Die Probleme des Internet der Dinge

Mohammed Hübsch
©Shutterstock.com/PlusONE

Dem Internet der Dinge gehört die Zukunft – soviel steht nach Meinung der Experten schon lange fest. Die Frage ist nicht mehr „ob“, sondern „wann“, heißt es vielerorts. Zwar gehen Prognosen davon aus, dass im Jahr 2020 über 4,5 Millionen Entwickler benötigt werden, die sich mit der Verbindung zwischen all den Gerätschaften auseinander setzen müssen, doch bislang steht der Siegeszug des Internet of Things noch aus.

Doch was sind die Hindernisse, die dafür sorgen, dass das Internet der Dinge noch nicht so richtig Fahrt aufgenommen hat? Matt Asay hat sich mit dem Thema befasst und einige Problemzonen entdeckt:

  • Noch immer verfügen weite Teile der Welt über keinen Internetzugang. Wenngleich Unternehmen wie Google stetig daran arbeiten, die Internetversorgung weltweit zu garantieren, gibt es in diesem Fall noch gravierende Aufbauarbeiten zu leisten.
  • Es fehlt an großen, potenziellen Kunden. Zwar werden über 10 Millionen Sensoren in Geschäften, Häusern, Autos, Stromnetzen etc. eingesetzt, doch davon sind viele nicht mit dem Internet verbunden. Solange das Umsatzpotenzial jedoch nicht klar ist, kommen die für diese Verbindungen abzuschließenden Investitionen nicht zustande.
  • Es mangelt an Standards. Über 400 gängige Standards gibt es – was eigentlich bedeutet, dass es keine wirklichen Standards gibt. Entwickler müssen also davon überzeugt werden, ein einheitliches Kommunikationsprotokoll für Sensoren zu nutzen, die dann in die Geräte eingebettet werden, ansonsten entstehen nur Daten-Silos mit eigenen, nicht ersichtlichen Protokollen. Unternehmen müssen somit anfangen zu verstehen, dass Daten zu teilen mehr bringt, als Daten zu horten.
  • Software muss definiert werden. Es gibt noch zahlreiche Software-, Systemintegrations- und Bearbeitungsprobleme zu lösen. Beispielsweise die Fragen, was genau die Middleware tun sollte, oder ob die Performanceanalyse besser im Gerät selbst oder im Netzwerk durchgeführt wird. Zurzeit sammelt jeder Sensortyp eigene Daten in einem eigenen Format und es ist unwahrscheinlich, dass ein API oder eine Integrationsseite alle Sensordatentypen beherrschen wird. Eine standardisierte Middleware wird dringend benötigt, doch von einen Konsens ist man noch weit entfernt.
  • Sicherheitsfragen müssen geklärt werden. Angeschlossene Gerätesysteme können angegriffen werden, um auf hochsensible Daten zuzugreifen.
  • Die Energieversorgung stellt ein Problem dar. Da eine große Verbreitung bedeutet, dass Batterien in den Devices wahrscheinlich weder aufladbar noch ersetzbar sind, müssen Lösungen für Energy Harvesting gefunden werden: Systeme beziehen ihre Energie von den sie umgebenden Quellen, beispielsweise Solar- oder Bewegungsenergie. 

Wenngleich die Probleme groß erscheinen, auf die Zuarbeit der Entwickler kann das Internet der Dinge zählen. Laut einer Studie von Evans Data beschäftigen sich bereits heute 17% der Entwickler mit Internet-of-Things-Applikationen. Die Zahl dürfte in den nächsten Jahren wachsen, so viel steht fest.

Aufmacherbild: Word cloud – Internet of Things von Shutterstock / Urheberrecht: PlusONE

Geschrieben von
Mohammed Hübsch
Mohammed Hübsch ist Student der Sozialen Arbeit an der FH Frankfurt und arbeit seit 2013 bei S&S Media GmbH.
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