Die Rettung aus der Eclipsocalypse: EGit und JGit 2.2 sind da

Hartmut Schlosser

Git ist bei Eclipse aktuell das Versionierungssystem der Herzen. Unsere Kollegen von JAXenter.com haben bereits von der Eclipsocalypse berichtet, die darin besteht, dass Projekte, die noch CVS nutzen, ab heute ihre Repositorys auf Read-only gestellt bekommen. Subversion wird noch geduldet, die ganze Promotion läuft aber in Richtung der Linus-Torwald-Erfindung Git. Umso bedeutender sind die Projekte EGit und JGit einzuschätzen, die soeben neu in ihren Versionen 2.2 erschienen sind.

Das JGit-Projekt implementiert die Git-Algorithmen, Transportprotokolle und Datenstrukturen in Java und ist vollständig kompatibel zur nativen Git-Implementierung. EGit ist der Eclipse-Team-Provider auf Basis von JGit, der sich direkt in die Eclipse-Umgebung einklinken lässt. Im Zusammenspiel mit anderen Erweiterungen, allen voran das Review-Werkzeug Gerrit, bilden die Projekte einen neuen Standard in Sachen Quellcode-Verwaltung.

Zu den zahlreichen Neuerungen der EGit-Version 2.2 gehört eine überarbeitete Staging View, in der Ressourcen (Dateien wie Ordner) in Navigationsviews nun per Drag-n-Drop ins Git-Staging-Fenster gezogen werden können.

Working Sets werden nun entsprechend ihrer Projektzugehörigkeit grafisch ausgezeichnet.

Ressourcen-Filter funktionieren jetzt auch bei verschachtelten Projektstrukturen korrekt.

In JGit 2.2 sind u.a. neue und erweiterte Porcelain-Anweisungen hinzugekommen: CheckoutCommand, GarbageCollectCommand, MergeCommand, PullCommand, RebaseCommand und RmCommand.

Zur Einführung in das JGit-, EGit-Universum sei an dieser Stelle der ausführliche Artikel von Projekt-Leiter Matthias Sohn empfohlen: JGit und EGit werden erwachsen. Im JAXenter-Interview beschreibt Matthias Sohn die Vorteile der Projekte wie folgt:

Wir sehen EGit als die beste Möglichkeit an, die mächtige Funktionalität von Git einer größeren Zahl von Entwicklern zur Verfügung zu stellen. Die Integration mit Onlinecommunitytools wie Gerrit, GitHub, Hudson/Jenkins und Eclipse Skalli (Projektportal) sowie Eclipse Mylyn (dort ist auch der Mylyn Gerrit Connector angesiedelt) hat das Potenzial, die Entwicklerproduktivität erheblich zu verbessern. Die damit möglichen Entwicklungsprozesse passen auch gut zu agilen Projektmanagementmethoden. Matthias Sohn

EGit 2.2 benötigt eine Eclipse-Version ab 3.7.2 (Indigo). Der Support für ältere Eclipse-Versionen wurde aufgegeben. In den Release Notes für JGit 2.2 und für EGit 2.2 finden sich detaillierte Angaben über Bugfixes und Feature-Erweiterungen.

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Hartmut Schlosser
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