden Verbindungsarten in einem Unternehmensnetzwerk durch Konsolidierung reduziert. Der technische Betrieb des hieraus entstandenen Netzwerks wird heute im Rahmen eines Multi-Provider-Ansatzes durch zertifizierte Kommunikationsdienstleister gewährleistet. Diese sind zurzeit BT Infonet, Orange Business Services (France Télécom), T-Systems, Telefónica und Verizon Business. Die Zertifizierung der Kommunikationsdienstleister geschieht gemäß den technischen Anforderungen der europäischen Automobilindustrie durch das Aufsichtsgremium ENX Association.

Neben der eingesetzten Verschlüsselung werden als weiteres Sicherheitsmerkmal sämtliche Datenströme zwar über die jeweilige Netzwerkinfrastruktur des Kommunikationsdienstleisters geleitet, dabei sind sie jedoch komplett (logisch) vom weiteren, darüber laufenden Datenverkehr (Internet, dedizierte Leitungen) getrennt. Hierdurch wird gewährleistet, dass an keiner Stelle, etwa aus dem Internet heraus, unautorisiert auf Daten aus dem Partnernetzwerk zugegriffen werden kann.

Fazit

Mit einem standardisierten Anschluss für alle Beteiligten bieten Branchennetzwerke wie SWIFT oder ENX auch über den Banken- und Automobilbereich hinaus eine sichere Alternative zu herkömmlichen Kommunikationslösungen. Dies zeigt auch schon die erste Nutzung in der Rüstungs- sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie. Vorstellbar ist die Ausweitung von ENX insbesondere auf Branchen, die eine ähnliche Zuliefererstruktur besitzen oder in ähnlicher Weise von verschiedensten Standorten aus kritische Daten übertragen müssen. Der sichere und zugleich reibungslose Austausch von Unternehmensdaten kann hier vor allem durch die „mitgelieferten“ Managed Security Services, eine höchstmögliche Verfügbarkeit durch Service Level Agreements, ein hohes Maß an Skalierbarkeit und eine weitreichende IP-Infrastruktur zertifizierter Partnerdienstleister erreicht werden. Vor allem die darunter liegende Managed-Security-Plattform regelt die Registrierung und Authentifizierung von Nutzern und steht für ausgereifte Verschlüsselungsmechanismen sowie maximale Netzwerkinteroperabilität. Damit sorgen Branchennetzwerke für die Erhöhung des Sicherheitsniveaus zwischen kooperierenden Partnerunternehmen und zugleich für deutliche Einsparungspotenziale durch die Konsolidierung bestehender Infrastrukturen.

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